in Technik

Viele Smartphone oder Handy Nutzer haben mit einem Mobilfunkanbieter einen Vertrag zum Telefonieren und Surfen im Netz. Im Hintergrund kassieren jedoch vielfach unseriöse Dritte mit Hilfe des sogenannten WAP Billings kräftig mit.

Die Masche

Meist unseriöse Firmen schalten Werbebanner in Apps, um ahnungslosen Smartphone-Besitzern mit einem Klick darauf ein kostenpflichtiges Abo anzudrehen. Anbieter solcher Abzocke-Apps kommen an ihr Geld, weil viele Mobilfunkbetreiber die fälligen Beträge für Serviceleistungen von Drittfirmen über die Telefonrechnung ihrer Kunden abbuchen.

App- Abzocke über ungefragte Abos

Apps auf dem Handy mit Wettervorhersagen, Rezepten oder Spielen versorgen Nutzer mit Infos, Service und Unterhaltung. Im Eifer des Anwendens geraten ihre flinken Finger nicht nur auf die berereitgestellten Angebote, sondern auch leicht ungewollt auf eingeblendete Werbebanner im jeweiligen Anwendungsprogramm. Wer durch eine unbedachte Berührung ein im Hintergrund lauerndes Abo aktiviert, dem werden zum Beispiel CHF 10,-  wöchentlich abgerechnet. In der monatlichen Abrechnung taucht dann meist eine Summe daraus als Posten unbekannter Herkunft auf. Die Verwunderung darüber verwandelt sich spätestens ab der nächsten Rechnung in Dauerärger.

Ein Abo ist nur bei einem Klick auf Bestell-Button korrekt

Wirksam zustande kommt ein Vertrag jedoch erst dann, wenn Smartphone oder Handybesitzer den Abschluss eines kostenpflichtigen Abos ausdrücklich durch den Druck auf einen deutlich erkennbaren Bestell-Button bestätigt haben. Ein solcher Button muss nicht nur optisch sofort ins Auge springen, sondern auch mit dem Hinweis „zahlungspflichtig bestellen” oder einer anderen eindeutigen Formulierung beschriftet sein. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, brauchen Nutzer die ungewollt auf’s Auge gedrückten Rechnungsposten nicht zu zahlen.

Dieser Hinweis hilft aber Handykunden, die bereits über undurchsichtige Abbuchungen klagen, allein nicht weiter. Denn das Herauswinden aus einer Abo-Falle durch WAP-Billing Missbrauch bleibt aufwändig und ist kompliziert.

Erscheint Kunden eine Handyrechnung zu hoch, sollten sie sich zunächst die unklaren Abbuchungsposten von ihrem Mobilfunkunternehmen erklären lassen. Bei unbegründeten Zahlungsforderungen von fremden Firmen müssen deren Name und die Adressdaten ermittelt werden.

Die Crux hierbei

Abo-Anbieter geben meist von sich aus ihre Identität nicht preis, sondern bedienen sich eines weiteren Dienstleisters, der in der Rechnung aufgeführt ist. Dieser fungiert als Puffer und übernimmt die Abwicklung. Die dringend benötigten Kontaktdaten des Abo-Anbieters können Betroffene dennoch über die Kundendienstnummer auf der Rechnung bei ihrem Mobilfunkunternehmen erfragen.

Ungewollte Abos sofort kündigen

Wer in eine Abo-Falle getappt ist, kann weitere Abbuchungen nur verhindern, wenn der unfreiwillige Abo-Vertrag mit dem dubiosen Drittanbieter so schnell wie möglich online gestoppt wird. Um Scherereien zu vermeiden, akzeptieren sie eine Aufkündigung des Abos in der Regel anstandslos. Für eine Beanstandung der Rechnung muss die Drittfirma innerhalb von acht Wochen angeschrieben werden.

Die Abo-Firmen ignorieren oder verweigern allerdings meist die Rückzahlung von bereits gezahlten Beträgen. Gibt’s kein Geld zurück, sollten sich getäuschte Kunden an ihren Mobilfunkbetreiber wenden, um bei ihm auf eine Erstattung ihrer Ansprüche zu pochen. Drittanbietersperre einrichten Sicher von vornherein und auf Dauer können sich Smartphone- und Tablet Nutzer nur vor dieser perfiden Abo-Masche schützen, wenn sie ihre Handynummer für die Abbuchung von Diensten fremder Firmen von ihrem Mobilfunkunternehmen sperren lassen.

Der Konsumentendienst rät eindringlichst:

  • Auf keinen Fall einen Button anklicken, auf dem «Kaufen», «Bestätigen», «Loslegen» oder ähnliches steht. Am besten stellt man das Gerät ab.
  • Fechten Sie die Rechnung- am besten per Einschreiben, sofort an. Teilen Sie dem Absender mit, dass es sich um einen Irrtum handelt.
  • Falls Sie eine Betreibung erhalten: Reichen Sie innert zehn Tagen Rechtsvorschlag ein. Der Ball liegt dann beim Rechnungssteller, und er müsste die Rechtsöffnung beantragen. Da dies mit Kosten verbunden ist und es schwierig für ihn wird, die Rechtmässigkeit für die Forderung zu beweisen, wird er das wohl unterlassen.

Speziell bei SMS- Abofallen

Erhalten Sie ein SMS von einer fremden Nummer, lesen Sie dieses aufmerksam durch und prüfen Sie, ob Sie dieses Abo wünschen und welche Kosten anfallen. Falls das Abo unerwünscht ist: Ein SMS mit dem Text «STOP ALL» an die entsprechende Absenderadresse schicken. Damit wird das Abo gestoppt.

Wichtig:

  • Informieren Sie auch den Fernmelde-Anbieter und bitten Sie auch ihn, diese Dienstleistung zu stoppen. Wenn das unerwünschte Abo auf der nächsten Handy-Rechnung auftaucht, bezahlen Sie den bestrittenen Teil der Rechnung nicht.
  • Reklamieren Sie sofort beim Mehrwertdienst-Anbieter und begründen Sie, warum Sie nicht einverstanden sind. Die Adresse finden Sie im Internet oder bei Ihrem Fernmeldedienst-Anbieter.
  • Kommt es zu keiner Einigung, wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Ombudscom. Diese vermittelt dann zwischen den Parteien.

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Kommentar

  1. Ist dieser Text aus dem Jahr 2004? Es mag sein, dass diese Anbieter auch heute noch vereinzelt Menschen betrügen, die viel größere Gefahr liegt in diesem Jahr allerdings bei erpresserischer Ransomware, die auch auf Smartphones portiert werden wird. Dagegen ist die hier beschriebene „Gefahr“ harmlos, der finanzielle Schaden vergleichsweise gering. Der Autor sollte sich auf diesem Gebiet über zeitgemäße Betrugsmuster informieren.

    • Da bin ich ganz anderer Meinung. Es muss nicht erst ein großer finanzieller Schaden entstehen, damit darüber gesprochen wird. Dass Personen ohne ihr Wissen oder gegen ihren Willen in Verträge gedrängt werden können sollte das vollkommen reichen, um dieses Thema anzusprechen. Das zeigt zum einen wie es um den Datenschutz steht und zum anderen, mit welchen Maschen es möglich ist auf Kundenfang zu gehen. Auch ist es aufwendig genug so etwas rückgängig zu machen und auf der ersten Zahlung bleibt man höchst wahrscheinlich sitzen.
      Wie du so ein Verhalten billigen kannst ist mir ein Rätsel.

  2. Was ist das für ein Staat, der solche Gaunereien nicht strikt verbietet und bestraft und statt dessen seine Bürger im Regen stehen lässt. Es kostet viel Zeit und Ärger, diese Abzocke zu unterbinden.

    • Das finde ich auch. Damit kommen wir in die Nähe des Themas „Briefkastenfirmen“ – der Staat unterstützt dies ja durch Unterlassung. Ich kenne genügend Betroffene, die (teils auch selbstverschuldet oder versehendlich) derartige Verträge mit Drittanbietern anulieren wollten – Fehlanzeige. Briefkastenfirmen in den Niederlanden, Polen, Balkanländer, Spanien… Das Tolle des neuen Internets sind die vielen Möglichkeiten der visulellen Überschüttung mit Nebeninfos, Werbebanner, In-App-Verkäufe. Da arbeiten hochkompetente Psychologen und Programmierer daran um immer neue visuelle Täuschungen zu entwickeln die nur für Abzocke und Betrug Verwendung finden. Es gibt kein Gesetz, dass dies verbietet – leider.

  3. Alle Medien Anbieter leben davon das sie im Grunde illegal die persönlichen Daten der Nutzer verkaufen. Hinweis die persönlichen Daten unterliegen dem Eigentumsrecht der Menschen. Was sind persönliche Daten? Beispiel mit wem habe ich Sex, Betrüge ich meine Frau, hinterziehe ich Steuern, welche Hobbies habe ich, wieviel Geld habe ich aufm Konto wofür gebe ich das aus. Hinweis dazu, US Firma übernimmt in Deutschland die Geldautomaten. Egal ob Google, Microsoft, Facebook, Handy, DSLProvider, die handeln alle mit Daten(Menschen). Die Menschen werden auf Daten reduziert und der Handel ist frei gegeben. Wer heute noch einen Trojaner nutzt wie Handy ist blöd. Oder auch, siehe WIndows 10 basiert genau auf diese Konstrukt des Datenhandels(Apps)

    • Auch vom Internet sollte man sich verabschieden oder zumindest auf LInux umsteigen. Warum wird das nicht gemacht? Weil es die verlockungen nur für Windows gibt wie Spiele und viele Finanzprogramme die allgemein genutzt werden laufen nur unter Windows. Die Netzwerkfirmen in Deutschland sowie die Router werden größtenteils von den USA kontrolliert die lesen alles mit u. a. auch durch Firmen wie Cloudflare die als man in the middle agieren und als Sichherheit daherkommen. Das die ganz nebenbei alles zensieren können darauf kommt nur wenige weil die Meisten nur Nachvollzieher sind und das nichtmal. Cloudflare hat auf Golem erklärt das Tor böse ist warum wohl? Weil es mit Tor auffällt das Cloudflare zensiert und abhöhrt.

      • Seit dem Patriot Act kann die USA jede Cloud in Europa von den NSA durchsuchen lassen wenn es eine US Firma ist auch wenn die Cloud zur Telekom gehört. Der zuerst darauf Hinwies war Caspar Bowden ehemals Microsoft Manager und heute Tod. All die ganzen IT Experten sind heute entweder Tod oder hocken wie Assange in Gefangenschaft oder Snowden im Exil weil sie nicht wie Mannings im Knast ermordet und mishandelt werden wollen und weil sie bemerkt haben was das Internet und die IT, Handy wirklich ist nämlich ein Kontroll und Spionagewerkzeug.

  4. Der Autor Fred Kaier ist kein Journalist. Es handelt sich um einen mehrfach vorbestraften Menschen, der sich als Konsumentenschützer ausgibt. Erst zockte er mit konsumer.info die Menschen ab, nun mit konsumendienst.ch. Verbraucherschützer warnen und distanzieren sich vor Fred Kaier nebst Komplizen. Einfach mal Googeln!