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Es sind noch nicht einmal zwei Wochen seit Merkels Ankündigung, nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren, vergangen. Horst Seehofer will es ihr anscheinend gleichtun und den CSU-Vorsitz abgeben. Das berichteten übereinstimmend mehrere Vertraute von Horst Seehofer. Demnach wolle Seehofer zwar vom Parteivorsitz zurücktreten, jedoch das Amt des Bundesinnenministers behalten.

Es hieß, seine Entscheidung sei wesentlich von der Rückzugsankündigung der Kanzlerin beeinflusst gewesen. Ein Vertrauter Seehofers soll der „Zeit“ gesagt habe, dass „er seitdem einfach wahnsinnig erleichtert ist, dass er nicht auch auf Merkels Männerfriedhof gelandet ist“. Er könne nun in Frieden gehen. Merkels schärfster Kritiker und Konkurrent Seehofer stand zuletzt selbst wegen der Causa Maaßen und den wiederholten Streits mit der Kanzlerin in der Kritik und unter Druck.

Nach den Landtagswahlen in Bayern hatte es gegen den CSU-Chef immer wieder Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei gegeben, schon vor Merkels Ankündigung. Am Wochenende, wenn die CSU-Führung zusammenkommt, um über die Kandidaten für die Europawahl zu beraten, so Vertraute Seehofers, wolle er seinen Rücktritt vom Parteivorsitz erklären.

Seehofer hatte in der Vergangenheit wiederholt mit seinem Rücktritt gedroht, nur um dann vom Rücktritt zurückzutreten. Ob er nun tatsächlich abtritt, wird sich erweisen. Seehofer soll seinen Vertrauten gesagt haben, dass er nur als Parteichef zurücktrete, wenn er den Innenministerposten behalten kann. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dementierte indes die Rücktrittsgerüchte von Seehofer. Er habe sich nicht festgelegt. „Das ist eine fette Ente“, sagte Seehofer der „Welt“.

Seehofer scheint also den gleichen Weg wie Merkel gehen zu wollen. Doch liegen die Gründe wirklich nur an der Kritik an seiner Person? Ein weiterer Grund könnte die Entlassung Maaßens sein, die Horst Seehofer als sein Chef exerzieren musste. Dass Seehofer die Entlassung Maaßens sichtlich schwerfiel, war unübersehbar. Hatte Seehofer doch bis zuletzt versucht, Maaßen die Stange zu halten.

Seehofer war immer ein Rivale und Kritiker Merkels. Maaßens Äußerungen über die Merkel-Regierung in seiner Abschiedsrede vor europäischen Geheimdienstchefs waren sicherlich ganz nach dem Geschmack Seehofers. Als Regierungspolitiker Merkels kann er dies freilich nicht offen zugeben, ohne selbst gefeuert zu werden. Nun wählt er den gleichen Weg wie Merkel, vielleicht auch, um nicht auf „Merkels Männerfriedhof zu landen“, wie er Vertrauten gesagt haben soll. Vielleicht ist ihm auch die DDR-Politik Merkels, bei der jeder Kritiker kaltgestellt wird, nach all den Jahren endgültig zuwider geworden.

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