in D/A/CH

Aus dem jüngst veröffentlichten Bericht zum Thema Klimaschutz in Deutschland geht hervor, dass die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele für 2020 nicht erreichen wird. Vor allem bei der Reduktion der CO2-Emmissionen bei Gebäuden und im Verkehr besteht Verbesserungsbedarf.

Schon seit letztem Jahr in Berlin bekannt: Klimaziele für 2020 werden wohl nicht erreicht

32 Prozent weniger Ausstoß an unter anderem auch CO2 seit 1990. Das ist die voraussichtliche Bilanz für 2020, welche aus dem jüngst erschienenen Klimaschutzbericht hervorgeht. Das Bundeskabinett billigte den Bericht bereits am vergangenen Mittwoch. Klingt doch gar nicht so schlecht oder? An sich nicht, aber „32 Prozent“ sagen leider nicht viel aus ohne Kontext. In jedem Fall verdichtet sich vor allem eines mit diesem Bericht: nämlich die Annahme, dass Deutschland seine kurzfristigen Klimaschutzziele für 2020 nicht erreichen wird.

Diese Vermutung hatte die Bundesregierung wohl aber seit letztem Jahr schon. Die bittere Wahrheit, die nun in Berlin Einzug hielt, ist dennoch keine Schöne. Die Zielmarke von 40 Prozent weniger CO2-Emmissionen als 1990 wird wohl nicht erreicht. Der Klimaschutz, welcher von der Bundesregierung so groß angepriesen wird, scheint nicht auszureichen.

Weltweit wird Deutschland immer wieder bewundert in Sachen Klima- und Umweltschutz. Doch das Image brökelt zunehmend. Zuletzt auch durch die Empfehlung für einen Ausstieg aus der Stromerzeugung durch Braun- und Steinkohle im Jahr 2038. So manche Klima- und Umweltexperten halten das nämlich für einen zu langen Ausstiegszeitraum. Deutschland käme immer langsamer bei seinen Klimazielen voran, heißt es.

Mehr Mut und Verbindlichkeiten bei Klimapolitik

Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD will das nun ändern. Sie fordert mehr Mut bei der Klimapolitik hierzulande, aber auch mehr Verbindlichkeiten. Letzteres will Schulze mit einem Gesetz durchsetzen. Darin würden die erklärten Klimaziele „verbindlicher“ gemacht. Bis 2030 soll nämlich eine 55-prozentige Reduktion des Ausstoßes an Treibhausgasen erfolgen, im Vergleich zu – abermals – 1990.

Entgegen mancher Meinungen von Wissenschaftlern und Klimaaktivisten, findet Schulze auch die Empfehlungen der, von der Bundesregierung eingesetzten, Kohlekommission gut. Dies würde die Emmissionen deutlich verringen, die Klimaziele für 2030 in greifbarere Nähe bringen und zudem helfen, die Vorgaben des Pariser Klimavertrags zu erfüllen. Schulze geht dabei nicht ins Detail und lässt so viele Fragen offen.

Umweltverband spricht von „verlorenem Jahrzehnt für den Klimaschutz

Ein „verlorenes Jahrzehnt für den Klimaschutz“ nannte der Umweltverband WWF indes die Verabschiedung des Berichts durch das Bundeskabinett. Der WWF unterstellt der Bundesregierung, sie habe „wenig bis nichts“ dafür getan, die Vorgaben des Pariser Klimavertrags zu erfüllen. Vor allem sei „praktisch nichts“ geschehen, um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Wenngleich Deutschland viele gute Herangehensweisen beweise, zum Beispiel der Ausstieg aus Atomenergie oder auch die grundlegende Entscheidung des Kohleausstiegs, fehle es an „guten Klimaschutzkonzepten“ anderswo. Vor allem wohl im Gebäude- und Verkehrsbereich. Dies bestätigte auch Umweltministerin Schulze. Was im Energiesektor erreicht worden wäre und wird, machen höhere Emissionen in den anderen Bereichen wieder zunichte.

