in USA

Was geschieht heute mit der Supermacht USA? Warum verlor sie von ihrer Vormacht und verliert weiter ihre globale Führungsrolle dass sich sogar Duckdeutschlands Thinktank IPG traut, der Regierung einen Zwergenaufstand anzuraten, sich ein klitzekleines Bisschen abzunabeln? Ist das nur ein Niedergang der Wolfowitz-Doktrin? Oder haben vielleicht die sprichwörtlichen historischen Kräfte das amerikanische Volk verlassen?

Von Konstantin Blohin – Eines ist klar, die amerikanische Supermacht befindet sich in der Situation einer Systemkrise. Jedes Jahr schrumpft somit Washingtons Einfluss in diversen Bereichen: Sowohl im militärisch-politischen als auch im ökonomischen und im kulturellen. Der Verlust der Vorteile einer unipolaren Welt und die Bildung neuer Zentren der Macht, der wachsende Einfluss Chinas und die Konkurrenz seitens des Verbundes der BRICS-Staaten werden von Washington als die größte Bedrohung für die Positionen der USA wahrgenommen.

Und die Fähigkeit zur Vorzeige der militärischen Macht, die wirtschaftliche Macht und die Verwendung von „Soft Power“ sind für die USA die bestimmenden Indikatoren für die Erhebung oder den Niedergang der amerikanischen „Reiches der Freiheit“. Die UdSSR zeigte am Ende ihrer Existenz jedoch auch eine beeindruckende Leistung vor, brach aber trotzdem wie ein Kartenhaus zusammen. Kaum jemand, außer Social-Science-Fiction Schriftstellern konnte in den frühen 80–er Jahren des XX Jahrhunderts über einen möglichen Zerfall der UdSSR phantasieren, aber zehn Jahre später wurden selbst die dümmsten Vorstellungen schmerzliche Wirklichkeit.

Aber schließlich haben die Vereinigten Staaten von Amerika eine viel stärkere Wirtschaft und militärische Macht, als einst die Sowjetunion, jedoch entwickelt sich das amerikanische Imperium per ähnlicher Absturz-Flugbahn wie ihr einstig „existentieller“ Gegner, sogar noch steiler.

Ähnlich wie die Sowjetunion verwaltet US-Amerika die Basen und Truppen ihrer Verbündeten.

Amerika ist auch in einen endlosen Krieg in Afghanistan verwickelt.

Amerika ist auch ein ideologisch komplizierter Staat. Wie einst in der UdSSR, begegnen sich in den USA viele Rassen, Stämme, Kulturen, Religionen und Sprachen.

Schließlich erreichte Amerika auch seine Grenzen in der imperialen Entwicklung, zumindest nach Meinung des amerikanischen Publizisten Patrick Buchanan (Patrick J. Buchanan. The Death of the West: How Dying Populations and Immigrant Invasions Imperial Our Country and Civilization).

Was ist die nun die Ursache der globalen Schwächung Washingtons?

Eine große Gefahr für die nationale Sicherheit der USA bringen ihre inneren Bedrohungen, hauptsächlich dabei das als beständig genannte Probleme der Staatsverschuldung.

Noch im Jahr 2004 veröffentlichte der bekannte amerikanische Politikwissenschaftler, Philosoph und Soziologe S. Huntington das Buch „Wer sind wir? Herausforderungen der amerikanischen nationalen Identität„, das einen großen öffentlichen Aufschrei verursachte. Der Autor warnte die Amerikaner vor den zukünftigen internen Probleme, die für die USA in der Zukunft katastrophal sein könnten.

Heute müssen wir erkennen, dass der große „Schmelztiegel“ der USA sich „abgekühlt“ hat und die neu Ankommenden nicht zu jenen Amerikanern umgeformt werden, die einst den amerikanischen Traum träumten. Darüber hinaus sind die Werte des Lifestyles der USA nicht identisch sind mit den Werten und Idealen von Mexikanern oder Chinesen die in die USA kommen oder, zum Beispiel, Afro-Amerikaner, die sich zum Islam bekennen, gegen denen die USA nach dem Anlass des 11. September einen Chaos gebärenden „Kreuzzug“ im Nahen Osten initiierten.

Die Veränderung der „ethnischen Landschaft“ der USA – Ferguson nur als ein Symptom

Klassisches amerikanisches Englisch kann Sprache der nur wenigen weißen, angelsächsischen Protestanten bleiben, die nicht mehr den religiösen Kern der USA bilden können, um den sich alle anderen Amerikaner einst vereinigten. Prognosen nach, wird in etwa 40 Jahren die neue Amtssprache in den USA „Spanglish“ sein. Die Mexikaner, die kein Englisch lernen wollen, die auch ihre Muttersprache ein wenig vergessen, werden wohl eine eigene Sprache entwickeln. S. Huntington meint daraus ableitend, dass bis zum Jahr 2080 alle US-Südstaaten, bevölkert von zahlreichen Mexikanern, den USA feindlich gegenüber stehen würden und diejenigen, die sich nicht integrieren wollten, wohl mit Mexiko einen neuen Staat bilden würden. Die restlichen „Weißen Staaten“ wären dadurch gezwungen, sich mit dem „Europäischen Kanada“ zu vereinigen.

