Zensur: Soziale Medien sperren bekannten amerikanischen Alternativsender

Facebook und YouTube haben jetzt die bekannte Plattform „InfoWars“ des Gründers und Betreibers Alex Jones wegen „ultrarechter Hetze“ gesperrt. Apple und Spotify haben seine Inhalte gelöscht. Alex Jones hatte auf Facebook 1,6 Millionen Follower und 2,4 Millionen Abonnenten auf YouTube. In den Mainstream-Medien wird Alex Jones als „ultrarechter Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet. Jones habe eine „Gewalt verherrlichende und menschenverachtende Sprache“ gegenüber Transgender-Menschen, Muslimen und Migranten“ verwendet und offensichtlich Falschnachrichten verbreitet, so die Vorwürfe.

Apple löschte Podcasts von Jones Medienplattform iTunes. „Apple duldet keine Hassrede“, sagte ein Sprecher des Technologiekonzerns gegenüber einem amerikanischen Nachrichtenportal. Nicht nur einzelne Beiträge, sondern das ganze InfoWars Archiv sei daher gelöscht worden. Damit dürfte Apple die Reichweite von Jones empfindlich einschränken. Auf der Podcast-Plattform von Apple iTunes wurden bislang über 50 Milliarden Downloads und Streams gezählt.

Auch der Podcast-Anbieter Spotify löschte alle bisher ausgestrahlten Sendungen der „Alex Jones Show“. Jones soll mit seiner Plattform zunehmend Proteste auf sich gezogen haben, hieß es. Doch dürfen Technologiekonzerne und Soziale Medien derart drastische Zensur-Maßnahmen vornehmen? In den USA ist die freie Meinungsäußerung, auch im Internet, noch höhergeschrieben, als beispielsweise in Deutschland. Kritiker fordern daher, dass Anbieter sozialer Medien und Technologie-Konzerne klare Regeln zum Löschen von Inhalten aufstellen müssen.

Der Chefredakteur von InfoWars, Paul Joseph Watson, bezeichnete die Löschungen auf Twitter als „politische Zensur“. Er vermutet, dass der wirkliche Grund für die Sperrungen die Rolle von InfoWars bei der amerikanischen Politik ist. InfoWars wird zugeschrieben, eine bedeutende Rolle im Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump gehabt zu haben. Die Tech-Konzerne würden sich nun drei Monate vor den entscheidenden US-Zwischenwahlen in den Wahlkampf einmischen. Auf Twitter wurde Alex Jones bislang nicht gelöscht.