in Politik

Der zweite Teil des kompakten Blicks auf die Geopolitik und deren Krisen. Wer will was in Syrien? Welche Interessen gibt es in der Ukraine? Und vorallem: wie geht es weiter?

Wer will was in Syrien?

Wer russische Staatskonzern Gazprom ist auf Europa als Abnehmer für Erdgas angewiesen. Eine geplante Gas-Pipeline durch Syrien, ausgehend von Katar und Saudi-Arabien wäre ein herber Rückschlag für die Vormachtstellung Russlands im Energiesektor. Neben den strategisch wichtigen Militärhafen in Tartus (Syrien) geht es Russland also auch darum, dass ein solches Projekt nicht zustande kommt.
Saudi-Arabien und Katar sind dagegen gefügige Rohstofflieferanten, die sich ausgezeichnet mit dem Dollar versklaven lassen. Da sie ihr Erdöl und Erdgas in Dollar handeln, erhalten sie somit direkte Unterstützung aus Washington. Denn nur dadurch kann das Finanzimperium der USA samt FED langfristig auch weiterhin aufrecht erhalten werden.
Die USA unterstützen ebenfalls die Rebellen mit finanziellen Mitteln, um den unliebsamen Machthaber Assad zu stürzen und Syrien zu destabilisieren. Eine günstige Politik, die sich übrigens auch indirekt gegen die Europäische Union wendet. Denn wenn keine Pipeline als Lebensader durch den Nahen Osten bis nach Europa gelangt, werden die Unkenrufe nach unkonventionellen Fördertechniken auch in der EU größer. Die USA könnte dann wunderbar als Retter in der Not zur Seite stehen und mit dem umweltschädlichen Fracking aushelfen.

Wer will was in der Ukraine?

Ein ähnliches Bild zeigt sich aktuell in der Ukraine, die auf dem besten Weg ist, ein Syrien 2.0 zu werden. Mit dem Sturz der ukrainischen Führung und der Installation einer prowestlichen Regierung durch Kräfte aus Washington, wurde erneut eine Destabilisierung erreicht, in der nur die USA gewinnen kann. Westeuropa und vor allem Deutschland ist eng mit der russischen Föderation verflochten. Während wir Energieträger auf sicherem Wege importieren, profitiert Russland von dem Know-how der deutschen Ingenieurs-Technologie. Auch hier fungiert die Ukraine als Transitland für russisches Erdgas. Aus Washington finanzierte Söldnergruppen wie Blackwater kämpfen derzeit an der Seite der prowestlichen Regierung in Kiew. Nach der Annektierung der Krim durch Russland, ist nun auch die Ostukraine in den Konflikt verwickelt worden und es wir zunehmend schwieriger, den Überblick zu bewahren. Doch auch hier gilt, dass eine instabile Ukraine für die USA immer noch besser ist, als eine Eurasische Union von Lissabon bis Wladiwostok. Denn genau hier wären die Kerninteressen Amerikas bedroht, die es unbedingt zu verhindern gilt. Da tut ein tiefer Graben zwischen der EU und Russland nur gut. Sowohl für die Rüstungsindustrie als auch für den Import neuer Fördertechnologien.

Wie geht es weiter?

Schwer zu sagen, ob der Ukraine-Konflikt tatsächlich die nötige Sprengkraft besitzt, um zum Sprungbrett in hinein in den dritten Weltkrieg auf europäischem Boden zu werden. Tatsache ist aber, dass ein tiefer Graben zwischen der aus Washington gesteuerten EU und der Russischen Föderation ausgehoben wurde. Die prowestliche und prorussische Propaganda in den Medien unterstützt das gegenseitige Misstrauen beider Seiten. Neue militärische und wirtschaftliche Allianzen auf dem Eurasischen Kontinent zwischen Russland als Energielieferanten und China als Energieabnehmer könnten zur neuen Herausforderung des Westens werden. Die allgemeine Verknappung fossiler Energieträger und weiterer lebensnotwendiger Ressourcen in Kombination mit einer weltweit steigenden Nachfrage birgt in jedem Fall die unvermeidliche Gefahr einer Konfrontation der Großmächte mit ungeahnten Folgen für die Menschheit. Dieses Grundproblem lässt sich auch von den Politikern nicht dauerhaft ignorieren.
Ein allgemeines Aufrüsten ist bereits im vollen Gange. Kein gutes Zeichen, wenn einem der Frieden am Herzen liegt. Denn eines hat die Geschichte immer wieder bewiesen: Kriege werden immer aus rein wirtschaftlichen Interessen geführt und niemals, um Menschenrechte zu verteidigen. Doch leider scheint der Weg hinein in ein unabhängigeres Leben ohne Ressourcenausbeutung viel schwieriger zu sein, als der Schritt in Richtung Blutvergießen.

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11 Kommentare

  1. Was hier absolut nicht passt, ist der Begriff „Annexion“.
    Denn das stimmt absolut nicht, ist aber anscheinend bei Vielen schon durch die Memetik als geistiger Virus verinnerlicht worden.

