in Technik

Das Pentagon glaubt, dass Russland und China ihr Potenzial für Angriffe gegen die USA im Weltraum steigern.Darüber berichtete die Zeitung Washington Post am 10. Mai:

Von Anton Mardasow – „Die Vertreter des Pentagon meinen, dass Russland und China Möglichkeiten für Angriffe auf die USA im Weltraum entwickeln, während die Vereinigten Staaten in den Anti-Terror-Operationen im Irak und in Afghanistan steckengeblieben sind“. In dem Artikel heißt es, dass Russland, China und andere Länder eine Technologie entwickeln, die die Infrastruktur für nationale Sicherheit, die von den USA im Weltraum entwickelt und eingesetzt wurde, lahm legen kann. Besondere Sorgen für das amerikanische Militär bereiten ihm die Satelliten.

„Wir müssen zugeben, dass trotz unserer Bemühungen, in der Zukunft ein Konflikt beginnen und bis in den Weltraum expandieren kann“, zitiert die Zeitung Worte von Navy Admiral Cecil Haney, Commander of the U.S. Strategic Command. Der stellvertretende US-Staatssekretär für Rüstungskontrolle, Frank Rose hat bereits früher gesagt, dass er „besorgt über die weitere Entwicklungen der Anti-Satelliten-Waffen von Russland und China“ ist, erinnert uns die Zeitung.

Welche Technologien und Waffen meint das Pentagon?

Ausgehend von früheren Publikationen westlicher Medien sind die Amerikaner besonders wegen Russlands Abwehr-Raketentests, die Satelliten auf niedrigen Umlaufbahnen zerstören könnten und angeblich auch der Einführung von „Satelliten-Killern“ in den Weltraum besorgt.

Im ersten Fall geht es um ein Raketenabwehrsystem im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes „Nudol“, über deren erfolgreiche Testversuche die US-Medien im Dezember 2015 berichteten. In Russland wird wirklich eine mobile Anlage mit neuen Raketen für das vielversprechende Raketenabwehrsystem Moskau A-235 entwickelt. Auf der Grundlage der offenliegenden Daten ist es klar, diese Raketen im Gegensatz zu den Abfangjägern des Raketenabwehrsystems Moskau A-135 in der Lage sind, Satelliten zu treffen, bereits eine frühere Version dieses Systems, die A-35M besaß schon Möglichkeiten, um Satelliten anzugreifen.

Was allerdings Satelliten betrifft, die Jagd nach anderen Satelliten betreiben, darüber gibt es nur sehr wenige Informationen und alle basieren allein auf westlichen Quellen. So berichtete im Juli 2015 die Website „Spacenews“ unter Bezug auf einen offiziellen Vertreter der US-Luftwaffe, dass die Amerikaner weiterhin im Weltraum die Manöver des Russischen Militär-Satelliten „Kosmos-2504“ unter Kontrolle haben und nachverfolgen, der früher zusammen mit drei Kommunikationssatelliten „Gonez-M“ (Bote) auf eine Umlaufbahn geschickt wurde.

Nach Angaben des Vertreters des Pentagons, vollzog der Satellit mindestens 11 Manöver zur Wiederannäherung an die letzte Raketenantriebsstufe, die ihn auf die Umlaufbahn geführt hatte. Im Pentagon wurde beurteilt, dass „eine solche Möglichkeit zu manövrieren, darauf hindeutet, (wenn auch nicht unbedingt,) dass es um einen Satelliten-Killer geht“. Unter diesem Aspekt beobachteten die US-Militär aufmerksam auch Manöver des russischen Satelliten „Kosmos-2499“.

Wie berechtigt sind die Beschuldigungen der USA? Gerade bot Moskau (nicht zum ersten Mal) den USA an, den Weltraum zu demilitarisieren und verweist darauf, dass die USA sich beharrlich weigern, an der Aushandlung internationaler Abkommen über die Verhinderung der Stationierung von Waffen im Weltraum teilzunehmen.

