in Wirtschaft

In Deutschland leben wir besser als weite Teile der Welt – der Strom kommt aus der Steckdose. Alles funktioniert. So kennen wir das Land seit den 70er, seit den 80er oder 90er Jahren. Dann kam die grüne Welle über uns.

Wer hätte das gedacht? Experten warnen nach einem Bericht des „Deutschlandfunks“ vor einem möglichen Zusammenbruch des deutschen Stromnetzes. Zustände wie in den USA, bei denen die Stromversorgung oft nicht sicher und zumindest instabil ist, sind offensichtlich möglich und sogar wahrscheinlicher als je zuvor.

Internationales System

Das Stromsystem ist komplexer als gedacht. 43 Unternehmen aus insgesamt 36 Nationen haben sich dabei verbunden. Aufgabe dieses Verbunds ist es, die Schwankungen, die im Normalbetrieb sowohl den Verbrauch betreffen wie auch die Erzeugung, wieder auszutarieren. Grundlage ist das „Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts“. Dies hat eine Richtlinie der damaligen EG, also der Europäischen Gemeinschaft, umgesetzt. Im Jahr 1998 sollte damit das bis dato „abgeschottete“ Geschäft in den verschiedenen Regionen aufgebrochen werden.

Dabei hatten Unternehmen wie RWE die gesamte Kette in der Hand und konnten den Strom von der Produktion im Kraftwerk bis zur Abnahme an den Steckdosen in den Haushalten produzieren und vermarkten.

Grundlage ist heute das „Netz“ der Stromlieferungen, das einen „Kurzzeithandel“ ermöglicht. Die Märkte dafür gelten als „dereguliert“. Inzwischen ist nicht nur der Absatz quasi aus dem Netz heraus gelöst, sodass sich Verbraucher verschiedenste Quellen aussuchen können. Auch die Einspeisung durch „neue Energien“ hat den Markt weiter dereguliert. So sind die Energieerzeuger heute nicht mehr „vor Ort“ tätig, sondern im Idealfall absolut dezentralisiert bis hin zu Solardächern. Das wiederum hat die Zeiten der Erzeugung wie auch den Transport dramatisch verändert.

Die Erneuerbaren Energien erzeugen dabei 36 % der gesamten Produktionsmenge. Wetterabhängig. Die Schwankungen belaufen sich auf einen Rahmen von 10 % bis zu 90 %. Das wiederum greift die mögliche Stabilität in der Versorgung an. Zumal das Netz noch immer nicht so ausgebaut ist, wie es sich die Betreiber von Anlagen im Norden mit Lieferwünschen in den Süden eigentlich wünschen würden. Die Bundesnetzagentur gibt an, 7.700 Kilometer Leitung würden benötigt. 1.750 sind bis dato „genehmigt“ worden und 950 Kilometer insgesamt wurden gebaut.

Deshalb hat auch das Wirtschaftsministerium um Peter Altmaier reagiert und möchte über die „Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes“ die Genehmigungsverfahren sowohl vereinfachen wie auch beschleunigen.

Noch ist das System indes instabil. Das Bundessicherheitsamt für Informationstechnik, BSI, hatte schon im Sommer vor „großangelegten“ Cyber-Attacken auf die Energieerzeuger in Deutschland gewarnt. Das System ist derart komplex – dies kann jederzeit passieren.

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Kommentar

  1. Zum ersten wird das Leitungsnetz zusätzlich zum eigentlichen Strom , der schon sehr überteuert ist, vom Endverbraucher finanziert. Dazu wird das oben genannte neue Leitungsnetz vom Norden in den Süden für die umweltschädlichen Windgeneratoren benötigt und ist erst zum teil errichtet. Das restliche Leitungsnetz aber , was vom Verbraucher teuer finanziert wird, ist am Verrotten, weil die Finanzen nicht zum Erhalt genutzt werden, sondern in die Taschen der Profiteure fließt. Und vor allem dieser letztere Missstand kann dann hauptsächlich zu groben Stromausfällen führen.

  2. Wer ein Haus und ein paar D-Mark …sorry, TEuro … übrig hat, dem rate ich dringend, sich einen Notstromgenerator zuzulegen. Wer beabsichtigt, damit im Notfall seine Öl- oder Gasheizung, TV und PC zu betreiben, der sollte unbedingt einen Inverter-Generator nehmen. (Inverter: ECHTE Sinuskurve, für hochempfindliche Elektronik) Die gibts inzwischen auch schon für „kleines“ Geld, wenn man die Leistung berücksichtigt, die bei einer Heizungsanlage so zw. 100 bis 200 Watt liegt. Es muss also kein „Riesenteil“ sein. Eine Leistung von 800 bis 1000 Watt reicht dafür vollkommen aus. Für alles andere empfehle ich einen einfachen Diesel- oder Benzin-Generator bis zu 4000 Watt. Damit funktioniert dann auch die Kaffeemaschine und der ganze Rest.