in USA

Von Karina Böckmann – Berlin (IPS) – Von der Super- zur Hypermacht, so beschreibt Subrata Ghoshroy, Verteidigungsanalyst am ‚Massachusetts Institute of Technology‘ (MIT) die Wandlung, die die USA seit dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion vollzogen haben – mit verheerenden Folgen für die globale Sicherheit: Das Wettrüsten geht weiter, Diplomatie und Völkerrecht werden entwertet.

Ghoshroy, ein Ingenieur indischer Herkunft, war selbst an der Entwicklung von Hochenergielasern beteiligt, bevor er der US-Rüstungsforschung den Rücken kehrte. Er informierte die Öffentlichkeit über erfolglose Star-Wars-Raketenabwehrtests durch US-Waffenvertragsfirmen. Am MIT, einer privaten Forschungsuniversität in Cambridge, Massachusetts, leitet er ein Projekt zur Förderung der nuklearen Stabilität in Südasien.

Der Wissenschaftler, ein ehemaliger Kongressberater und Analyst beim US-Bundesrechnungshof, nahm Mitte Mai an einem Berliner Symposium zum Thema ‚Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden – Militarismus und Militarisierung von Wissenschaft und Forschung damals und heute‘ teil. Er referierte über die Militarisierung der US-Forschung und deren Folgen.

Organisiert hatte die Veranstaltung das ‚Netzwerk 1914-2014‘, eine Allianz aus Friedensgruppen und Abrüstungsinitiativen wie den deutschen Sektionen der ‚Juristen und Juristinnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen‘ (IALANA) und der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW).

Erster Weltkrieg – Geburtsstunde von Massenvernichtungswaffen

Der Erste Weltkrieg führte zu einem dramatischen Wandel der politischen, sozialen, geostrategischen und wirtschaftlichen Landschaft weltweit und zu einer beispiellosen Technisierung und Verwissenschaftlichung des Krieges. Diese große „Urkatastrophe“ („great seminal catastrophe“), wie der inzwischen verstorbene US-Historiker und Diplomat George F. Kennan den Ersten Weltkrieg nannte, führte letztendlich zur „totalen Mobilmachung“ und zum „totalen Krieg“ Nazi-Deutschlands.

Aus Sicht der modernen Geschichtswissenschaft wären weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg ohne die Kriegstreiberei der Mehrheit der Intellektuellen des deutschen Kaiserreichs und ohne die wissenschaftliche Forschung, die sich für die Entwicklung von U-Booten, Kriegsflugzeugen, Panzern und Chemiewaffen einspannen ließen, möglich gewesen.

Wenn in jüngster Zeit westliche Staaten in bewaffnete Konflikte eingreifen, dann zunehmend mit ausgeklügelten Systemen, die die eigenen Verluste möglichst klein halten sollen. Robotisierung und Automatisierung von Waffen wie den angeblich zielgenauen Drohnen, die bereits tausenden Zivilisten das Leben kosteten, waren ebenfalls Thema des Symposiums. Im nachfolgenden Interview empfiehlt Ghoshroy den Europäern, die Initiative zu ergreifen und sich den NATO-Plänen der USA zu widersetzen. „Zunächst wäre es wichtig, die NATO aufzulösen.“

IPS: Herr Ghoshroy, wir erleben die fortgesetzte Militarisierung und Indienstnahme der Forschung für Kriegszwecke. Sind Friedensforscher wie Sie eine bedrohte Art?

Subrata Ghoshroy: Ich fürchte ja.

Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Disziplin der ‚Friedensforschung‘. Es gibt einzelne Kriegsgegner, die sich gegen Kriege artikulieren. Und dann gibt es US-Wissenschaftler aus der Tradition des Manhattan-Projekts, das von den USA geführte Forschungs- und Entwicklungsprojekt in den 1940er Jahren, das zur Entwicklung der ersten Atombomben führte. Alle Wissenschaftler von Top-Universitäten hatten daran mitgewirkt. Nach Projektablauf waren sie erklärte Atombombengegner. Diese ablehnende Haltung ist noch vereinzelt in US-Behörden anzutreffen. Vor allem in den physikalischen Einrichtungen finden sich Kriegsgegner, die offen über das Problem der militärischen Forschung sprechen und schreiben. Allerdings sind es nur sehr, sehr wenige.

IPS: Wie groß ist der Einfluss des US-Verteidigungsministeriums in Zahlen ausgedrückt?