Zu beachten ist, dass auf der Grundlage des Weltraumvertrages, der am 10. Oktober 1967 in Kraft getreten ist („Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper“) keinerlei Kernwaffen in den Weltraum verbracht werden dürfen. Der Weltraumvertrag wurde am 27. Januar 1967 auf Basis der Erklärung der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 1963 zu den Rechtsgrundsätzen hinsichtlich der Aktivitäten im Weltraum vereinbart und von 98 Staaten unterzeichnet.)  Diese Vereinbarungen zwischen der UdSSR und den USA wurden in einem Moment erzielt, als beide Mächte schon eine ganze Reihe von Nukleartests durchgeführt hatten (in der UdSSR wurde eine einstufige ballistische Rakete R-12 für den Antrieb verwendet).

Im Jahr 1983 hatte die Sowjetunion ein einseitiges Moratorium (Aufschub) zum Einsatz von Anti-Satelliten-Waffen verkündet. Im Jahr 2008 auf der Abrüstungskonferenz wurde offiziell ein von Russland und China unterzeichneter, ausgereifter Vertragsentwurf über die Verhinderung der Stationierung von Waffen im Weltraum vorgelegt, den aber die USA nicht unterstützten.

Wie Experten bemerken, nahmen seit dem Start des ersten künstlichen Erdsatelliten die USA einen festen Kurs auf eine mögliche Platzierung von nicht-nuklearen Waffen im Weltraum und wollen offenbar den Plan nicht aufgeben. So vorgeführt im berüchtigten Programm SDI („Strategic Defense Initiative„) von Ronald Reagan als Schwerpunkte dabei die Waffenklassen „Kosmos-Kosmos“ und „Kosmos-Erde“. Während der Präsidentschaft von George W. Bush im Jahr 2006 machte ein Militär-Raumflugzeug X-37A einen neuen Test-Flug.

Am 28. Juni 2010 ist ein Dokument „Nationale Weltraum-Politik der Vereinigten Staaten von Amerika“ von Präsident Obama genehmigt worden, das ein Recht der US-Raumfahrtsysteme auf freien Überflug und ungehindertes Funktionieren im Weltraum behauptet. Im gleichen 2010 Jahr führte das Pentagon den erfolgreichen Tests des Kampf-Raumfahrzeug X-37B durch. Die Zeitschrift „Jane ’s Defense Weekly“ veröffentlichte mehrfach Informationen darüber, dass dieses Projekt vollständig im Interesse des Verteidigungsministeriums der USA läuft und die Stationierung von Waffen im Weltraum vorsieht.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter des „Zentrums für Strategische Analysen und Technologien“ und zugleich Chefredakteur der Zeitschrift „Waffenexport“, Andrej Frolow ist der Auffassung, dass die häufigen Veröffentlichungen in den USA-Medien über die kosmischen Programme Russlands und Chinas nicht nur Spekulationen der Medien sind:

„Ich muss zugeben, dass Russland die Möglichkeiten zur Vernichtung von Satelliten hat. Noch in der UdSSR liefen die Tests einer ziemlich großen Auswahl an verschiedenen kosmischen Systemen im Rahmen des Programms „Bekämpfung gegnerischer Satelliten“, die sich in den 70-80-er Jahren entfaltet hatten.

Angefangen wurde mit einem Satelliten-Abfangjäger (am 1. November 1968 zerstörte der Satelliten-Abfangjäger „Kosmos-249“ den zuvor auf die Umlaufbahn geleiteten „Kosmos-248“-Satelliten) und weiterhin mit der Raumsonde „Skif„, die fähig war, eine Laserkanone zu tragen. Jedoch hatte im August 1983 die Sowjetunion einseitig das zuvor erwähnte Moratorium auf die Tests von Anti-Satelliten-Waffen verkündet, an dessen Bedingungen sich Russland bis in die Gegenwart hält. In diesem Sinne hat die Russische Föderation auch bis heute keine „reinrassigen“ Sputnik-Abwehrsysteme.