Deutschland unentschlossen bei Klimapolitik

Beim Thema Verkehr ist die Bundesregierung immerhin bereits engagiert, wenngleich es derzeit nur um Planungen geht. Eine entsprechend eingesetzte Arbeitsgruppe berät um die Erarbeitung eines Konzeptes, welches die CO2-Emmissionen erzeugt durch den Verkehr in Deutschland reduzieren soll. Unter anderem wurde durch diese Arbeitsgruppe ein bundesweites Tempolimit auf Autobahnen vorgeschlagen. Die daraus entstandene Debatte ist gut bekannt.

Entstanden ist aus dieser Debatte aber nichts. Zunächst war Verkehrsminister Scheuer dagegen, dann distanzierte sich die Bundesregierung gänzlich von etwaiigen Plänen. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte lediglich zu verkünden, dass es wohl „intelligentere Maßnahmen“ für mehr Klimaschutz im Verkehrswesen gäbe. Welche Maßnahmen dies seien ließ er jedoch offen.

Alles in allem ist Deutschland nach wie vor einer der Vorreiter in Sachen Klima- und Umweltschutz. Wenn wir uns allerdings ansehen, welches Engagement ausreicht um einer der Vorreiter zu sein, wirft dies ein erschreckendes Bild auf. Eventuell wäre Bundesumweltministerin Svenja Schulze besser darin beraten, zu mehr Zusammenarbeit aufzurufen, anstatt Mut und – durch Gesetze erwirkte – Verbindlichkeiten.

Der WWF, aber auch andere Umweltverbände, werden jedenfalls kristisch nach Berlin blicken, wenn es in weiteren Debatten um die Weichenstellung des deutschen Klimaschutzes, dem Erreichen von Klimaschutzzielen und der Einhaltung der Vorgaben des Pariser Klimavertrages geht. Zeit für Debatten wäre genug bis 2030, allerdings wird debattieren alleine weder das Klima, noch die betroffene Umwelt verbessern.

Autor: Thomas Schmied

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Vor allem bei der Reduktion der CO2-Emmissionen bei Gebäuden und im Verkehr besteht Verbesserungsbedarf.“

    Sorry, aber ich kann diesen CO2-Scheissdreck echt nicht mehr lesen! Da werden Zusammenhänge mit der „Klimaerwärmung“ aufgeba(usch)t, die jede Logik und den heutigen Wissensstand verhöhnen!
    Mein lieber Schwan! Ist das schon der gallopierende Wahnsinn oder noch die Vorstufe zur grünen Schreckensherrschaft!?
    Nochmal zum Mitlesen: CO2 ist kein „Klimakiller“! Davon kann sich JEDER überzeugen, der noch Willens und bei Verstand ist! Die Möglichkeiten, sich wirklich kundig zu machen, sind heutzutage fast schon grenzenlos.
    Und trotzdem wird dieser Unsinn immer und immer weiter heraustrompetet und -posaunt.
    Schauerlich!

  2. Auf geht’s Deutschland ,wir werden das Weltkima mit unserem 2% CO2 Anteil schon retten.(Wer’s glaubt wird seelig).Es sollte mal lieber eine große Anstrengung zur Reduzierung der Weltbevölkerung unternommen werden.In ein paar Jahren werden uns sonst noch mehr milliarden Inder ,Chinesen und auch Afrikaner ihre weitaus schlechteren Abgaswerte um die Ohren hauen.Mal ein kleiner Denkanstöße an alle grünen Utopisten.

Webmentions

  • PN : Absurde Schutzzonen zum Schutz der Meere in Nord- und Ostsee – Freier Unabhängiger Dienstleister 10. Februar 2019

    […] bisweilen nicht gelungen. Gibt das Umweltministerium also zu, dass nach den scheinbar verpassten Klimazielen für 2020, jetzt auch der deutsche Meeresschutz versagt? Vielleicht wird es nicht so dramatisch zugegeben, […]