Die Klimalüge: Industrielle Tierhaltung und „methanische“ Ignoranz

Einer der wichtigsten Faktoren im Kontext des Klimawandel und Umweltverschmutzung wird immer noch sehr wenig debattiert: Die Form der Tierhaltung und ihre industriellen Ausmaße hat sich in den letzten Jahrzehnten zum ‘Klimakiller Nr.1’ entwickelt.

Schon im Jahr 2006 hat die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, in einem Bericht veröffentlicht, dass die Viehproduktion einen höheren Anteil am Ausstoß von Treibhausgasen hat wie der gesamte globale Verkehr und Transport zusammen. Mittlerweile geht man von einem Anteil der Tierhaltung an der Emission von Treibhausgasen von bis zu 50% aus.*

Hier spielt Methan eine sehr große Rolle. Als Klimagas findet es bisher noch wenig Beachtung doch hat es einen weit größeren Einfluss als Treibhausgase wie CO2. Der Treibhauseffekt von Methan soll um das 20-fache höher liegen, wie das von CO2.

Auch die Umweltzerstörung beinhaltet ein großes Kapitel über die industrielle Tierhaltung. Die Abholzung des Regenwaldes in seinen rasanten Zügen ist ebenso eine Folge der Mengen an Tierprodukten, die der Mensch heute zu sich nimmt. Ein Großteil der Abholzung von ca. einem weiteren Fußballfeld pro Sekunde werden direkt für Weideflächen oder für das Produzieren von Nahrungsmitteln für die Tiere genutzt. Experten gehen hier von einem Anteil von rund 90% aus.

In der Haltung der Tiere werden zusätzlich Umweltverschmutzungen begangen, deren Folgen sich oft nur langfristig offenbaren. Die riesigen Produktionsstätten produzieren eine große Menge an Abfall und Exkremente, welche oft im nahen Umfeld der Produktionsstätten unter freiem Himmel gelagert werden. Von dort aus verseucht der Abfall die umliegenden Gebiete und Anwohner. Die rund 2000 Schweinemastbetriebe in North Carolina, USA, machen dies deutlich.

Um sich die Folgen ein wenig deutlicher zu machen: Die Tierhaltung ist an jedem bekannten Symptom der Folgen klimatischer Veränderungen mitverantwortlich: Abholzung der Wälder, Bodenausbeutung, Wasserknappheit, die Destabilisierung von Gemeinden und Völkern, Welthunger.

“Vor 10.000 Jahren haben die Menschen nur 1% der globalen Biomasse ausgemacht, wildlebende Tiere machten die anderen 99% aus. Heute sind es Menschen und die Tiere, die sie sie halten, die 98% der Biomasse ausmachen, gegenüber nur noch 2% wildlebender Tiere.”

Immer wieder kommt im Kontext der Notwendigkeit das Argument auf, dass wir mehr Nahrungsmittel brauchen, um die steigende Zahl Menschen auf der Erde ernähren zu können. Allein von 1912 bis 2012 stieg die Anzahl der Menschen von 1,5 Milliarden auf 7 Milliarden. Doch die 7 Milliarden Menschen sind nur eine kleine Zahl verglichen mit den 70 Milliarden Tieren, die zur landwirtschaftlichen Nutzung gehalten werden. Auch wenn die Verzehrmengen der unterschiedlichen Tieren an Nahrung und Wasser nicht gleich sind, stellt uns diese Tatsache unweigerlich vor ein Re-evaluieren unserer Rechnungen von Anzahl:Menschen und deren Umwelteinflüssen und der Entwicklung eines holistischeren Modells.

Doch sowohl in der Politik als auch im Bereich der Zivilgesellschaft und NGOs ist dieses Thema noch nicht so wirklich angekommen. Selbst großen Instituten und Organisationen ist dieses Problem kaum bekannt oder es wird bewusst ignoriert.

* Der Anteil von Methan variiert je nach Quellen.

**Die Videos und Bilder sind den Quellen entnommen.

Quellen:
http://www.collective-evolution.com/2015/06/02/distru
http://valhallamovement.com/link/what-our-food-is-really-doing-to-the-planet-in-15-jaw-dropping-images/
http://www.cowspiracy.com/
http://ecowatch.com/2013/01/21/factory-farming-global-warming/
http://www.fao.org/agriculture/lead/themes0/climate/en/