Doch führten die Chinesen am 11. Januar 2007 Tests mit Anti-Satelliten-Waffen durch und zeigten einen erfolgreichen Volltreffer. Die Abwehrrakete wurde vom Weltraumbahnhof Schanghai gestartet und ein Wettersatellit „FY-1C-Serie Fengyun“ auf einer polaren Umlaufbahn in einer Höhe von 865 Kilometern abgeschossen. Das heißt, in gewisser Hinsicht hat Peking somit mehr Erfahrungen bei der Anwendung von Anti-Satelliten-Waffen als die Russische Föderation.

Was die USA angeht, so scheint es, dass Beiträge, die denen der „Washington Post“ gleichen nur ein Ziel verfolgen, die USA zu enthemmen und entfesseln, um selber seelenruhig Waffen in den Weltraum zu befördern. Dabei die Anderen laut und marktschreierisch zu beschuldigen ist so ein übliches Vorgehen, mit dem in erster Linie die amerikanische öffentliche Meinung zum Aussteigen aus den Vertragsthemen eingestimmt werden soll. Diese „Nichtaufrüstungs“-Verträge werden nämlich derzeit in der UNO diskutiert.

Die Amerikaner können es wieder einfach so machen wie gehabt, wie im Dezember 2001. Sie stiegen aus dem Vertrag zwischen den USA und der UdSSR zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen  sehr einfach aus: US-Präsident George W. Bush hat Russland nur bekannt gegeben, dass der ABM-Vertrag am 12. Juni 2002 seine Existenz beenden wird. Die Vereinigten Staaten haben Systeme, die so oder so unter die Kategorie der Waffen im Weltall fallen.

  • Erstens, die USA haben die Fähigkeit, die Satelliten der Gegner abzuschießen, was am 21. Februar 2008 in der Praxis demonstriert wurde, als mit einer Abwehrrakete des Typs SM-3 von Bord des Kreuzers „Lake Erie“ der Spionagesatellit „USA-193“ abgeschossen wurde. In dieser Hinsicht hören sich Vorwürfe des Pentagon, dass Russland über viele entsprechende Mittel verfügen würde, die in der Lage seien Satelliten abzuschießen, seltsam an.
  • Zweitens, die USA haben ziemlich viele Hyperschall-Projekte im Rahmen der Realisierung des Konzepts „Schneller globaler Schlag„: Das Flugzeug „X-43A“, die Rakete „X-51A“, das Gerät AHW, (Advanced-Hypersonic-Weapon-Programm) die Rakete „ArcLight“ und ein Segelflugzeug „Falcon HTV-2″, die dadurch gekennzeichnet sind, in den Weltraum vorstoßen zu können.“

Das Mitglied des Beirats des Kollegiums der Militär-Industrie-Kommission der Russischen Föderation und Chefredakteur der Zeitschrift „Arsenal des Vaterlandes“, Victor Murachowskij meint, dass solche Veröffentlichungen der US-Medien, dass die russische Föderation Möglichkeiten für Angriffe auf die USA im Weltraum entwickeln würde, während die Vereinigten Staaten in lokale Konflikte verstrickt sind, das einfache Ziel verfolgen, zusätzliche Finanzmittel für bestimmte Rüstungsprogramme einzuwerben:

„Das alles ist aus der gleichen Film-Serie namens „Gib uns unser täglich Geld heute“. Als Regisseure treten die größten Konzerne wie „Lockheed Martin“, „Raytheon“, „General Electric“, etc. auf, die sich unter anderem mit dem Kosmos beschäftigen.

In der Sowjetunion wurde an der Entwicklung von Sputnik-Waffen im Rahmen des Programms „Bekämpfung von gegnerischen Satelliten“ gearbeitet, das in erster Linie für den Verbleib in der Umlaufbahn des Objekts für militärische Zwecke vorausgesehen war. Aber dann wurde es als zu aufwändig eingesehen. Danach begann die UdSSR an einem System für das Abfangen von Satelliten zu arbeiten, dessen Grundlage das Ein-Sitz Jagdflugzeug MIG-31 D mit Abwehr-Rakete 79 М 6 „Kontakt“ war (es gibt Hinweise darauf, dass in der heutigen Zeit dieses Programm wieder aufgenommen wurde; im Jahre 2009 sagte der Oberbefehlshaber der Russischen Luftwaffe, Generaloberst Alexander Zelin, dass das System „reanimiert“ würde).

