in Naher Osten

Der „tiefe Staat“ beschreibt an sich den „Staat im Staate“. Eine Institution also, die nicht gewählt wird, sondern die im Hintergrund agiert und den Staat, seine Führer und vor allem die entscheidenden Institutionen lenkt. Das wird zwar oft so behauptet, nur: Was ist dran am „tiefen Staat“? Wie real ist der „tiefe Staat“? Wir haben uns die Ursprünge angesehen. Die sind spannend.

Tiefer Staat in der Türkei

Zunächst tauchte der Begriff in der Türkei auf beziehungsweise wurde dort zumindest für unsere Neuzeit berühmt und bekannt. Der Tiefe Staat dort begründete sich aus dem Umstand, dass um 1970 die damalige kapitalistische Kemal-Klasse, wie die Schicht der Kapitalisten auch betrachtet wurde, um ihre Macht fürchten musste. Die Linke wurde immer stärker, zudem entwickelte sich der Widerstand der oppositionellen Kursen heftiger und heftiger.

Dagegen galt es – aus Sicht der Regierenden und aus Sicht des starken Militärs – etwas zu unternehmen. So bildete sich ohne öffentliche Diskussion oder gar Legitimation die Vorstellung, staatsterroristische Aktivitäten zu organisieren, um Schrecken zu verbreiten und gleichzeitig die Ordnungsmacht zu stärken. Die maßgeblichen Kräfte nahmen sowohl faschistische Gruppierungen wie die MHP als „Partei der Nationalen Bewegung“ ins Boot wie auch die „Grauen Wölfe“. Zudem wurden militärische Einheiten verpflichtet, die bei der Umsetzung der operativen Ziele helfen sollten.

Der Staat im Staat, der Tiefe Staat also, war tatsächlich eine Vernetzung bestimmter militärischer Gruppierungen, geheimdienstlichen Organisationen sowie Faschisten und auch der Regierungspartei. Im Jahr 1980 kam es dann zum Militärputsch, letztlich herbeigeführt durch den Tiefen Staat.

Erst 1996 wurde anlässlich eines Autounfalls deutlich, wie gut dieses Netzwerk funktionierte: Zu Tode kamen ein Mitglied der „Grauen Wölfe“, ein Abgeordneter der damaligen Regierungspartei DYP sowie der stellvertretende Polizeichef aus Istanbul. Alle saßen im verunglückten Fahrzeug. Zudem wurde in einem Untersuchungsbericht später festgestellt, dass die Grauen Wölfe noch vor dem Militärputsch 1980 gegen linke Oppositionelle eingesetzt worden waren. Auch die heutige Regierungspartei AKP von Erdogan ist lange Zeit Zielscheibe der Aktivitäten des Tiefen Staates innerhalb der Türkei gewesen, als es noch um die mögliche Herrschaft der kapitalistischen Strukturen ging.

Tatsächlich aber ist es auch und vor allem in der Türkei gelungen, nachzuweisen, wie der „Tiefe Staat“ zustandekommt, wer ihn trägt und dass es ihn tatsächlich gibt. Ein Musterbeispiel dafür, wie „wahr“ eine solche Verschwörungstheorie sein kann.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Der Tiefe Staat kam zuletzt beim NSU Skandal in Deutschland als Eisberg an die Oberfläche .
    NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ist natürlich nicht Programm sondern Feindbildproduktion . Wie heute weltweit „Tiefer Staat“ mehr den globalistischen linken Internationalismus repräsentiert und dieser wiederum das Feindbild „Rechts“ kreiert .

  2. Das ist ein sehr gutes Beispiel. Aber was ist in der BRiD? Da wird der tiefe Staat, also das BRiD-Regime mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker durch ein umerzogenes deutsches Volk aufrechterhalten. Denn es ist eines jeden Menschen in Eigenverantwortung überlassen, ob er nun grundgesetzwidrig Leute in den Bundestag wählt obwohl selbst das GG wegen fehlenden verfassungsgebenden Kraftakt rechtsungültig ist; oder ob er für eine tatsächlich volksherrschaftliche Verfassung eintritt. Die dann in ihren Bestimmungen einen tiefen Staat nicht mehr zuläßt.

  3. Nun ist der tiefe Staat mit Sicherheit keine Verschwörungstheorie, sondern Realität.
    Nur finde ich das Beispiel der Redaktion, so wie es dargestellt wird, nicht gerade prägnant.

    Umgekehrt wäre ein Schuh daraus geworden. Nämlich, wie konnte es sein, dass das streng laizistisch ausgerichtete System des Mustafa Kemal Atatürk – innerhalb weniger Jahre – in einen islamischen Staat umgewandelt wurde? Das war mit Sicherheit nicht der Volkswille. Darüber sollte generell nachgedacht werden, denn offensichtlich hatte der tiefe Staat zwei Eisen im Feuer. Die Gülen-Bewegung unterlag und der Gewinner Recep Erdogan entwickelte sich in einigen Fragen anders, als vorgegeben und nun wird der tiefe Staat wieder aktiv, diesmal mit seinen ureigenen Mitteln, dem Finanz- und Währungskrieg.

    Da finde ich den Querverweis von @brücke doch schon wesentlich klarer, einleuchtender und zielführender.