in Wirtschaft

Erst vor wenigen Tagen gingen die Ergebnisse der Klagen gegen Monsanto durch die Presse. In einem Fall stellte ein Gericht fest, dass der Kläger Anspruch auf Schadenersatz habe, da zu vermuten war, Glyphosat hätte zu seiner unheilbaren Krankheit geführt. Tausende anderer Klagen warten. Nachdem sich Bayer als Mutterkonzern von Monsanto zunächst erholte, schlägt das Schicksal nun wieder zu. Es wird berichtet. An den Finanzmärkten, die sich zunehmend Sorgen machen.

Der Chef von Bayern, Werner Baumann, gab ursprünglich laut N-TV bekannt, sein Konzern würde erwarten, dass sich das Risikoprofil ändere, nachdem Monsanto erworben und dessen Geschäft in das Mutterhaus integriert werden müsse. Dabei hatte Bayer allerdings vergessen, auf die juristischen Probleme der Übernahme zu verweisen. Monsanto ist nicht erst gestern verklagt worden, sondern hatte bereits bei der Anbahnung der Übernahme gut 290 Millionen Dollar für diese Prozesse in die Rücklagen eingestellt.

Ein Grund, über den wir im Verbund unserer Redaktionen bereits berichtet hatten: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Glyphosat im Jahr 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ bezeichnet. 2017 bereits kam es zu insgesamt gut 3.100 Klagen gegen das Unternehmen.

Bayer auf dem Weg nach unten

Das Unternehmen Bayer wiederum hatte dieses Risiko bestraft und immerhin an den Börsen ein Niveau von etwa 100 Euro pro Aktie gehalten (mit Schwankungen). Jetzt verlor Bayer annähernd 20 % des Börsenwertes. Im „Handelsblatt“ verweist der Bayer-Chef nun darauf, zum Zeitpunkt der geplanten Übernahme sei noch nicht absehbar gewesen, in welchem Umfang geklagt wird. Mit anderen Worten: Bayer stellt sich jetzt so dar, als sei alles eine böse Überraschung.

Der Chef gab in einer Telefonkonferenz mit Analysten an, sein Konzern halte das Urteil für falsch und man werde sich „entschieden (dagegen) verteidigen“. Bayer räumt allerdings ein, dass inzwischen 8.000 Klagen eingereicht wurden. Im Oktober folgt der nächste Prozess. Bayer will dem Bericht nach keine Rücklagen für mögliche Schadenswirkungen bilden, sondern lediglich für die Anwaltskosten. Das wird teuer.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

  1. Man kann es einfach nicht fassen. Jeder halbwegs Denkende hat aufgrund der internat. Beschwerden damit gerechnet, was auf M. zukommen wird. Welche Euphorie bestand, weil diese Übernahme unter Dach und Fach gebracht wurde. Wie blöde müssen die Deal-Verantwortlichen sein, dass sie dies im Vorfeld nicht erkannten. Oder ist dies geplant gewesen, wieder einmal ein dt. Unternehmen zu „melken“? Ist ja nicht der erste Fall. Ich bin zuwar kein Analytiker, aber ich habe einen Riecher für „Faulendes“.. Bravo ihr Manager-Flaschen. Anders kann ich Sie nicht bezeichnen.