In 15 Monaten von der 2. Liga in den Europacup?

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1998 wurde der 1. FC Kaiserslautern als Bundesliga-Aufsteiger sensationell deutscher Meister. In den vierzehn Jahren seitdem haben sich die Verhältnisse zugunsten der Topclubs derartig stark verschoben, dass so etwas nur noch theoretisch möglich ist. Wie Eintracht Frankfurt sich nach zwölf Spieltagen dennoch im oberen Drittel der Tabelle etabliert hat, ist umso eindrucksvoller.

Überraschend starke Aufsteiger aus der 2. Bundesliga in die Eliteklasse des deutschen Fußballs hat es immer wieder einmal gegeben. Gerade in den 90er Jahren waren solche Mannschaften fast an der Tagesordnung. Rostock, Bochum oder die bereits erwähnten Lauterer wären hier zuerst zu nennen. Was haben alle diese Clubs gemeinsam? Sie spielten keinen so guten Fußball wie Eintracht Frankfurt im ersten Drittel der aktuellen Saison. Die Betonung liegt in diesem Fall auf “Fußball spielen”. Das steht selten ganz oben auf der Agenda von Aufsteigern (siehe aktuell Fortuna Düsseldorf). Normalerweise leben die Neulinge von Emotionen, Kampf und Taktik. Man versucht, das Spiel des Gegners zu zerstören und dann per Konter oder Standardsituation selbst zum Erfolg zu kommen.

 Eintracht Frankfurt hat mit dem ewigen Mauern gewöhnlicher Aufsteiger nichts am Hut. Mit Fußballern wie Rode, Inui und Meier haben sie das zwar auch nicht nötig, aber trotzdem gebührt ihrer mutigen offensiven und attraktiven Spielweise ein großes Kompliment. Das geht natürlich besonders an Armin Veh, dessen beide letzten Trainerstationen Wolfsburg und Hamburg wenig gute Erinnerungen hinterlassen haben. Seine Eintracht in der Spielzeit 2012/13 ist aber ein Lichtblick in einer Liga, in der sich der Kampf um die Meisterschaft aktuell dadurch auszeichnet, dass es keinen gibt. Frankfurt belebt derweil den Wettbewerb um die Europacup Plätze. Sehr wahrscheinlich werden die Hessen Dortmund und Schalke die Plätze 2 und 3 nicht wegschnappen können, aber abgesehen von Leverkusen vielleicht, haben alle anderen noch weniger Chancen darauf.

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Europacup als Aufsteiger? Warum denn nicht? Ich halte Bayer Leverkusen zwar für den Favoriten auf Platz 4, der zur Champions League Qualifikation berechtigt, aber ich wüsste aktuell keinen Grund, warum die Eintracht nicht Fünfter oder Sechster werden sollte. Momentan hat Frankfurt sechs Punkte Vorsprung auf Platz 6 und Mannschaften wie Hannover 96, Mainz 05, Werder Bremen und den Hamburger SV, die allesamt bisher keinen so guten Eindruck gemacht haben wie die Mannschaft von Armin Veh.

In Frankfurt stapelt man derweil weiterhin tief. Das ist auch völlig legitim, zumal es derzeit unsinnig wäre, mit einer neuen Zielsetzung sich selbst unnötigen Druck aufzuerlegen. Wenn man allerdings sagt, dass man den Blick nach ganz unten richtet, dann ist das selbstverständlich auch nicht richtig ernst zu nehmen. Die Eintracht weiß aus eigener Erfahrung, was nach einer guten Hinrunde noch passieren kann. Vor zwei Jahren hatte man 26 Zähler nach der Vorrunde, stieg am Ende aber nach einer katastrophalen zweiten Saisonhälfte mit nur 34 Zählern noch ab. Die aktuelle Mannschaft ist aber erstens stärker und zweitens dürfte sie auch mehr als 26 Zähler auf dem Konto haben, wenn 17 Spiele absolviert sind.

Am Wochenende wartet auf Frankfurt mit der Auswärtspartie bei Schalke 04 eine schwierige Aufgabe. Wer die Hessen aber beim Gastspiel in München gesehen hat, der wird ihnen in dieser Partie durchaus etwas zutrauen, zumal die Gelsenkirchener am Mittwoch noch in der Champions League im Einsatz sind. Punkte in den verbleibenden Begegnungen zuhause gegen Mainz und Bremen, sowie auswärts in Düsseldorf und Wolfsburg, sind aber selbstverständlich um einiges wahrscheinlicher. Es ist mehr als denkbar, dass der Abstand auf Platz 16-18 bis Weihnachten weiter ausgebaut werden kann und niemand um den Traditionsverein auch nur ein kleines bisschen zittern muss. Derzeit sind es komfortable 16 Punkte auf Platz 17, den Greuther Fürth inne hat und immerhin noch beruhigende 12 auf Fortuna Düsseldorf und den Relegationsplatz.

Trotz toller Leistungen von Trapp, Schwegler, Rode oder Inui geht zum Schluss ein Sonderlob an Alex Meier, der schon seit Jahren einer meiner Lieblingsspieler in der Bundesliga ist. Vor zehn Jahren hätte Meier trotz seiner 29 Jahre nach den bisherigen Leistungen längst eine Einladung zur Nationalmannschaften bekommen. Dort wiederum hätte er mit Ballack und Bernd Schneider auch gleich zu den drei besten Fußballern gehört. 2012 hätte er es auch verdient, aber mittlerweile gibt es dort ja beinahe ein Überangebot an starken offensiven Mittelfeldspielern. Trösten kann sich Meier momentan nicht nur mit beeindruckenden 23 Punkten und dem dritten Tabellenplatz seiner Eintracht, bei der er bereits seit 2004 kickt. Nein, mit neun Toren steht er seit gestern gemeinsam mit Münchens Mario Mandžukić auch an der Spitze der Torjägerliste. Ob er in der nächsten Saison auch international treffen darf, wird sich erst viel später entscheiden, aber ich sehe eine sehr gute Chance, dass es am Ende für die Europa League reicht. 

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