in Politik

Ob Armee, Rebellengruppen oder Terroristen – alle benötigen für ihren Kampf Logistik, Waffen und Transport. Auch der Islamic State (IS), der in Syrien derzeit große Teile des Landes besetzt halten kann. Schon Rom wusste, dass es seine besetzten Ländereien nur unter der eigenen Knute halten konnte, wenn es Legionen in die entsprechende Regionen bringen kann. So entstanden auch die Vielzahl an Straßen (vgl. „Alle Wege führen nach Rom.”), um die Soldaten und das Material (Waffen, Lebensmittel usw.) schnell und effizient dorthin bringen zu können, wo sie gerade gebraucht wurden.

Das vor kurzem öffentlich gewordene DIA-Dokument, das nachweist, dass die US-Regierung bereits seit 2012 wusste, dass IS eine Gefahr für die Region werden würde und die Entstehung IS zuliess (NEOPresse berichtet), um eigene Interessen verfolgen zu können, zeigt schon in die entsprechende Richtung.Wie schafft es also eine Terrororganisation Syrien, Libanon, den Irak und den Iran gleichzeitig zu besetzen bzw. zu bekämpfen? Woher kommen die notwendigen Ressourcen, um gebietsübergreifend die Bevölkerung unterjochen zu können? Wirklich nur – wie es uns durch die Hochleistungspresse (mit wenigen Ausnahmen) eingetrichtet wird – durch die Erlöse von Ölverkäufen auf dem Schwarzmarkt und durch Lösegeldforderungen?

Militäranalysten und ehemalige Soldaten, die noch die langen Konvois an Lastwagen mit Material, die erst die Invasion des Iraks in den 1990ern und auch in 2003 ermöglichten, in Erinnerung haben, dürften sich heute wundern, wo jene LKWs sind, die eigentlich IS einsetzen müsste, um diese Erfolge feiern zu können. Zudem dürften sie sich auch fragen – selbst wenn es diese LKWs geben würde -, warum sie nicht von den syrischen und irakischen Luftstreitkräften beschossen werden, um damit die Versorgungslinien des IS zu zerstören.

Beides lässt sich ziemlich einfach beantworten: Nach dem Angriffskrieg der NATO gegen Libyen gelangten Waffen und Terroristen über die Türkei nach Syrien, um dort gegen Assad eingesetzt zu werden. Das Ganze koordiniert von Mitarbeitern des US-Außenministeriums und der US-Geheimdienste in Benghazi. Die auch heute noch genutzten Versorgungslinien verlaufen dabei genau in den Korridoren auf denen weder die syrische, noch die irakische Luftwaffe Zugriff haben. Im Norden über das NATO-Mitgliedsland Türkei und im Südwesten über die US-Verbündeten Jordanien bzw. Saudi-Arabien.

Im Artikel CIA „running arms smuggling team in Benghazi when consulate was attacked“ (CIA ‘betrieb Waffenschmuggelteams in Benghazi als das Konsulat angegriffen wurde’) schrieb der London Telegraph 2013:

„[CNN] said that a CIA team was working in an annex near the consulate on a project to supply missiles from Libyan armouries to Syrian rebels.“
(‚[CNN] sagte, dass ein CIA-Team in einer Anlage in der Nähe des Konsulats an einem Projekt arbeitete, um Raketen aus libyschen Waffenbeständen an syrische Rebellen zu liefern.‘)

Ebenfalls 2013 erschien in der New York Times ein Artikel mit dem Titel „Arms Airlift to Syria Rebels Expands, With Aid From C.I.A“ (‚Waffenluftbrücke für syrische Rebellen erweitert, mit Hilfe der CIA‘):

„From offices at secret locations, American intelligence officers have helped the Arab governments shop for weapons, including a large procurement from Croatia, and have vetted rebel commanders and groups to determine who should receive the weapons as they arrive, according to American officials speaking on the condition of anonymity.“
(‚Aus Büros an geheimen Orten haben amerikanische Geheimdienstler arabischen Regierungen bei der Beschaffung von Waffen geholfen, darunter eine große Lieferung aus Kroatien, und haben Rebellenkommandanten und Gruppen geprüft, die bestimmten, wer die Waffen erhalten sollte, sobald sie angekommen waren, laut US-Beamten, die unter der Bedingung der Anonymität sprache.‘)

Wenig liest man in den Leitmedien, woher IS wirklich seine Unterstützung an Material, Logistik usw. erhält, damit er seine enorme Kampfkraft aufrecht erhalten kann – trotz Bombardements durch die USA. Doch einige Reporter haben über die schier endlosen LKW-Konvois berichtet, die die Terroristen mit Material versorgen: Aus der Türkei kommend konnten die Konvois problemlos die syrische Grenze passieren und unter dem Schutz der türkischen Luftwaffe ihren Weg fortsetzen. Versuche der syrischen Luftwaffe die Konvois und den Zustrom von Terroristen zu stoppen wurden von der türkischen Luftabwehr vereitelt.

