in Wirtschaft

Das Momentum scheint sich von Apple endgültig abzuwenden. Nachdem sich der Aktienkurs von Anfang des letzten Jahres bis in den November hinein fast verdoppelt hat, musste die Aktie wieder knappe 40% davon abgeben. Die Frage ist, welches andere Unternehmen profitiert am meisten von den einstigen Visionen von Steve Jobs? Amazon könnte mit seinem aggressiven Investitions- und Expansionsstreben einer der großen Nutznießer in Zukunft sein!

iBubble: Marktanteile und Margen sollen schwinden

Nachdem Exxon Mobile seit Freitag wieder das Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung ist, scheinen sich die Lichter in Kalifornien zu verdunkeln. Zumindest gehen viele Marktexperten davon aus, Reggie Middleton ist einer von ihnen, dass trotz des am letzten Mittwoch veröffentlichen neuen Rekordgewinns der Coolness Faktor verblasst ist. Reggie warnte schon früh von überhitzter Euphorie gegenüber dem ehemaligen Computerunternehmen.

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Apple ist immer noch Kult und er geht auch nicht davon aus, dass der Konzern jetzt komplett auseinanderbricht. Er stellte aber schon klar, dass die Erwartungen, welche den Aktienkurs massiv beeinflussen, verglichen mit der realen Unternehmensleistung maßlos übertrieben war. In den letzten 7 Jahren hat sich die Firma durch einzigartige Innovation und durch beispielloses Produktdesign ausgezeichnet. Dieses Wachstum könne nach Reggie nicht ewig so weiter gehen und es werde sich signifikant verlangsamen. Die hohen Margen sind fast ausschließlich den  mobilen Produkten, iPhone Haupttreiber, geschuldet. Apple ist nun am Ende des Wachstumspfads von einer Computerfirma zu einer Mobile-device Company mutiert, was  Jobs schon 2010 angekündigt hat.

Jetzt ist Apple nichts anderes mehr als Nokia oder Samsung, die sich gegenseitig die Marktanteile streitig machen.

Amazon wächst indessen genauso stark wie Apple

Jeff Bezos hat den Onlinebuchhändler Amazon 1994 ins Leben gerufen und heute schätzt man seine Anteile an AMZN (Börsenkürzel) auf ca. 20 Milliarden USD (manager-magazin, 2/2013). Wenngleich Steve Jobs noch als der Visionär weltweiten Ruhm errungen hat, ist der knapp Fünfzigjährige Jeff am besten Weg in Jobs Fußstapfen zu treten. Forbes wählte in unlängst zum besten CEO 2012. AMZN ist bereits ein Großkonzern mit einem Unternehmenswert von knappen 130 Milliarden USD. Das sind im Vergleich zu AAPL (Börsenkürzel) nur ca. 30%.

Wenngleich zwar auf Jahresbasis noch eine positive Korrelation von 0,86 zwischen AAPL und AMZN festzustellen ist, hat sich das auf Monatsbasis drastisch geändert. Auf einen Monat betrachtet liegt die Korrelation der beiden Unternehmen bei 0,14. Das zeigt sich auch in obigen Vergleich über die letzten drei Jahre. Beide Unternehmen sind seit April 2011 gleich viel gewachsen (+100%). AAPL befindet sich aber gerade auf einer Talfahrt von +250%, wobei AMZN konstant gewachsen ist (alles am Börsenwert bemessen).

Warum soll gerade AMZN profitieren?

Wie schon oben erwähnt ist die Produktpalette von AAPL, aus der Profite generiert werden, sehr schmal aufgestellt (iPhone u. iPad). Um gegen Google oder Samsung im Mobilmarkt zu bestehen, muss man entweder die Entwicklungskosten für Technologie oder Design erhöhen, das wird auf die Margen und das Wachstum drücken (für alle die immer noch an einen Börsenwert von einer Billion USD glauben). Bei Amazon hingegen ist das Portfolio sehr breit aufgestellt und wird laufend ausgebaut. Das Expansionstempo von AMZN ist sehr hoch. Neben dem Profitcenter des Onlineversands, wo mittlerweile nicht nur 1/3 aller Produktanfragen im Internet direkt gesucht werden. Sondern auch einen Umsatz von 46 Milliarden EUR in 2011 generiert wurde (manager-magazin, 02/2013). Man hat bereits das Cloud Computing für sich entdeckt, wo man von sehr hoher Marktattraktivität ausgeht. Daneben hat man bereits ein kostengünstiges Tablet implementiert, das nachdem iPad bereits das beliebteste in den USA ist. Dazu kommt noch eine Banklizenz und wer weiß ob man im Bereich Social Network mit den bereits vorhanden Kundendaten sogar Facebook angreifen möchte (manager-magazin, 02/2013). Die Investitionslust ist bei AMZN so hoch wie sonst fast nirgendwo. Die Firma mit Hauptsitz in Seattle hatte im dritten Quartal 2012 sogar einen Verlust geschrieben, wobei für Q4 (Veröffentlichung am 29.01.2013) wieder einen Gewinn von 0,30 USD pro Aktie (EPS) erwartet wird. Verlust und Wachstum, wie geht das zusammen: INVESTITIONEN! AMZN hat das Verhältnis der Investitionen zum Umsatz seit 2004 nahezu um 400% gesteigert (manager-magazin, 02/2013). Hingegen sitzt AAPL immer noch auf einen Haufen Cash, das nicht investiert wird.

Möglichkeiten und Konsequenzen für Anleger

Mit ein paar Ausnahmen inklusive mir ist fast jeder von uns mit Apple oder Amazon im täglichen Leben konfrontiert. Für mich ist es jeden Tag unfassbar zu beobachten, wie dessen Produkte oder Dienstleistungen unser Leben bestimmen. Eines gilt es schon klarzustellen: Ohne uns Konsumenten sind solche Wachstumsraten und Milliardengewinne unmöglich. Das sollte jedem bewusst sein, bevor man sich über Milliardenumsätze aufregt. Und auch mit jedem Kauf von Apple oder Amazon Aktien leistet man diesen globalen Playern Unterstützung. Dabei bleiben andere kleinere und vielleicht Unternehmen, die nicht in den USA sondern in Europa sind, auf der Strecke. Wenn man sich mit den Werten von AMZN stimmig verbunden fühlt, was auch 2010 eine Sperre des Webservers von Wikileaks beinhaltet hat, für den könnte das ein BUY sein (keine Kaufempfehlung)!

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