Ghoshroy: In den USA investiert das Verteidigungsministerium etwa drei Milliarden US-Dollar im Jahr. In bestimmten Forschungsbereichen wie Physik- und Ingenieurswissenschaften – Weltraumforschung, Materialentwicklung, Mechanik, Chemie und Computerwissenschaften – dominiert die finanzielle Unterstützung durch das Militär. Wenn wir uns die Zahlen im Elektroingenieurswesen anschauen, werden 72 Prozent der gesamten US-Universitätsforschung vom Militär getragen, im Mechanikwesen sind es 60 Prozent, in den Computerwissenschaften 55 Prozent. Allgemein würde ich sagen, dass diese Disziplinen weitgehend vom Militär finanziert werden.

IPS: Seit wann gibt es die wissenschaftliche Forschung für militärische Zwecke in den USA? Und wie hat sie sich seit dem Ende des Kalten Krieges und dem 11. September 2001 entwickelt?

Ghoshroy: Die eigentliche Zusammenarbeit zwischen Forschung und Militär begann mit dem Manhattan-Projekt. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs 1945 hatte das Militär bereits Laboratorien an verschiedenen Universitäten wie dem MIT eingerichtet. Die Frage, die man sich damals stellte, lautete: Wie können wir die Zusammenarbeit fortsetzen? Daraufhin kam der Plan auf, die wissenschaftliche Forschung massiv über das Militär zu finanzieren. Politisch stand dem nichts entgegen. Der öffentliche Rückhalt dafür war nach dem Sieg über den Faschismus sehr groß.

Im Kalten Krieg herrschte der Gedanke vor, sich mit Hilfe von Wissenschaft und Technologie die Überlegenheit über die Sowjetunion zu gewährleisten. Dieses Paradigma der Nachkriegszeit und des Kalten Krieges hat sich auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gehalten. Dabei gibt es keinen großen Feind mehr, der die hohen Militärausgaben rechtfertigen würde. Allerdings holt China langsam auf. Universitäten, Streitkräfte und deren Rüstungsvertragsfirmen arbeiten Hand in Hand, um die
Rüstungsforschung voranzubringen.

IPS: Und wie ist das seit dem sogenannten Krieg gegen den internationalen Terrorismus?

Ghoshroy: Nach dem 11. September befand sich die US-amerikanische Öffentlichkeit in einer Schocksituation, was dazu führte, dass sie die Regierung mit weitreichenden Vollmachten ausstattete. Und ja, sie stattete das Militär und die Universitäten mit den finanziellen Mitteln aus, um jeden, der die wissenschaftliche Forschung im Kampf gegen den sogenannten Krieg gegen den Terrorismus unterstützen wollte, zu fördern.

Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Fördergelder sonderlich gestiegen wären. Diese gingen vor allem in Bereiche der nationalen Sicherheit. Doch fest steht, dass das Militär eine weitere Möglichkeit erhalten hat, die wissenschaftliche Forschung zur Bekämpfung dieses neuen Feindes zu unterstützen und auszuweiten.

Demonstration der Macht

IPS: Auf der Konferenz sagten Sie, dass seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Supermacht USA zur Hypermacht wurde. Was sind die Folgen?

Ghoshroy: Zunächst einmal war man von der neuen Machtkonstellation geblendet. Kontrollmöglichkeiten fielen weg, Gegenargumente zählten nicht. Als ich Berater des US-Kongresses war, hieß es immer, „wir sind maßgebend. Und wenn es auch ein paar Leute gibt, die Krach schlagen, macht das nichts. Wir sind diejenigen, die das Sagen haben.“

Die Menschen und die politischen Entscheidungsträger sind tatsächlich der Meinung, dass sie Gutes tun – obwohl sich in vielen oder den meisten Situationen gezeigt hat, dass dies nicht der Fall ist. Das ist sehr gefährlich. Andere Kulturen und Zivilisationen sowie deren Besonderheiten werden gar nicht verstanden. Alles wird der Sicht des ‚American Way‘ untergeordnet: „Unsere Demokratie, unser Verständnis von Demokratie, ist richtig, ungeachtet der Tatsache, dass auch andere Zivilisationen seit tausenden Jahren bestehen.“

Der Zusammenbruch der einen Supermacht Sowjetunion war die Geburtsstunde der Hypermacht USA. Das blinde Vertrauen in die Technologie hat den US-amerikanischen Unilateralismus befeuert, der oft als humanitäre oder präventive Intervention bezeichnet dargestellt wurde oder dem Ziel des Regimewechsels diente. Diese Hypermacht setzt sich vollständig über die Vereinten Nationen hinweg und widersetzt sich allem. Das hat in und außerhalb der USA zu Rechtlosigkeit geführt. „Wir mögen die Regierung im Irak nicht. Also muss sie weg.“

IPS: Sie sagten, dass neue US-Waffensysteme in verschiedenen Teilen der Welt getestet wurden. Könnten Sie einige Beispiele geben?

