in Technik

Herzlichen Glückwunsch World Wide Web! Heute vor 30 Jahren legte Sir Timothy John Berners-Lee den Grundstein für das Internet. Die Vernetzung von Computern galt damals wie heute als Innovation. Doch warnt der Erfinder des Internets heute vor Missbräuchen.

Berners-Lee erfand das World Wide Web aus eigener Frustration heraus

Berners-Lee war damals 34 Jahre jung und arbeitete am Kernforschungszentrum CERN. Damals arbeiteten die Wissenschaftler bereits an Computern. Aber diese Systeme waren weder einheitlich und zudem nicht vernetzt. So waren Dokumente und andere Daten auf vieen verschiedenen Rechnern verteilt und durch die Herkunft aus verschiedenen Ländern der Wissenschaftler auch teils – aufgrund von Sprachbarrieren – schwer zugänglich.

Berners-Lee war frustriert. Zwar gab es das Internet als solches bereits, aber damals war es lediglich bestimmten Menschen zugänglich. 1989 entwuchs aus dieser Frustration eine Idee. „Die ganzen Informationen waren im Prinzip in all den Systemen vorhanden. Was es aber brauchte, war ein kleines Programm, das alle Dokumente zu einem Netz verband. Die Dokumente blieben zwar auf den Systemen, waren aber eben auch über das Netz abrufbar“, erklärt der heute 63-jährige Professor für Computerwissenschaften.

Das Fundament des World Wide Web wurde geschaffen

Die Reaktion des Kernforschungszentrum CERN war kurz und knapp. Es wäre eine „vage, aber interessante“ Idee. Berners-Lee machte sich daraufhin an die Arbeit. Nicht nur entwickelte er die Programmiersprache HTML (Hypertext Markup Language). Diese Programmiersprache wird zum Erstellen von Webseiten genutzt. Auch programmierte er einen Webserver (um Daten online zu speichern und bereitzustellen) und einen Webbrowser (um Internetseiten aufzurufen). Der Grundstein für das heutige Internet war damit gelegt.

Die Dokumente auf den vielen unterschiedlichen Rechnern bei CERN konnten nun von allen Mitarbeitern recht simpel geteilt und bearbeitet werden. Diese Grundlage wurde über wenige Jahre von vielen anderen Menschen angenommen und so explodierte die Anzahl an Webservern in den Jahren nach 1989 exponentiell stark.

1,6 Milliarden Webseiten und kein Ende in Sicht

Die erste Webseite also stellte Berners-Lee ins Netz. Damals noch auf den Servern von CERN. Es folgten viele Universitäten diesem Beispiel, wie etwa die Stanford Universität in Amerika. So gab es 1993 bereits 130 Webseiten. 1996 waren es bereits 100.000. Heute sind es rund 1,6 Milliarden. Und die Zahl an Webseiten steigt stetig weiter.

Dieser Trend zu immer mehr und mehr Informationen zugänglich über das World Wide Web (WWW), frustriert Berners-Lee. Es geht dabei nicht um das Internet an sich, sondern dessen Nutzung. „Die Leute ärgern sich über Werbeanzeigen oder darüber, dass sie nicht wissen, was wahr ist“, sagt er. So sei keine ordentliche Zusammenarbeit möglich. Auch bemängelt Berners-Lee, dass die Menschen in „Silos verschiedener sozialer Netzwerke gefangen“ seien, jedoch „nicht miteinander reden“.

Es liegt in unser aller Verantwortung das World Wide Web zu einem besseren Ort zu machen

Der Erfinder des World Wide Web hat daher eine klare Forderung: „Unternehmen müssen mehr tun, um sicherzustellen, dass ihr Gewinnstreben nicht auf Kosten von Menschenrechten, Demokratie, wissenschaftlichen Fakten und öffentlicher Sicherheit geht.“ Er nennt den „Kampf für das World Wide Web“ eines der „wichtigsten Anliegen unserer Zeit“.

Er warnt auch vor dem Missbrauch seiner Erfindung. Das World Wide Web war von ihm als Ort gedacht, an dem Informationen leicht und für jeden zugänglich sind. Und nicht als Ort, wo bezahlte Premiumzugänge „an jeder Ecke lauern“. Berners-Lee fordert zudem, dass Regierungen den Zugang zum Internet gewähren und unzensiert zulassen. Es liegt in unser aller Verantwortung mit dem World Wide Web „sauber und ordentlich“ umzugehen.

Autor: Thomas Schmied

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