Die Mimosen der Leitmedien… im Fall von Chemnitz

Wir haben einen interessanten Beitrag – oder eine Kolumne – von Jan Fleischhauer auf Spiegel Online gelesen, deren Inhalt wir in unseren eigenen Worten widergeben möchten. Der Mann hat in diesem Fall mit seinen Verweisen schlicht Recht. Er erinnert an Peter Scholl-Latour. Ein Grandseigneur der Journalisten in Deutschland. Ein Mann, der im Vietnam gefangen genommen wurde. Der im Iran – zumindest aus unserer Sicht unter Lebensgefahr – mit dem Ayatollah Khomeini zusammentraf. Der mit den Taliban in Afghanistan sprach. Der also in vielen Gebieten, in denen es regelrecht brennt, in denen es wahre Bürgerkriege gab und gibt, zu Hause war. Der sich selbst in Gefahr begeben hat. Die aktuelle Generation der Leitmedien jault seit Tagen darüber auf, dass Journalisten in Chemnitz daran gehindert worden sein sollen, ihrer Berichterstattung nachzugehen. Fleischhauer sieht darin, so verstehen wir dies, ein schier unglaubliches Ungleichgewicht.

Der „Brennpunkt“ von Journalisten in Deutschland

Die „Vorgänge“ in Chemnitz müssen ohnehin und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal beleuchtet werden. Denn die „Hetze“, von der die Kanzlerin und ihr Regierungssprecher Seibert, von der inzwischen auch viele Leuchtturm-Journalisten sprechen, ist so pauschal nicht sichtbar gewesen. Das, was als „Hetze“ bezeichnet wird, ging von vergleichsweise wenigen Leuten aus. Zudem gab es zahlreiche Menschen, die sich den Protesten per Demonstration anschlossen. Ob man dies als gut erachtet oder nicht – Demonstrationen sind in Deutschland nicht nur erlaubt, sondern zur Stärkung der Bürgerbeteiligung offenbar ganz ausdrücklich erwünscht. Denn sonst wäre die Bürgerbeteiligung, die zum Beispiel Heiko Maas einfordert, ja nur noch über etablierte Parteien möglich, die wiederum kaum Neulinge an die Fleischtöpfe der Parlamente lassen.

Aber selbst wenn die Situation in Chemnitz eskaliert ist – geht hiervon ein Bürgerkrieg aus? Gefahren für Leib und Leben, wenn, wie Fleischhauer schreibt, einem Journalisten das Handy aus der Hand geschlagen wird?

Es ist ja erfreulich, wenn und dass in Deutschland kein Bürgerkrieg herrscht. Wir benötigen auch keine Helden in der Kriegsberichterstattung – aber das laute Gejaule beklagt Fleischhauer unserer Meinung nach vollkommen mit Recht.