in Technik

Während Europa hinterherhinkt, fahren in China bereits elektrobetriebene Busse. Elektroautos sind schön und gut, doch die E-Busse in Fernost sparen bereits mehr Benzin bzw. Diesel, als alle Elektroautos weltweit.

E-Busse sparen um die 41 Millionen Liter Diesel – jeden Tag

Große Investitionen in die sog. E-Mobilität, also den elektronischen Antrieb von Fahrzeugen zahlt sich offenbar aus. Im Fall von China sogar massiv. In Fernost setzte man bei Investitionen nicht nur auf elektrische Autos, sondern auch auf elektrische Busflotten. Einer Studie des Wirtschaftsdatenanbieters Bloomberg zurfolge, sollen in China bereits rund 380.000 „E-Busse“ auf den Straßen fahren. Die Flotten der städtischen Nahverkehrsunternehmen werden dabei systematisch mit E-Bussen ersetzt. Die restliche Welt kann hier nur staunend zusehen: denn weltweit zusammengenommen gibt es nur ca. 5.000 dieser E-Busse, China nicht mitgerechnet.

Und die Einsparungen dieser E-Busse sind gewaltig, glauben wir der Studie Bloombergs. Laut Berechnungen sollen die E-Busse täglich bis zu 41 Millionen Liter Diesel sparen. Diese unvorstellbare Menge an Diesel, der nicht verbrannt und durch den Auspuff in die Luft geschleudert wird und demnach auch keine Emissionen erzeugt, entspricht – laut Bloomberg – „etwa der dreifachen Menge dessen, was alle E-Autos weltweit zusammengenommen an Benzin und Diesel pro Tag einsparen“.

Shanghai soll ab nächstem Jahr komplett auf E-Busse umstellen

Zugegeben, die Menge an eingespartem Diesel liegt nicht nur an den E-Bussen in China. Die Busse in Fernost sind nahezu ständig im Einsatz. Dies führt zu einer Anhäufung von weitaus mehr gefahrenen Kilometern, als die Elektroautos weltweit fahren. Dementsprechend ist die Ersparnis an Treibstoff freilich größer. Nichtsdestotrotz: die Zahlen sind beeindruckend und machen China in Sachen „sauberer Fahrzeugantrieb“ zu einem Vorbild, zu dem man ruhig aufblicken darf.

Die erste Großstadt in China, die komplett auf E-Busse umgestellt hat, ist Shenzhen mit rund 12 Millionen Einwohnern. Rund 16.000 E-Busse fahren in der Stadt und sorgen für die Beförderung der täglichen Massen an Fahrgästen. Die nächste Stadt dürfte wohl Shanghai sein. Zumindest heißt es aus China, dass die städtischen Busse der Metropole „ab nächstem Jahr komplett elektrisch“ fahren sollen.

Vormachen dürfen wir uns allerdings trotzdem nichts. Klimaneutral sind die E-Busse nämlich an sich nicht. Zwar fahren die Busse ohne herkömmlichen Treibstoff und stoßen deshalb auch weniger bis keinen Feinstaub aus. Auch bleiben die Stickoxide weg. Aber die E-Busse brauchen Strom um zu fahren. Der muss produziert werden und in China übernehmen das immer noch großteils Kohlekraftwerke.

Umweltschonend sind diese Kohlekraftwerke natürlich nicht. Dennoch macht es China bei elektrobetriebener Personenbeförderung allen vor. Europa hinkt hierbei weit hinterher. Und bei der Krise der deutschen Autoindustrie wird ersichtlich, dass es wohl auch noch eine ganze Weile hierzulande dauern wird, bis der (Nah-)Verkehr auf E-Mobilität umgestellt ist.

Autor: Thomas Schmied

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