in Politik

Affront gegen Russland. Polen gedenkt des Beginns zum zweiten Weltkrieg vor 80 Jahren. Russland wurde nicht eingeladen, bzw. deren Präsident Wladimir Putin fehlt auf der Einladungsliste. Befremdlich, wie die Erklärung des russischen Außenministeriums zu diesem Vorfall zeigt.

Russland „fassungslos“

Das Außenministerium zeigte sich „fassungslos“, dass sich die Einladung lediglich an „enge Verbündete“ der EU richtete und auch die Nato-Mitglieder eingeladen wurden. Nur Russland als beteiligte Nation am Ende des zweiten Weltkriegs fehlt. Dies sei – so die Lesart Russlands – eine Unterschlagung.

Polen wiederum erklärt den Vorfall damit, dass die Einladungen nicht auf Basis „historischer“, sondern „zeitgenössischer“ Kriterien erfolgt seien. Deshalb würde Polen lediglich mit den Staaten zusammenarbeiten, „mit denen es heute für den Frieden eng zusammenarbeite“. Und zwar unter „Beachtung des Völkerrechts“.

Erstaunlich genug ist die Wortwahl. Denn auch mit Russland dürfte sich Polen zwar nicht direkt verbündet sehen, aber doch „zusammenarbeiten“. Schließlich sind die Staaten in diversen Bündnissen und Abkommen miteinander verflochten. In zahlreichen internationalen Konflikten müssen Nato und Russland zumindest förmlich zusammenarbeiten.

Dies scheint hier nicht beachtenswert. Auch der Umstand, dass die „historische“ Dimension ausgeblendet wird, irritiert. Schließlich wurde Polen am 1. September 1939 der polnischen und russischen gemeinsamen Lesart nach von Deutschland überfallen. Die damalige Sowjetunion „überfiel“ der polnischen Lesart nach Polen am 17. September 1939. Zwischen Deutschland und der Sowjetunion hatte ein „Nichtangriffspakt“ gegolten. Dieser wiederum sah offenbar eine „Aufteilung“ Ostmitteleuropas vor, also auch Polens. Da Deutschland die Sowjetunion 1941 angriff, war dieser Nichtangriffspakt wiederum obsolet, womit die Sowjetunion letztlich mitentscheidenden Anteil am Sieg gegen Deutschland und damit auch zugunsten Polens hatte.

Bemerkenswert an der Ausblendung dieser historischen Dimension ist wiederum der Umstand, dass die Stimmung zwischen Polen und Russland darunter leiden dürfte und alte Gräben aufgebrochen werden.

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