Preistreiberei der Pharmabranche: Wie man ein Medikament drastisch verteuert

Die Firma Genzyme, ein Unternehmen der Sanofi Gruppe, hat ein wirksames Krebsmedikament urplötzlich vom Markt genommen. Dieses Medikament wirkt zufälligerweise auch gegen Multiple Sklerose, wie man jetzt festgestellt hat.

Genzyme begründet die Rücknahme des Medikamentes vom Markt damit, dass sich der Pharmakonzern ab sofort auf die Entwicklung des Medikamentes Alemtuzumab im Bereich der Multiplen Sklerose spezialisieren wird.

Verhindern lässt sich eine solche freiwillige Marktrücknahme mit den bisherigen Regularien wohl kaum. Der Pharmamarkt hat freies Spiel. Stilbildend könnte die Preistreiberei im Fall der Medikamente Avastin und Lucentis gewesen sein.

Das Krebsmittel Avastin erwies sich vor einigen Jahren auch als hilfreich gegen die zur Erblindung führende Makuladegeneration. Bald darauf wurde ein neuer Name für die Arznei erfunden, die Substanz minimal verändert – und der Preis von 40 Euro auf 1500 Euro pro Behandlung hochgesetzt.

Die Europäische Arzneimittelagentur hat solches Vorgehen genehmigt. Genzyme selbst erklärt, dass es gegen die Wirksamkeit des Mittels selbst keinerlei Bedenken gebe. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft hingegen glaubt, dass es sich hierbei um Preistreiberei handle.

Quelle: sueddeutsche

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