Es ist klar, dass es in der Presse über die modernen Entwicklungen sehr wenig Informationen gibt. Gemäß meinen Daten wird derzeit auf der Ebene der Forschung und Entwicklung gearbeitet. So wie ich es verstehe werden hauptsächlich Waffen gegen Satelliten auf niedrigen Umlaufbahnen wie das System S-500 ins Visier genommen.

Was eigene Satelliten betrifft, die als Instrument für die Bekämpfung feindlicher Satelliten genutzt werden könnten, dann, wie die Erfahrung gezeigt hat geht es nicht darum, um darauf Waffen zu platzieren. Der Satellit hat einzig die Fähigkeit, zwischen den Umlaufbahnen zu manövrieren. Bei Bedarf geht er gegenläufig auf die Bahn, wo sich das feindliche Gerät befindet.
Wenn er dann eine gewisse Anzahl von Stahl-und Wolfram- Schrotkugeln (exakt in dessen Gegenumlaufrichtung) einfach nur aussetzt, dann wird der Satellit des Gegners durchlöchert und das bringt den außer Betrieb. Ein solcher Mechanismus ist also nicht als eine schießende Waffe zu betrachten, er ist ein lediglich normal manövrierender Satellit in der Umlaufbahn, der ganze Wolken von durchschlagenden Trefferelementen ausbringen könnte.“

SvPressa.ru: Einige Experten reden über die Pläne der USA zur Schaffung eines Raketenabwehrsystems, die davon ausgehen ein kosmisches „Echelon“ mit verschiedenen Plattformen auf verschiedenen Umlaufbahnen zu platzieren…

Victor Murachowskij:

„Meiner Meinung nach sind ABM-(Anti-Ballistic-Missile) Systememit der Stationierung der Elemente in Weltall eine absolut unrealistische Horrorgeschichte, vor allem aus technischen und wirtschaftlichen Gründen.

Wir erinnern uns daran, dass das Programm „Strategic Defense Initiative“ ((SDI, Strategische Verteidigungsinitiative), eine von US-Präsident Ronald Reagan in einer angespannten Phase des Kalten Krieges gegen die Sowjetunion ins Leben gerufene und am 23. März 1983 offiziell angeordnete Initiative zum Aufbau eines Abwehrschirms gegen Interkontinentalraketen) war. Man wollte Stationen im Weltraum mit Lasern, die nuklear gepumpt wären, platzieren. Aber in der Realität, damit es funktioniert, brauchte man Mittel, um ein Vielfaches größer als die für das „Mond-Programm“.

Es müssten geostationäre Satelliten mit Energie-Waffen an Bord auf Basis der gleichen Laser sein. Aber es wird eine solche Energiedichte benötigt, dass diese Laserwaffe mit etwas anderem als mit nuklearen Explosionen zu pumpen unmöglich wäre. Und es stellt sich heraus, dass es ein nur einmaliges Zielen-Schießen-Treffen-Produkt ist: wenn das Ziel jedoch verfehlt wird, dann wären mehrere Milliarden US-Dollar auf der Stelle mit einem Schlag verschwendet.

Ich stelle fest, dass so wie es einst in der UdSSR geplant war, an Bord von Satelliten im Weltraum Raketengeschosse oder automatische Waffen zu platzieren sinnlos ist. Viel einfacher, billiger und effizienter ist der Einsatz von Raum-Schrot-Objekten für die Zerstörung von Satelliten auf der Grundlage des Mechanismus, von dem ich oben berichtete.“

Übrigens

Im Juni 2015 berichtete der stellvertretende Generaldirektor des Konzerns „Radioelektronische Technologien“ (KRET) Juri Majewskij, dass das Unternehmen ein grundlegend neues System für die elektronische Kampfführung entwickelt, das in der Lage ist, die Leitsysteme von Marschflugkörpern und anderer Präzisionswaffen, sowie radioelektronische Militärgeräte ausländischer Satelliten zu unterdrücken. Die gleich doppelt hilflos gewordenen „Donald Cook“ und AEGIS lassen grüßen.

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