Infolgedessen wird Mexiko in der Lage sein, sein zuvor in den Kriegen mit den USA noch im XIX Jahrhundert verlorenes Territorium zurückzugewinnen. Sezessionen, wie die der Krim. Samuel P. Huntington prognostiziert, dass „die Mexikanische Einwanderung zu einer demographischen Rückeroberung der Bereiche führt, die die Vereinigten Staaten in den 1830er – 1840er Jahren besetzten. Fast ganz Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien, Nevada und Utah gehörten einst Mexiko. Den USA erst nach dem Texanischen Unabhängigkeitskrieg (1835-1836) und dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846-1848)“.

Im Ergebnis wird das Gebiet der Siedlungsschwerpunkte der Mexikaner, die „La Republica del Norte“, ethnisch nicht in den amerikanischen Schmelztiegel integriert sein. Ob diese Perspektive real ist?

Kürzlich wurde die Arbeit von Patrick Buchanan „Selbstmord einer Supermacht“ veröffentlicht. Der Autor gehört zu der fast vergessenen Strömung des Paleokonservatismus. Diese Analyse der Trends des Niedergangs in den USA und im Westen im Allgemeinen, verfügt über interessante Fakten und wagt ebenso wie Samuel Phillips Huntington logisch-schlüssige Vorhersagen.

Laut der Volkszählung 2010, werden die weißen Amerikaner bis spätestens im Jahr 2041 zur Minderheit werden, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung reduziert sich im Jahr 2050 auf nur noch 46 % der US-Amerikaner. Zu dieser Zeit werden sich die USA von der Zusammensetzung der Bevölkerung betrachtet, bereits zu einem Land der „Dritten Welt“ verwandelt haben: 54 % von 435 Millionen der US-Bevölkerung (nach Angaben des UN-Berichts „Perspektiven der Bevölkerungspolitik“ von 2006)) werden Einwanderer aus Asien, Afrika und Lateinamerika sein. „Unser Schmelztiegel ist nicht nur gerissen, er wird zum Wohle des Multikulturalismus beiseite gestellt, aus dem Weg geschoben“, – meint Patrick Buchanan.

In amerikanischen Schulen vermehren sich die Schießereien, in den Händen der Bevölkerung gibt es zu viele Schusswaffen; es gibt eine überproportionale Zahl an Tötungen von Afroamerikanern durch die „Diener des Gesetzes“ beispielsweise in Ferguson; es gibt rassische Probleme, die sich besonders heftig nach dem Hurrikan „Katrina“ in Seattle entwickelten; es gibt eine unvorstellbar große Anzahl von Strafgefangenen (25 % aller Gefangenen der Welt, 4 mal mehr als in China!) – ja wahrhaftig ist die USA ein „Gefängnis ganzer Völkerschaften“.

Übrigens, deutet der Bau von neuen Gefängnissen und Lagern auf das Ausmaß der beunruhigenden Schlussfolgerung über die wachsende Tendenz zur Faschisierung der amerikanischen Gesellschaft und die Stärkung eines Polizeistaates hin. Offenbar verläuft zwischen der Idee des amerikanischen Messianismus und der Ideologie Nazi-Deutschlands eine nur sehr feine Grenz-Linie, die unter bestimmten Umständen sehr leicht zu reissen ist.

Die neue Identität der USA

Dynamische ethnische Prozesse werden zwangsläufig Auswirkungen auf die Identität der USA haben. Es wird die ethnische Komponente als Quelle der Identität der weißen Amerikaner verschwinden. Gleichzeitig wird der steigende Einfluss der spanischsprachigen Gemeinschaft seine Auswirkungen haben, die Folge davon ist eine Tendenz zur sprachlichen und kulturellen Spaltung des bisherigen US-Amerikas. Da die Mexikaner in der Mehrheit Katholiken sind, wird sich die Kluft zwischen der bisher kosmopolitischen Identifikation der Elite der USA und dem Bekenntnis der Nation zur traditionellen Identität sicherlich noch weiter vertiefen.

Eine ins Stocken geratene Wirtschaftsmaschine

Der wirtschaftliche Abschwung, der im Jahr 2000 begann und die US-Leistungsfähigkeit um etwa 30% senkte, schlug sehr stark auf die wirtschaftliche Position der USA in der Welt zurück. Dabei geschah diese erhebliche Schwächung der Wirtschaftskraft in einer beispiellos kurzen historischen Zeitspanne. Die europäischen Großmächte hatten seit Ende der napoleonischen Kriege bis hin zum Zweiten Weltkrieg nichts Vergleichbares erlebt .

