in Politik

US-Präsident Donald Trump verhängte vor etwa einem Jahr Strafzölle auf in die USA exportierten Stahl und Aluminium. Sein Ziel war es Wahlkampfversprechen einzuhalten – vor allem Jobs zu schaffen in der amerikanischen Stahlindustrie. Die Bilanz jedoch ist ernüchternd, wie sich jetzt herausstellte.

Trumps Strafzölle halfen nur wenigen Unternehmen und schufen lediglich rund 200 Arbeitsplätze

„America First“, also „Amerika zuerst“ lautete seit je her ein Wahlkampfmotto vom 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Donald Trump versprach wieder Arbeitsplötze zu schaffen in der heimischen Stahlindustrie. Dafür beschloss der US-Präsident vor etwa einem Jahr Strafzölle auf ausländischen Stahl und Aluminium. Das Peterson Institute for International Economics untersuchte jetzt die Auswirkungen der Maßnahmen und kommt zu einer ernüchternden Bilanz.

Wirtschaftsexperte Jacob Kirkegaard, der für das Institut arbeitet, erläutert, dass nur wenige Stahl- und Aluminiumhersteller vom „Schutz der heimischen Produktion“ überhaupt profitieren konnten:

Sie konnten höhere Preise verlangen, weil ausländische Wettbewerber jetzt Importzölle zahlen müssen. Deshalb haben sie höhere Gewinne gemacht und einige Hochöfen wiedereröffnet.

Metallverarbeitendes Gewerbe leidet unter den Folgen der Strafzölle

Die Untersuchung ergab, dass amerikanischer Stahl zeitweise um bis zu 30 Prozent an Wert zunahm. Auch Löhne für bestehende Stahlarbeiter wurden in der Folge dessen angehoben. Arbeitsplätze jedoch haben die Strafzölle so gut wie keine geschaffen. Lediglich 200 Menschen wurden eingestellt – eine ernüchternde Bilanz für die Regierung in Washington.

„Statt weitreichend positiven Entwicklungen“, so Kirkegaard, „gab es negative Folgen für einige metallverarbeitende Unternehmen.“ Dazu gehören vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, die gemeinsam etwa 1,4 Millionen Amerikaner beschäftigen. Für diese Betriebe brachen Gewinne ein, denn Stahl- und Aluminiumpreise schossen schließlich in die Höhe. Auch die Autohersteller in den USA waren stark betroffen:

Sowohl Ford als auch General Motors haben gesagt, dass sie aufgrund der Schutzzölle jeweils Mehrkosten in Höhe von einer Milliarde Dollar hatten.

Nun kündigten sowohl Ford, als auch General Motors an, wegen der gestiegenen Produktionskosten Stellenabbau und sogar Werksschließungen in den USA vorzunehmen. Trump kritisierte diese Ankündigungen heftig, ohne jedoch einzusehen, dass er selbst diese Entwicklung herbeigeführt hat und weiterhin aufrechterhält. Zusammenfassend, so Kirkegaard, sind die Nachteile von Trumps Zöllen viel größer als die Vorteile oder die erreichten Umstände: „Jeder neugeschaffene Job bei den Stahlherstellern hat andere US-Unternehmen fast eine halbe Million Dollar gekostet.“

Trump droht mit neuen Strafzöllen, ungeachtet der Folgen

Donald Trump stört das alles wenig. Anstatt den Entwicklungen entgegenzuwirken, droht der amerikanische Staatschef lieber mit weiteren Strafzöllen. Vor allem für ausländische Autos. Dies träfe vorwiegend die deutschen und japanischen Fahrzeughersteller. Vorteile, so Wirtschaftsexperte Kirkegaard, hätten aber auch diese Zölle keine. Autos in den USA würden zehn bis 15 Prozent teurer. Die höheren Preise müssten die Verbraucher bezahlen. Das wird ihnen nicht gefallen.

Autor: Thomas Schmied

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  1. Nun haben auch wir auch ein Druckmittel gegenüber den USA, den Boykott von Boeing. Indonesien hat schon storniert, weitere werden sicher folgen, denn das Vertrauen ist dahin. Erst musste die ganze Welt Flugverbot erlassen bis Trump, Boeing und die Behörde reagierten. Boeing hält es nach wie vor für sicher auch ohne Update.