Ghoshroy: Einen Monat nach dem Fall der Berliner Bauer kam es zur US-Invasion in Panama (‚Operation gerechte Sache‘). Es debütierten F-117-Tarnkappenjäger und Hellfire-Raketen, die von Apache-Hubschraubern aus abgefeuert wurden. Und nach dem Zerfall der Sowjetunion – im Golfkrieg – wurden Tomahawk-Marschflugkörper gegen den Irak eingesetzt.

Der US-NATO-Krieg gegen Serbien 1999 wiederum war die Teststunde der ‚Predator‘-Kampfdrohne. Und seit dem Rückzug der USA aus dem ABM-Abkommen (zwischen USA und Sowjetunion zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen 2001) erleben wir, wie Weltraum-Satellitenbilder und Realtime-Kommunikation für kriegerische Zwecke genutzt werden.

Und denken wir an das Jahr 2001, als die USA und die NATO in Afghanistan einmarschierten. Wir erlebten, wie bunkerbrechende Waffen abgeschossen wurden. Und seit 2009 sind in großem Ausmaß Drohnen im Einsatz.

Es gibt im Grunde keinen Feind, der im traditionellen Sinn tatsächlich zurückschlagen könnte. Ich glaube, dass diese Kriege im Irak, Afghanistan und anderswo als Laboratorien dienen, in denen neue Waffen getestet und alte ‚aufgebraucht‘ werden, um noch mehr bauen zu können. Es geht um Geld.

„Der Knüppel ist immer da“

IPS: Erleben wir die Entwertung der Diplomatie?

Ghoshroy: Auf jeden Fall. Die US-Außenpolitik spricht immer von Diplomatie, die verglichen mit dem militärischen Aspekt jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die US-amerikanische Diplomatie bedeutet, mit leiser Stimme zu sprechen, doch den Knüppel in der Hinterhand zu haben. Das ist der Modus operandi. Der Knüppel ist immer da.

Diplomatie meint geben und nehmen. Die US-amerikanische Politik ist keine solche Diplomatie. Ja, es gibt US-Diplomaten, die mit irakischen Unterhändlern sprechen. Doch sobald die andere Seite dem US-Plan nicht folgt, ist es mit der Diplomatie vorbei. Man schert sich nicht um Diplomatie im ursprünglichen Sinne des Wortes, also der Aushandlung einer friedlichen Lösung durch Geben und Nehmen. Es gilt allein ein ‚entweder oder‘.

Doch allmählich schlägt die Stimmung um. Die US-amerikanische Öffentlichkeit ist für den Abzug aus dem Irak und aus Afghanistan. Ich stimme mit anderen Experten überein, denen zufolge die Zurückhaltung der USA, in den Syrienkonflikt einzugreifen, in Anbetracht des öffentlichen Widerstands ein Wendepunkt der amerikanischen Außenpolitik sein könnte – nach Erfahrungen wie dem beinahen Zusammenbruch der Wall Street, dem massiven Haushaltsdefizit und einer beispiellosen Rezession. Jahrzehntelange Kriege kosten mehr als eine Billion Dollar. Und der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Joseph Stiglitz, schätzt die tatsächlichen Kosten sogar auf über 30 Billionen Dollar.

IPS: Ist der wirtschaftliche Abwärtskurs eine Chance, den Militarisierungstrend umzukehren und die Militärausgaben zu drosseln?

Ghoshroy: Er gibt eine Chance. Aber gleichzeitig es ist sehr schwierig, den Militärhaushalt zu kürzen. Das Verhältnis zwischen Rüstungsfirmen und Politikern – ob Republikaner oder Demokraten – ist eng. Die Firmen finanzieren die Politiker und deren Wahlkämpfe; für Lockheed, Boeing und andere sind starke Lobbyisten am Werk. Und alle Parteien profitieren.

IPS: Gibt es überhaupt eine Chance, den Krieg gegen den Krieg zu gewinnen?