Die „Deutsche Welle“ berichtete in dem Artikel „‘IS’ supply channels through Turkey“ (‚‘IS’ Versorhungslinien über die Türkei‘), dass sich der IS nicht mittels Schwarzölverkauf oder Lösegeld finanziert, sondern durch Hunderte LKWs pro Tag mit Waffen und Material versorgt wird, die über das NATO-Mitglied Türkei nach Syrien gelangen. Damit wurde letztendlich das bestätigt, was Geo-Analytiker seit spätestens 2011 schrieben: Der IS kann nur überleben, da es  von einer immensen, multi-nationalen Unterstützung -vorwiegend aus dem arabischen Raum wie Saudi-Arbien – einschließlich durch die Türkei, profitiert. Außerdem soll laut Berichten der Englischen Zeitschrift „International Business Time” und dem führenden Pakistanisch-Amerikanischen Kooperationsmagazin „The Express Tribune” der gefangengenommene IS-Kommandant Yousaf al Salafi im Verhör mit der pakistanischen Polizei behauptet haben, dass die IS-Brigaden aus den USA finanziell unterstützt werden. Um weitere Kämpfer im Kampf gegen Assad anzuwerben, soll er mit „600 US-Dollar pro Mann” bezahlt worden sein. (NEOPresse berichtet)

Ohne eine massive Versorgung mit Waffen, Lebensmitteln usw., ohne eine ausgeklügelte Logistik würde der „Islamic State“ bereits Geschichte sein. Und diese Unterstützung erfolgt über das Ausland. Daher ist es unwahrscheinlich, dass IS den Kampf in Syrien/Irak vorschnell verlieren wird. Denn um IS das Genick zu brechen, müsste man die vom Westen gestützten und betriebenen Versorgungslinien nach Syrien zerstören.

Doch das wird nicht passieren. Der Westen hat andere Pläne mit Syrien, mit dem Iran und dem Nahen Osten. Die USA/NATO haben nahezu die ganze Region unter Kontrolle, um ihre Interessen durchsetzen zu können. Und dabei ist ihnen offenbar auch die Gefahr eines Flächenbrandes, eines großen regionalen Krieges vollkommen gleichgültig.

Quellen:
Logistics 101: Where Does ISIS Get Its Guns?
CIA ‘running arms smuggling team in Benghazi when consulate was attacked’
Arms Airlift to Syria Rebels Expands, With Aid From C.I.A.
Washington Confesses to Backing “Questionable Actors” in Syria
‘IS’ supply channels through Turkey
NATO Using Al Qaeda Rat Lines to Flood Syria With Foreign Terrorists

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

  1. Klar, wieso auch… Palmyra, die „Stadt der Wüste“, ist nicht nur Überbleibsel einer wunderbaren Vergangenheit, sie ist ein strategisches Teilstück im regionalen Gleichgewicht. Deshalb ist es grotesk zu behaupten, die Syrische Arabische Armee hätte nicht versucht, sie zu verteidigen. In Wahrheit hat diese Armee gehandelt, wie sie immer seit der Ankunft der Söldner im Land gehandelt hat: Um die zivilen Verluste minimal zu halten, zieht sie sich zurück, wenn die Söldner in kleinen, koordinierten Gruppen (dank der Kommunikationsmittel, die ihnen der Westen liefert) vordringen, und sie schlägt zu, wenn sie sich neu gruppieren.

  2. Ja klar, die Türken können es nur gewesen sein… das werfen auch die Zoomischtischen Medien der Türkei vor… irgend etwas stimmt hier nicht (als Quelle die „Deutsche Welle” hier zu benutzen, da muss man wirklich krank in der Birne sein… ).

    Schon mal auf die Idee gekommen, das jemand diese Dinge vom Himmel runter regnen lässt… warum schreibt die „Deutsche Welle” nichts darüber – Warum „?“

    • Irgend jemand verschaukelt uns, aber ganz heftig.

      Heutzutage kann man ganze Panzerbataillon vom Himmel runter regnen lassen, da dürften die schweren Waffen/Nachschubversorgung überhaupt kein Problem sein – jemand hält uns für völlig Verblödet ! ! !

  3. Warum schreibt die „Deutsche Welle” & „Michael Lehner“ nichts darüber „IS wird u.a. mit Öllieferungen nach Israel und Europa finanziert“ – Warum „?”

    • Michael Lehner… isch warte auf eine Antwort – warum hast du noch nichts darüber geschrieben?

      Alkaida/IS führt Krieg gegen 2 mittelgroße Staaten .
      IS hat folglich Geheimdienstinformationen , enormen Waffenzufluß , eine ausgereifte Logistik ,
      exzellent großen finanziellen Hintergrund .
      IS hat offensichtlich außerordentlich mächtige Freunde .
      IS wird u.a. mit Öllieferungen nach Israel und Europa finanziert .

  4. Ich glaube IS ist nur der mittel zum Zweck einen Krieg anzuzetteln, als eine art Finte oder eine angeleinte zerzüchtete Bulldoge. Würd mich nicht wundern wenn IS demnöchst versucht Türkei zu überrennen und anschließend nach Osten weiterplündern, um den Ostern Herauszufordern. Oder US lässt die EU von IS überrennen. Ansonsten macht IS grundlegend keinen Sinn, wenn die schon so gut finanziert werden.