Von Dezember 2000 bis Dezember sank 2010 die Industrieproduktion in den USA zum ersten Mal seit der großen Depression und Amerika verlor mehr als 3 Millionen Arbeitsplätze im privatwirtschaftlichen Sektor. Zum beschämenden Symbol der Verringerung des Lebensstandards wurde das stolze Detroit, einst das „industrielle Herz“ der USA. Sein Stillstand beschädigt den Amerikanischen Traum. Im Frühjahr 2010 erklang die Nachricht, dass es in Detroit geplant sei, ein Viertel der Gebäude in der Stadt abzureißen, so dass diese Gebiete landwirtschaftlichen Charakter erhalten könnten.

Der Nobelpreisträger für Wirtschaft, Joseph Stiglitz erklärte traurig: „Der Amerikanische Traum ist ein Mythos“. Nach seinem Ende gibt es in den Vereinigten Staaten zu einem Neuanfang heute sowohl weniger Möglichkeiten im Vergleich zu Europa als auch im Vergleich zu jedem anderen Industrieland.

In Anbetracht der Krise in der Wirtschaft schreibt Patrick Buchanan, dass die Wirtschaftsleistung schlimmer als in der Periode von 1928 bis 1938 ist: „Heute arbeiten in Amerika fast doppelt so viele Menschen für die Regierung (22,5 Millionen), wie in der materiellen Warenproduktion (11,5 Millionen). Das ist eine fast vollständige Umkehrung der Situation von 1960, als wir 15 Millionen Arbeiter in der Herstellung von Gütern, der Warenproduktion hatten, aber nur 8,7 Millionen Beschäftigte ihr Gehalt von der Regierung“ erhielten (in: „Selbstmord einer Supermacht“).

Der moralische Niedergang Amerikas

In den USA existiert derzeit eine Religionsgemeinschaft, basierend auf der protestantischen Ethik. Aber auch mit der moralischen Selbstverwirklichung der Amerikaner ist alles sehr schlecht bestellt. Die amerikanische Gesellschaft ist frei von traditionellen Grundlagen geworden, das traditionelle Amerika stirbt ab. Die kulturelle Macht in den USA gehört seit langem jener antichristlichen Elite, die die akademische Welt, Hollywood und die Kunst regieren. Säkularismus wurde zur Staatsreligion von Amerika.

Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte sind die Protestanten jetzt eine religiöse Minderheit. „Wenn sich der Westen jedoch in eine hedonistische, aussterbende Zivilisation verwandelt, die ihre „Werte“ des Konsums in die ganze Welt exportiert, wird er schrumpfen und fällt, so wie viele Zivilisationen zuvor, und er fällt dann in die Dunkelheit. Der Glaube kann nicht scheitern, aber Menschen können es“, sagte Buchanan.

Die geistige Krise der USA hat sich als so tief erwiesen, dass sie das zuvor einheitliche amerikanische moralische Bewusstsein auf inzwischen unvereinbare Pole verteilte. „Das allgemeine gemeinsame moralische Fundament, auf dem einst die Nation stand, ist verschwunden“.

Der Rückgang der Geburtenrate, die totale de-Christianisierung Europas und Amerikas, die Herrschaft des Konsums und des Hedonismus, die Ideologie der „Toleranz“ und der Freizügigkeit, die gleichgeschlechtliche Ehe, Selbstmorde, Euthanasie, Abtreibung und kurzsichtige Außenpolitik führen zur Entwaffnung und Kapitulation des Westens vor den angereisten Asiaten und Mexikanern, die ihn nach und nach schlicht und ergreifend gar nicht mehr besiegen müssen, sondern nur noch zu absorbieren brauchen. Das ist nicht mehr die Prognose, sondern die Diagnose der Krankheit. Die ganze westliche Welt ist seit langem krank. Die amerikanische Flagge ist längst nicht mehr ein Symbol für die Größe der Vereinigten Staaten, sondern wurde zu einem schicken Attribut der Konsumkultur.

Am nächsten Tag

Die US-Elite konnte bisher immer geschickt auf solche Herausforderungen antworten, indem sie rechtzeitig aus ihren eigenen Reihen nationale Retter generierte. Die Demokratie hat bisher immer funktioniert! So reagierten die USA auf die Große Depression mit dem „Neuen Kurs“ von Roosevelt und John Keynes schlug ein Alternatives Modell der Wirtschaftsentwicklung vor.

Auf die Herausforderungen der wissenschaftlich-technischen Revolution und des Wettbewerbs im Weltraum mit der UdSSR reagierten die USA mit dem neuen Kurs des John Kennedy.

Kann die Elite der USA heute erneut eine Alternative anbieten und Amerika wieder attraktiver machen, mit dem Bild des aggressiven Mentors der Menschheit brechen? Die Antwort auf diese Frage kann nur die Zeit geben.

Konstantin Blohin ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des USA und Lateinamerika Sektors.

Quelle: riss.ru – Übersetzung: fit4russland

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar