in Umwelt

Palmöl ist in den letzten Jahren zum meist-genutzten pflanzlichen Öl weltweit geworden. Von Lebensmitteln bis zu Hygieneprodukten ist das gepresste Öl aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme fester Bestandteil des Alltags geworden. Der Anbau vor allem in Südasien fördert aber immer mehr Ausbeutung und Missstände unter den meist ausländischen Arbeitern.

Eines der großen Palmölexporteure ist Malaysien. Der rasante Anstieg der Nachfrage vor allem in den USA und China hatte zur Folge, dass das Land nun Palmöl im Gesamtwert von US$ 12 Milliarden exportiert. Das sind 40% der globalen Angebots. Um dem Boom die nötigen Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, wird die Arbeit auf den Palmölfeldern immer häufiger von Migranten durchgeführt – sowohl legalen als auch illegalen.

Im Schatten der Flüchtlingssituation im Mittelmeer und in den Zielländern in Europa zeigt der südasiatische Raum einen ähnlichen Knotenpunkt menschlicher Mobilität. In Malaysien kommen die Menschen speziell aus Bangladesh und dem immer noch instabilen Myanmar. Auch zwischen den Ländern in Asien ist aus der Not ein Geschäft geworden: Flüchtlinge zahlen hohe Summen für eine elende Überfahrt auf überfüllten Booten.

Der 22-jährige Mohammed ist einer der Arbeiter, die es bis auf die Felder geschafft hat: nach drei Wochen auf einem Boot mit katastrophaler Versorgung und mehrerer Wochen in einer Art Auffanglager im Jungel von Malaysien. In der Zeit sah er viele bekannte Migranten sterben, wegen Erschöpfung, Krankheiten oder Schlägen. Nun kann Mohammed endlich arbeiten. Doch seit seiner Ankunft in Malaysien hat er für seine 7-Tage Wochen kein Geld gesehen.

“Wenn ich gewusst hätte, was mich erwartet, hätte ich mein Zuhause nie verlassen.”

Mohammed ist ein Beispiel von vielen. Das wirtschaftliche Wachstum in Malaysien macht vor allem den Bausektor und die Landwirtschaft ein attraktives Arbeitsfeld. Dies sind üblicherweise auch die Sektoren, in denen Missbräuche am häufigsten vorkommen. Ein 25-jähriger Bangladeschi berichtet, er und andere Arbeiter wurden wie Vieh sechs Monate lang innerhalb von drei Plantagen weitergereicht, ohne einen Cent bezahlt bekommen zu haben.

Seit 2004 gibt es die private multi-stakeholder Plattform RSPO, den Roundtable for Sustainable Palm Oil, gegründet vom WWF, der Malaysischen Palmöl Assoziation und dem Konzern Unilever. NGOs, Investoren, Händler, Verkäufer, Bauernvertreter und andere Beteiligte im Prozess zur Produktion von Palmöl setzen sich hier zusammen, um “die Produktion von nachhaltigem Palmöl für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand zu promoten.” Dies ist sehr wichtig, denn die großen Abnehmer von Palmöl wie Nestlé oder P&G haben sich im Sinne der ‘Nachhaltigkeit’ zu 100% zur RSPO-Zertifizierung verpflichtet.

Die gesteckten Ziele des RSPO sind jedoch weit von der Realität entfernt. Auch Felda, die Firma für die Mohammed arbeitet, ist RSPO zertifiziert. In den Vorwürfen bezüglich der Arbeitersituation unter Felda wollen die Abnehmer Untersuchungen einleiten. Eine baldige Aussicht auf Verbesserungen der Situation für Mohammed und seine Kollegen scheint unwahrscheinlich..

Quelle:
http://www.wsj.com/articles/palm-oil-migrant-workers-tell-of-abuses-on-malaysian-plantations-1437933321
http://www.rspo.org/about/how-we-work

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Kommentar

  1. Nachhaltigkeit wird nur im kapitalistischen Westen gepredigt!
    In allen anderen Handelsstaaten wird strikt nach Planwirtschaft und Ausbeutung gehandelt!. Durch unser Konsumverhalten wird die Welt ausgebeutet!
    Hauptsache Billig!!!
    Man muss sich nicht wundern das Menschen in den „goldenen Westen“ kommen wollen bei soviel Sklavenhalterei und Ausbeutung!
    Aber Irgendwann wird jeder „vernünftige“ Mensch auf der Erde kapieren das dies so nicht endlos weiter gehen kann!

    Wir stehen jetzt schon am Zenit.