    • Nicht nur, dass Annektierung nicht passt (hat die Manipulation gewirkt?), Aussagen wie Diese hier sind meines Erachtens schlichtweg falsch:

      „Nach der Annektierung der Krim durch Russland, ist nun auch die Ostukraine in den Konflikt verwickelt worden… “

      Die Ostukraine ist doch nicht erst seit dem Russland-Beitritt der Krim zum Ziel von US-Tycoons geworden. Dort lagern Rohstoffe wie Kohle und Fracking-Gas, nach dem US-Unternehmen lechzen. Der Konflikt war gewollt – aber nicht wirklich von der Ukraine (deshalb der Putsch 2014), und schon gar nicht von Russland. Und genau dort will die NATO hin, genau an die russische Grenze!

      Ich glaube, gerade zu diesem Thema, sollte man auf Präzision in seinen Aussagen achten.

        • @Herr Sawyer

          Am Anfang Ihres Artikels:
          „Wer russische Staatskonzern Gazprom ist auf Europa als Abnehmer für Erdgas angewiesen.“

          Das soll keine Besserwisserei sein, aber es wirkt halt nicht so gut auf den Leser – gleich am Anfang eines Artikels.

          Nichts für ungut.

    • Da paßt vieles nicht.
      http://www.voltairenet.org/article186545.html

      https://daserwachendervalkyrjar.wordpress.com/2015/01/26/prasident-assad-israel-unterstutzt-terrororganisationen-in-syrien/

      Aber so einfach ist es nicht, die Herrschenden auf beiden polarisierenden Seiten gehören in allen Ländern zur plündernden Gruppe. Deshalb ist es möglich, die Menschen aufeinander zu hetzen.
      In der Ukraine dürften mehrere Veranstaltungen laufen:
      1. Bevölkerungsreduktion geleitet durch den Lenkungsausschuß der Bilderberger
      2. Die Liquidierung der als Firma geführten Ukraine, wegen dreimaligem Bankrott auf Anweisung der BIZ
      3. Die Etablierung des Gedankens in Europa, daß Kriege in Europa wieder möglich sind.
      Dazu werden Söldner auf allen…

  2. Ich muß sage das die beiden Teile zur Weltpolitik
    gut geschrieben sind.
    Das auch der Autor hier den Begriff “ Annexion “
    übernimmt ist nicht gerade geschickt.
    Ich habe auch festgestellt das eine Bilder zu
    Beiträgen nicht recht passen.
    Auch hier finde ich.Wenn ich schon die USA als Hauptakteur der unsicheren Lage in Europa ausmache dann bitte auch Bilder von Militärtechnik der USA und NATO.
    Denn oben das ist ein T 80 .Den haben die russische Armee und die Ukraine.

    • ab und zu zeigen die nachrichten die ausrüstung von amis und west europa für ukrainische arme!!!! VON HANDWAFEN BIS SCHWER TECHNIK; LETZTE DIL WAR MODERNE TANKEN!

  3. Zumindest im Ukraine-Konflikt wurde sehr spät abends, außerhalb der Wahrnehmung des deutsche Michels, etwas der Hintergrund beleuchtet… was etwas anders ausfällt, als das Staatsfernsehen mit A. Jazenjuk verbreitet:
    Einmischung der USA und Blackwater/Academi. Sicherheitsexperte Lüders sagte weiter, die Europäer würden langsam realisieren, der Konflikt in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland wären nur im Interesse Amerikas und nicht Europas. Speziell Deutschland hätte einen erheblichen Schaden erlitten. Die deutschen Exporte nach Russland sind laut Ost-Ausschuss-Chef Eckhard Cordes 2014 „um 18 Prozent oder umgerechnet mehr als sechs Milliarden Euro gesunken“. Die Folge könnte ein möglicher Verlust von 60’000 Arbeitsplätzen sein

  4. Ich halte dieses immer wieder vorgebrachte Argument einer Gaspipeline von Saudi-Arabien und Qatar nach Europa für nicht stichhaltig, um in Irak und Syrien einzugreifen.
    Eine solche Pipeline wäre weitaus einfacher durch Jordanien, weiter nach Zypern und dann in die Türkei zu führen. Jordanien ist ein kleines, relativ stabiles Land, das ggf. leicht „zu führen“ wäre …
    Gut, man müsste auch durch Israel gehen, da machen die Ölscheichs womöglich nicht mit. Eine weitere Möglichkeit wäre der Weg durch Ägypten, vielleicht parallel zum Suezkanal und dann nach Zypern – 400 km durchs Meer dürften ja kein Problem sein.
    Dann wäre diese instabile Region um Irak und Syrien umgangen.

  5. wir deutsche machen den die gleiche Fehler immer wider und wider sind wir den so hilflos gegen die Kriegstreiber das wir keine eigene friedliche Politik mit Russland bestreben können sind wir den so dämlich und lasen uns total unterjochen von den Engländer und den blutrünstigen Amerikaner Leute wir müssen endlich auf wachen unser weg ist mit Russland Hand in Hand unser meiden die machen uns seit Jahren ein Russen feindliches Bild wacht auf…………..