in USA

Am Dienstag gab Senator Ron Wyden dem Sender MSNBC ein Interview zur Lage in Fukushima. Er appellierte an die politischen Verantwortlichen, Japan Hilfen zu schicken. Hinter den Kulissen befürchtet man, dass beim nächsten Beben Tokio evakuiert werden muss.

Die einführenden Worte mögen für einen uninformierten Leser stark überspitzt klingen, die Situation ist aber tatsächlich so ernst, wie ich sie oben beschreibe. Bereits am Montag berichtete ich im Artikel „Fukushima: Eine tickende Zeitbombe“ über die Situation in Reaktor 4.

Ein Erdbeben in dieser Region ist nach Aussagen von Experten sehr wahrscheinlich, denn eine Studie der japanischen Tohoku Universität legt genau dies nahe: Ein zweites Beben, bei dem das Epizentrum noch näher an Fukushima liegen wird.

Führt man sich dann vor Augen, dass der aktuelle Plan des Kraftwerkbetreibers Tepco eine Zeitspanne von zehn Jahren für die Verlagerung der abgebrannten Brennstäbe vorsieht, kann man nur fassungslos den Kopf schütteln. Das Abklingbecken ist jetzt schon angeschlagen und dürfte das nächste Erdbeben nicht überstehen.

Weltweit sparen die Massenmedien dieses Thema komplett aus, bisher konnte ich nur zwei Berichte finden, die sich überhaupt damit befassten. Der erste wurde von Russia Today Ende März veröffentlicht, es handelte sich um ein Interview mit dem Nuklearexperten Kevin Kamps.

Der Zweite stammt von der Sendung „Morning Bird“ des japanischen Senders TV Asahi und wurde am 8. März gesendet. TV Asahi ist der zweitmeist gesehene Sender in Japan. Der Reporter Toru Tamakawa berichtet während dieser Sendung über seine Nachforschungen zum Reaktor 4. Dazu führte er ein Interview mit Dr. Hiroaki Koide von der Kyoto Universität. Koide hat dort am Institut für Reaktorforschung eine Asisstenzprofessur.

Laut Koide müssen die abgebrannten Brennstäbe mit einem Kran aus dem Abklingbecken geholt werden. Das Problem ist allerdings, dass das Becken in Reaktor 4 mit insgesamt 1535 abgebrannten Brennstäben zu 97 Prozent belegt ist. Nach Ansicht Koides könnte es mehrere Jahre dauern, um das gesamte radioaktive Material zu entfernen.

Der Reporter Tamakawa hakt nach und fragt den Wissenschaftler: „What if a destructive earthquake strikes during those years?“
Koide: „That will be the end!“
Tamakawa: „The end?“
Koide: „Yes.“

Danach Sprachlosigkeit im Studio. Tamakawa erklärt den geschockten Moderatoren, dass es laut Dr. Koide kein starkes Erdbeben braucht, um eine Katastrophe auszulösen und sollte dann Wasser aus dem Becken austreten, wäre es das Ende für eine weite Region Japans einschließlich Tokios.

Tepco veröffentlichte am Montag eine Pressemitteilung, wonach am 23. März mit der Vorbereitung für den Bau dieses Krans oder einer anderen Vorrichtung begonnen wurde. Die Hauptarbeiten sollen dann an diesem Dienstag, den 17. April, beginnen. Laut Tamakawa wird mit dem Verlagern der Brennstäbe erst im Dezember (!) nächsten Jahres begonnen.

Die Reaktion im Studio: „December next year? No kidding?“
„The members of Diet who want to resume, I want them to resign.“
„We need to reconsider this issue.“

Das Interview mit Senator Ron Wyden:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7f9mdgy0CPE[/youtube]

ZDFzoom HD vom 07.03.2012 – Die Fukushima Lüge

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=O5dqVIHzAEA[/youtube]

Ähnliche Artikel: Fukushima: Ein Jahr nach der Tsunami-Katastrophe

(orwellschewelt.blogspot.com)

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