Wer glaubt noch Hillary Clinton?

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte diverse rein dienstliche Schreiben. Tausende. Eklatant gegen elementare Geheimhaltungsvorschriften verstoßend von verbotenem privatem Server versandte Schreiben mit teilweise erkennbar kriminellen Inhalten.

Von Nikolaj Andreew – Zudem wurde damit die heuchlerische Doppelzüngigkeit und moralische Verkommenheit der Schreiberin nachlesbar offengelegt. Statt eines Rettungs-Versuches (mittels wenigstens juristisch exakter Gegendarstellung) gab es jedoch geballte Poesie, ein Buch als Antwort. Und das Gerücht über einen streng geheimen Plan, den Überbringer der kompromittierend kriminellen Nachrichten, Herrn Assange von Wikileaks, in der ecuadorianischen Botschaft in London zu befördern. Per üblicher Drohne oder Scharfschützen vom Leben zum Tode

An den Präsidentschaftswahlen in den USA habe ich zwar sehr wenig Interesse. Dennoch habe ich die „Geschichte meines Lebens“ von Hillary Clinton und aufmerksam gelesen. In jedem Fall muss man zu verstehen versuchen, was für ein Mensch demnächst im Weißen Haus sitzen wird.

Also, die Amerikaner erwartet wohl nichts Gutes

Hillary stammt aus einer einfachen Familie, sogar aus einer sehr einfachen. Einer armen. Der Vater war ein Verkäufer, verkaufte Stoffe. Die Mutter kommt aus einer Arbeiterfamilie.

Seit ihrer Kindheit hatte Hillary Interesse an der Politik. Dies rührte daher, dass die Mutter die Demokratische Partei aber der Vater die Republikaner unterstützten. Hillary stellte sich auf die Seite des Vaters. Und in ihrer Jugend verehrte sie Barry Goldwater (den die sowjetische Presse als Faschist beschimpfte). Aber Hillary war später enttäuscht von den Ideen der Republikaner und wurde zu einer Demokratin.

Bereits in jungen Jahren war Hillary eine ausgesprochene Aktivistin. Sie nahm an der Organisation der Pfadfinder und Girl Scouts teil, ihre ersten Hauptrollen. Dann in Jugend-Organisationen. Und als sie am College war – in der studentischen Bewegung. Weitere Hauptrollen. Und auch an der Yale University war sie unter den Aktivsten. Sie hatte reichlich Gelegenheit, ihre Führungsqualitäten auszuleben. Geld spielt natürlich eine Rolle, aber mehrheitlich ermöglichen es einem Ehrgeiz, Selbstvertrauen, Kenntnisse und Wissen, führende Positionen einzunehmen, wie in der Universität, so auch im Land.

Aus der „Geschichte meines Lebens“ erfahren wir mehr über ihre folgende Darsteller-Rolle: Als die Clintons in Arkansas lebten, hatten sie natürlich auch die ganze Aufmerksamkeit der Presse, Bill war zunächst in der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates und wurde dann sein Gouverneur. Aber was die Macht der Presse, der vierten Gewalt, wirklich bedeutet, haben sie am eigenen Leibe verspürt, als Bill Clinton zum Kandidat für die Präsidentschaft wurde.

Das war schon echter Horror, jeder ihrer Schritte, gewissermaßen als Live-Darsteller, wurde unter die Lupe genommen. Aber der Horror nahm noch hundertfach zu als Bill die Wahlen gewann . Die bescheidene, arme Hillary, die Darstellerin der Präsidentengattin sagt gutherzig hie und da irgendetwas und, … die Medien, Zeitungen, Fernsehen und Radio drehen alles jeweils so um, dass sie dann als Deppen-Darstellerin erschien.

„Wie ist das möglich?“: empört sich Hillary darüber. Viele Verzerrungen der Fakten und sogar Lügen werden einfach so als wahre Tatsachen behauptet. Hillary schreibt:

„Grenzen des Anstands existierten nicht mehr. Alle unschuldigen Äußerungen, in denen zweierlei Sinn hätte sein können, verbreiteten sich innerhalb von Sekunden anzüglich in allen Informationskanälen. Gerüchte verwandelten sich in Fakten. Die Presse konzentrierte sich ausschließlich auf die Details unseres privaten Lebens. Wir konnten zu unseren Wählern keine wichtigen Aussagen aus unserer Wahlkampagne durchstellen.“

Manchmal erwecken die Clintons sogar Mitleid. Aufgrund eines Artikels im „The Wall Street Journal“ beging ihr enger Freund aus Arkansas, Vince Foster, Selbstmord. Sie nahmen ihn zuvor mit ins Weiße Haus. Aber er hatte einen Anteil an der Watergate Affäre und er konnte die Hetze der Presse nicht ertragen. Und überhaupt sind es verdächtig viele Todesfälle unter denen, die nahe zu den Clintons standen. Journalisten zählten etwa 30 Personen, die entweder getötet wurden oder Selbstmord begingen.

Damals bildete sich bei Hillary Medienstar eine ablehnende Haltung zu den Medien heraus. Sie kam zu dem eindeutigen Schluss:

„Der Presse ist nicht zu trauen, sie lügt in jeder Zeile.“

Aber hier ist eine seltsame Sache: Hillary vertraut jedoch der Presse 100 prozentig, wenn die Rede auf die Aktionen der USA außerhalb des gelobten Landes kommt. Siehe Jugoslawien. Damals war gerade auf dem Balkan ein brutaler Krieg. Die amerikanischen Zeitungen und die Fernsehsender beschrieben empört, wie grausam die Serben Massaker an unterwürfigen und wehrlosen Muslime verübten.

„Das erinnert an die Gräueltaten der Nazis in Europa“, entsetzte sich Hillary. Und ihre Gedanken flogen weiter: „Um den Völkermord in Bosnien zu stoppen gibt es nur eine Möglichkeit, präzise Luftangriffe auf serbische Ziele“.

Hillary hatte komischerweise keinen Verdacht, keinen Gedanken daran verschwendet, dass vielleicht die amerikanischen Medien in diesem Falle auch gewohnheitsmäßig schamlos lügen? Oder dass die Medien vielleicht die Fakten verzerren? Vielleicht gekauft wären und irgendjemandes Wunsch zu erfüllen hätten? Was später bestätigt wurde: Alle Parteien im jugoslawischen Krieg waren grausam, nicht nur die Serben. Aber nur sie wurden zu Schurken ernannt.

Und da ist ein anderer Fakt, der etwas über die Präzision von Luftbombardements aussagt. Gerade zu Beginn der Präsidentschaft Bill Clintons kam es zu Zusammenstößen der Polizei im US-Bundesstaat Texas mit der Sekte „Branch Davidians“ (Zweig der Davidianer). Die Polizei versuchte, eine Durchsuchung auf der Ranch durchzuführen, wo die Sektenmitglieder lebten.

Sie empfingen die Polizisten jedoch unfreundlich mit Waffen und töteten vier Polizisten. Dann wurde, um fremde Opfer zu vermeiden, ein chirurgisch präziser Verteidigungs-Luftangriff auf die Ranch geführt. Mehr als 86 Personen sind chirurgisch-präzise dabei ums Leben gekommen, darunter Kinder. Die Schuld für das Geschehene wurde natürlich auf die Leiter der Sekte geschoben.

Mein Gott, wie „Oskar“-reif zeigte sich die Dame da betroffen. Über Hillary Clinton kann man zwar Vieles sagen. Aber man kann sie auch mit einem einzigen Wort treffendst kennzeichnen: Heuchlerin.

Quelle: kp.ru – Übersetzung: fit4Russland