in Umwelt

Was verbinden die meisten Europäer mit der drittgrößten Insel der Erde, Borneo? Urwald, Orangutans und Palmölplantagen. Und dieses Bild kommt nicht von ungefähr. Schon seit Jahrzehnten werden Spenden gesammelt um einerseits einen der diversesten und ältesten Regenwälder der Welt und dessen Bewohner zu schützen, aber auch um der stärker werdenden Palmölindustrie Einhalt zu gebieten. Nur hat sich die Situation auf Borneo inzwischen – es sind schließlich ja auch schon einige Jahre verflossen – wieder etwas verändert. Besser gesagt: die Probleme existieren noch immer, aber neue tauchen auf und sind inzwischen schwerwiegender, wenn man es auf lange Sicht betrachtet.

Politik der Palmölplantagen

Es soll hier keinesfalls die Arbeit der Umweltorganisationen und NGOs abgetan werden, diese bleiben wichtig und gerade beim Erhalt von vom Aussterben bedrohter Tierarten (wie der oben genannte Orangutan oder der anmutige Nebelparder) ist ihre Arbeit unerlässlich. Doch gegen gewisse politische und wirtschaftliche Mächte auf Borneo haben auch diese wenig Einfluss. In Malaysien, zu dem der nördliche Teil Borneos gehört und dessen Ministerpräsident zu einem der aktuell korruptesten Staatsoberhäupter der Erde zählt, steht Korruption noch an der tagtäglichen Tagesordnung.

So mag es auch nicht verwundern, wenn Dorfoberhäupter oder Bürgermeister größerer Städte plötzlich gewisse Gebiete für Palmölplantagen freigeben und sich öffentlich nicht dazu äußern. Inzwischen ist der Preis für Palmöl jedoch ziemlich gesunken und damit dessen Anbau nicht mehr sehr profitabel. Das Roden und Anpflanzen kostet zu viel Geld. Viele Bewohner der Insel – es gibt an die 40 verschiedene Ethnien auf Borneo – gaben in den letzten Jahren vermehrt das Palmöl auf und setzen auf neue Pflanzen wie Pfeffer oder Maniok. Vielleicht bis auch dieser Markt kippen wird?

Der Umstieg wird oft subventioniert. Oder neue Arbeitsgeräte verschenkt. Auch Solaranlagen wurden in kleinen Dörfern im Dschungel gratis angebracht. Das Problem dabei: wenn diese kaputt gehen, wissen die Bewohner oft nicht wie man diese repariert. Und der neue Kunststoffmüll wird gerne noch einfach im Dschungel oder Fluss entsorgt.

Der Dschungel brennt…

Ach ja, und der Urwald verschwindet weiterhin. Inzwischen aber auch vielfach um Fläche für Immobilien zu schaffen. Immobilien als Investitionsanlage. Dafür muss der Urwald oft gar nicht erst gerodet werden. Ein größeres Feuer reicht aus um mehrere Hektar niederzubrennen.

Die lokalen Feuerwehren, gerade in den Trockenperioden, können diesen dann nicht Herr werden. Selbst in diesem Augenblick, wo Sie diesen Artikel lesen, brennt auf Borneo – vielleicht im Norden, vielleicht im Süden – gerade ein Stückchen Urwald. Die einmal abgebrannte Fläche wird dann zur Bebauung freigegeben.

Es gibt noch viel Regenwald und Natur auf Borneo. Doch wenn man den Geschichten der einheimischen Völker lauscht, wie es vor einem halben Jahrhundert dort ausgesehen hat, sollte man sich fragen, ob Fortschritt nicht noch kontrollierter und vor allem geschulter ablaufen sollte.

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Kommentar

  1. Entwicklungshilfe, NGO, bis hin zum IWF,
    war immer nur ein Aspekt des Imperialismus .
    Gesellschaften und Staaten müssen lernen, unabhängig zu sein.
    Die beinhaltet selbstverständlich Selbstverantwortung. Aber nur unter den Bedingungen der Selbstverantwortung und Souveränität ist Freiheit möglich.