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In den letzten Tagen und Wochen wurde die Kriegsrhetorik von allen Seiten verschärft. Viele offizielle Stellen sprechen nun offen von der Möglichkeit eines Krieges gegen den Iran. Vor diesem Hintergrund muss auch der aktuelle Konflikt in Syrien analysiert werden. Beide Krisenherde können nicht unabhängig voneinander betrachtet werden.

Dem Iran wird das Streben nach einer Atomwaffe vorgeworfen, auch wenn bislang für diese Theorie keine Beweise erbracht werden konnten. Vor allem Israel fühlt sich von einem atomar bewaffneten Iran in seiner Sicherheit bedroht. Die Hintergründe und Motivationen beim Vorgehen gegen die Iranische Führung dürften deutlich vielfältiger sein. Die verhängten Sanktionen sind ein willkürlicher Akt und treffen vor allem das iranische Volk.

Allen voran die USA haben ein starkes strategisches Interesse in der Golfregion, mit seinen unverzichtbaren Ölvorkommen, die stärkste politische wie militärische Kraft zu bleiben. Das Elixier welches für unsere westlichen Wirtschaften unverzichtbar ist, lagert zum größten Teil in der Region. Russland und China haben wiederum ein nationales Interesse, den Zugriff bzw. die Handelspartner in der Region nicht zu verlieren. Eine amerikanische Dominanz der gesamten Golfregion würde die geopolitische Position der beiden Großmächte empfindlich schwächen. Auch deren Wirtschaften sind vom schwarzen Gold abhängig, allen voran die wachsende Wirtschaft Chinas.

Syrien ist, auch wenn bislang wenig im Fokus westlicher Medien, ein politisches Schwergewicht der Region. Nicht nur seine geographische Lage, sondern vor allem sein Einfluss auf verschiedenste religiös-politische Gruppen in den Nachbarregionen Libanon und Palästina machen es zu einer einflussreichen Größe. Zum erstaunen einiger westlicher „Experten“, haben in diesem Konflikt sowohl Russland wie auch China klar Position bezogen. Eine Abneigung gegen das Vorgehen in Libyen war nicht zu übersehen. Im Libyenkrieg konnte, vermutlich durch politische Handel im Hintergrund, eine zumindest nach außen neutrale Haltung der beiden Großmächte erreicht werden. Dies gilt nicht mehr für Syrien. Beide Staaten unterstützen den syrischen Präsidenten Baschar al Assad aktiv. Dies liegt an der strategischen Bedeutung Syriens im drohenden Konflikt mit dem Iran und den dabei involvierten geostrategischen Überlegungen.

Die komplexe Gesellschaftsstruktur der Region mit verschiedenen Ethnien und Religionsrichtungen machen eine differenzierte Sichtweise notwendig. Hier kommt Christoph R. Hörstel ins Spiel. Als ausgewiesener Nahostexperte und Berater der deutschen Bundeswehr analysiert er die Lage im Krisengebiet. Er gibt einzigartige Einblicke in die Medienberichterstattung westlicher Medien sowie der gesellschaftlichen und geopolitischen Gegebenheiten der Region. Dieses Interview, welches von nuoviso.tv geführt wurde, vermittelt einen Eindruck der Situation ohne die Einbeziehung von Propaganda von einer der beteiligten Konfliktparteien. Eine der wenigen Stimmen welche nicht bedingungslos die Position westlicher Medien für sich beansprucht.

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(sh)

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