Politisierung im Fußball

Dass der Sport „Fußball“ in der Öffentlichkeit sehr präsent ist und auch in den Medien ausreichend aufgegriffen wird, ist schon lange bekannt. Aber ein Trend fällt hierbei in den letzten Jahren immer wieder auf. Die Politisierung des Fußballs nimmt immer stärkere Ausmaße an und so wundert es auch nicht, dass sich immer mehr wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema finden lassen.

Der Höhepunkt, in Europa zumindest, fand wohl während der EM 2012 in Polen und der Ukraine statt. Die Hintergründe hierfür sind durchaus bekannt und sollen nicht nocheinmal aufgerollt werden. Aber es ist doch überraschend wie schnell sich wieder die Politik auf die Ebene des Sportes verirrt. Letztes Beispiel ist der Torjubel des Bayernstürmers Mario Mandžukić. Hierbei erhob er die rechte Hand zum militärischen Gruß. Sein Teamkollege Xherdan Shaqiri tat dies ihm gleich. Nun geht ein Aufschrei durch die deutsche Medienlandschaft. Waren dies etwa Sympathiebekunden zu den koratischen Generälen, welche Freitag von der Berufungskammer des UNO-Kriegsverbrechertribunals freigesprochen wurden?

Die Antwort hierauf kennen natürlich nur die beiden Spieler. Doch stellt sich hier doch die Frage warum dies von den Medien nun so stark aufgegriffen wird. Es steht außer Frage, dass das Spiel zwischen dem FC Nürnberg und dem FC Bayern München kein Spiel der Highlights war. Jedoch unstützen die Medien doch genau hiermit die zunehmende Politisierung des Fußballs. Die mögliche Interpreation, dass Mandžukić damit andeuten wollte, er sei nur ein Untergebener der Fans, spiele also nur für die Fans, wird nicht aufgegriffen. Jedoch sollte er, auch als Fußballer, ein politisches Gespür besitzen und solchen Jubel unterlassen.

So steht außer Frage, dass der Jubel unglücklich gewirkt hat, ihm jedoch diese Brisanz zuzusprechen ist äußerst fragwürdig. Aber hier zeigt sich doch gut, dass die Politisierung gesellschaftlicher Bereiche weiter zunimmt und auch, dass die Medien immer wieder nach der Sensation suchen. Daher meine Bitte: Lasst den Fußball einfach Fußball sein. So können die Fans danach über das Spiel schimpfen und so mal kurz dem Alltag entfliehen.