in Finanzsystem

Die Börsen geben derzeit massiv ab. Der Dax hat am Dienstag erstmals seit langer Zeit wieder die Untergrenze bei 11.000 Punkten ins Visier genommen, der Dow Jones verliert zusehends an Attraktivität. Jetzt grassiert die Angst vor einem Zusammenbruch. Warum – und was kann kommen? Es geht uns alle an.

Die Börsen treffen auch die Banken

Die Börsen sind ein weiter Begriff. Hier geht es vor allem um Aktien, die bislang recht solide Bilder abgegeben haben im Verlauf dieses ereignisreichen Jahres. Nun geht es rasant nach unten. Der Handelskrieg zwischen China und den USA, teils auch der EU, spielte eine Rolle. Der Brexit in Großbritannien bzw. die Angst vor der ungeordneten Variante ist hier eine Begründung sowie der niedrige Zins.

All dies sind gute Argumente, treffen aber den Kern nicht. Denn die Börsen funktionieren auch dann, wenn die Zinsen steigen sollten. Dann wird es für Unternehmen teurer, sich zu finanzieren, die Zinssteigerungen jedoch sollen auf relativ moderatem Niveau bleiben. Der Brexit spielt schon lange keine Rolle mehr, weil die betreffenden Unternehmen sich darauf vorbereitet haben. Kein großes Unternehmen wartet, wie sich die Abstimmung im britischen Parlament entwickelt.

Bleibt der Handelsstreit. Der Handelsstreit aber bringt nicht nur Verlierer hervor, sondern auch Gewinner. US-Unternehmen, die im heimischen Markt derzeit geschützt werden. Dennoch verliert die Aktie von Apple stark – also ist hier ein schiefes Argument verwendet worden.

Im Grunde spiegelt die Entwicklung nur wider, was Experten mit volkswirtschaftlichem Blick seit längerer Zeit schon erwartet hatten. Die Geldflut hat überdeckt, was an den Märkten los ist. Viele Unternehmen haben hohe Umsätze, die – von Seiten der Investoren und Konsumenten – kreditfinanziert sind. Die Unternehmen haben soviel Geld, dass sie sich teure Übernahmen leisten können und diese auch realisieren. Das hat die Kurse getrieben – durch das künstlich günstige Geld.

Und: Die Staaten sind maximal verschuldet. Das Vertrauen in den ewigen Kreislauf des „Weiter so“, den es in der Marktwirtschaft ohnehin nie gibt, schwindet. Wir zahlen derzeit den Preis des sinkenden Vertrauens. Und das ist das eigentlich Alarmierende an den Finanzmärkten. Die Börse spiegelt im Grunde nur wider, was auch die Umfragen zu politischen Parteien anzeigen – die Zeitenwende naht.

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