Ghoshroy: Das ist ein langsamer Prozess. In den USA fehlt es an einem politischen Bewusstsein. Das Land ist isoliert und in den Medien liest man nur das, was das Establishment vorgibt.

Auf Vietnam reagierte die Öffentlichkeit erst, als tausende Soldaten in Leichensäcken zurückkehrten. In Kriegen wie im Irak und in Afghanistan ist die Zahl der Opfer vergleichsweise gering. Und es gibt einen weiteren großen Unterschied: Die Soldaten, die in den Kriegen getötet werden, gehören nicht der Mittelschicht an, die das System beeinflussen könnte.

Und doch: Die Menschen sind zunehmend gegen diese Kriege, allerdings weniger aus moralischen denn aus wirtschaftliche Gründen.

IPS: Europäische NATO-Mitglieder kritisieren die USA nur selten für ihre unilateralen Kriegseinsätze. Was empfehlen Sie diesen Regierungen?

Ghoshroy: Ich habe auf verschiedenen Treffen gesagt, wie wunderbar ich es fände, wenn europäische Staaten wie Deutschland, die so sehr unter den Folgen von Kriegen gelitten und anderen Ländern so viel Leid verursacht haben, diejenigen sein sollten, die die Initiative ergreifen und sich den NATO-Plänen der USA widersetzen würden. Zunächst wäre es wichtig, die NATO aufzulösen.

Die NATO hätte zeitgleich mit dem Warschauer Pakt aufgelöst werden sollen. Und ich denke ferner, dass eine Beendigung der Kriegstreiberei in Europa ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Frieden wäre. So sehr sich die USA auch Asien zuwenden – die Konfliktpunkte befinden sich aufgrund der Nähe zum Nahen Osten nach wie vor in Europa. Es ist unselig, dass trotz des derzeitigen starken öffentlichen Widerstands gegen Militäreinsätze die französischen Sozialisten oder die Grünen in Deutschland die Stärkung der NATO unterstützen. Ich habe gelesen, was der ehemalige grüne Außenminister Joschka Fischer über Russland und die Ukraine geschrieben hat, dass er einen stärkeren NATO-Einsatz befürwortet. Mit Blick auf die Friedensarbeit ist das sicherlich nicht hilfreich.

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11 Kommentare

  1. Nato auflösen? Ich bezweifle, dass man damit das Böse aus der Welt bekommt.

    Was würde entstehen? Ein Machtvakuum.

    Wer könnte dies nutzen? Vielleicht ein aufstrebendes diktatorisches Regime wie z.B. das in Peking, welches sich gerade einen feuchten Dreck um die Ölförderrechte Vietnams kümmert?

    Und Rußland? Das tritt gerade das Völkerrecht in den Dreck und klaut seinem Nachbarn die Krim.

    Gleichgewicht der Mächte – vermutlich die momentan einzige Möglichkeit die Egozentriker hüben wie drüben in Schach zu halten.

    • Du gibst hier eine Menge interessanter und sinnvoller Kommentare ab. Aber im Fall Russland beharrst du verbissen auf dessen Bösartigkeit.

      „Völkerrecht in den Dreck“? Dass die Geschichte mit Krimübergabe an die Ukraine völkerrechtswidrig war ist unbestritten (hole dir doch die Meinung der Menschen vor Ort). Doch selbst unter diesen Umständen zog es Russland vor in 1991 Krim in der Ukraine zu lassen, selbst wenn sich damit eine Menge Probleme ergaben.

      Nur und nur der Geopolitischen Situation und USA ist es geschuldet, dass es so kam. Ansonsten wären schon bald NATO-„Freunde“ dort vor Ort.

      Es mag sein, dass wir in kommenden Jahrzehnten eine neue Diktatur erleben würden, doch ist im Moment dieser Platz exclusive USA vorbehalten..

      • Entweder ist die Krim ukrainisches Staatsgebiet oder nicht. Ist sie es, so war der russische Einmarsch völkerrechtswidriger Landraub…

        …ist sie es nicht, so hätte Rußland sie nicht an die Ukraine übergeben dürfen.

        Kaum ist die russische Marionette weggeputscht, marschiert Putin ein. Also so wie die USA in Nicaragua oder Panama.

        Ist die Krim russisches Gebiet? Oder hat sie es temporär durch Truppeneinmarsch, also wieder völkerrechtswidrig während der Zarenzeit besessen?

        Ist die Mißachtung des Völkerrechts durch Rußland analog an den japanischen Kurilen sowie Ostpreußen zu erkennen?

        • Noch ein mal, hoffentlich wird es auch bei außenstehenden ankommen:

          Russen und Ukrainer (mit Ausnahme von ganz westlichen Ukr. Bereichen) sind ein Volk. Viel mehr als Deutsche und Österreicher.

          Krim, wie auch Donezk, Lugansk und Charkov waren der Ukraine im Laufe der 20Jh. zugeteilt. Wären somit nach dem Zerfall der Sowijets in Russland zurückzuintegrieren. Die Ukraine selbst ist ein Ursprung Russlands und stand mehrere Jahre unter Kontrolle von Polen-Litauen bis es befreit wurde (15-16Jh.).

          Nun war Russland in 90en von USA politisch komplett unterwandert (Jenzin und Co.), ausverkauft und somit keine politische Macht besessen. Das Widersetzen dem Westen war erst jetzt möglich.

          Scheint an dir vorbei zu gehen – es ist EIN VOLK…

          • Sind Ukrainer und Russen wirklich ein Volk?

            Oder sind sie im 17. Jahrhundert gewaltsam vom Zarenreich der Russen okkupiert worden, wie es Wikipedia schreibt?

            Ein Volk, zwei Sprachen? Nicht sehr überzeugend.

            Zum Vergleich, Deutsche und Österreicher sprechen eine Sprache und manche halten sie dennoch für zwei Völker.

            Was sagen denn die Ukrainer – begrüßen sie den russischen Einmarsch – oder sehen sie sich als eigenständiges Volk?

            Und schließlich stellt sich doch auch die Frage, ob die Krim schon immer russisches Gebiet war oder analog zu den Ukrainern damals okkupiert wurde.

            Denn dann ist die heutige Okkupation ebenso ein Völkerrechtsbruch.

  2. Im Prinzip ist es vollkommen egal welche Völker auf der Krim leben.

    Russlands Schwarzmeerflotte liegt dort schon seit Jahrzenten und die Pacht für den Hafen ist auch schon für mehrere Jahrzente im voraus bezahlt worden.

    Einmarschiert ist da keiner, die sind einfach nur aus ihren Kasernen raus gekommen.

    Man überlege sich nur was los wäre, wenn die Russen den USA so auf den Pelz rücken würden…

    Was die auf der Krim lebenden Ukrainer sagen, darüber kann sich ein jeder anhand des Referendums wohl selbst ein Bild machen.

    Okkupiert wurde meiner Meinung nach in den letzten Jahrzenten eher vom Westen, bzw. der NATO, denn vom bösen Russen.

    • Man sage analog mal seinem Vermieter, dass man seine Wohnung nun übernommen habe – und dies sei keine Hausbesetzung.

      Hausbesetzung wird auch nicht durch Hausbesetzung anderer Krimineller legal.

      Entweder man respektiert die territoriale Integrität anderer Völker oder nicht. Das ist eine simple Grundsatzfrage.

    • Dieser Logik folgend könnten die Deutschstämmigen in Kentucky abstimmen und dann Deutsche Truppen in das neue Deutsche Bundesland einmarschieren lassen.

      Erklärt man sowas für legal wäre der Aufenthalt Anderststämmiger für jeden Staat unannehmbar und die Ukrainer hätten bei Staatsgründung die gesamten Russen nach Rußland zurückschicken müssen. Man müßte dann konsequenterweise auf ethnische Säuberungen in jedem Staat weltweit bestehen.

      Wo soll das denn hinführen?

      Nein, so kann man Putins Okkupation nicht legititmieren. Das war ganz einfach Landraub.

      • Die haben ihr Kriegsgerät gesichert und ein ordentliches Referendum abgehalten, völlig legitim.
        Die Krim ist seit ihrer Zugehörigkeit zu der Ukraine auch immer eine autonome Region mit eigenem Parlament gewesen.

        Ihrem Beispiel folgend hätten eher die Ukrainer der Insel verwiesen werden müssen, die Mehrheit ist ja wie man anschaulich sehn kann russisch.

        Und wie es auch schon gesagt wurde war die Krim ja russisch bis sie von Chruschtschow an die Ukraine verschenkt wurde.

        Auf ethnische Säuberungen bestehen? In welcher Welt leben Sie denn? Bzw wie kommen sie jetzt darauf?

        Die einzigen ethnischen Säuberungen die momentan stattfinden ereignen sich gegen die Palästinenser. Meiner Meinung nach.