in USA

Im vergangenen Monat hat die Kongress-Abgeordnete Tulsi Gabbard auf CNN Washingtons Syrien- Strategie entlarvt.

In einem bemerkenswert offenen Interview mit Wolf Blitzer, nannte Gabbard Washingtons Vorgehen, Assad zu stürzen, „kontraproduktiv“ und „illegal“ bevor sie einen Schritt weiter ging, und die CIA beschuldigte, genau die Terroristen zu bewaffnen, die vom Weißen Haus als „geschworene Feinde“ bezeichnet werden.

Kurz gesagt, sagt sie der amerikanischen Öffentlichkeit, dass die Regierung sie belügt und es möglicherweise damit endet, ungewollt einen „Dritten Weltkrieg“ auszulösen. Das war vor Paris.

Nun, nach den Angriffen hatte Gabbard offenbar genug von Washingtons Schwanken im Kampf gegen den Terror, den man nur so führt, dass die ISIS weitermachen kann, Assad zu destabilisieren, und nun hat die eiserne Demokratin aus Hawai mit Unterstützung der anderen Partei einen Gesetzes-Vorschlag gemacht, um den „illegalen Krieg“ zum Sturz von Assad zu beenden.

Gabbard, die in Irak kämpfte – zweimal – hat sich mit dem Republikaner Austin Scott zusammengetan für die Vorlage. Hier ist AP- Meldung:

„In einer ungewöhnlichen Allianz haben eine Demokratin und ein Republikaner sich zusammengetan, um die Obama-Verwaltung zu drängen, den Versuch zu beenden, den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu stürzen und alle ihre Anstrengungen darauf zu richten, die IS-Kämpfer zu zerstören.“

Die Demokratin Tulsi Gabbard und der Republikaner Austin Scott legten am Freitag eine Gesetzes-Vorlag auf, um, wie sie es nannten, einen „illegalen Krieg“ zum Sturz des syrischen Führers Assad zu beenden, der beschuldigt wird, zehntausende syrische Bürger in einem 4-jährigen Bürgerkrieg getötet zu haben, und der in einen Kampf gegen IS-Extremisten, auch als ISIS bekannt, verwickelt ist.

„Die USA führen zwei Kriege in Syrien,“ sagte Gabbard, „der erste ist der Krieg gegen die ISIS und andere islamische Extremiste, der nach dem Terroristen-Angriff von 9/11 vom Kongress gebilligt wurde. Der zweite Krieg ist der illegale Krieg, die syrische Regierung von Assad zu stürzen.“ Scott sagte: „Daran zu arbeiten, Assad zu diesem Zeitpunkt zu entfernen ist kontraproduktiv für das, was ich als unsere wichtigste Mission halte.“

Seit 2013 hat die CIA geschätzte 10 000 Kämpfer ausgebildet, wobei die Zahl, die mit den sogenannten moderaten Kräften kämpfen, unklar ist. Die CIA-gestützten Rebellen in Syrien, die anfingen, Assads Armee unter ernsten Druck zu setzen, stehen jetzt im russischen Bomben -Hagel mit wenig Aussicht, von ihren amerikanischen Herren gerettet zu werden, sagt ein US-Beamter.

In all den Jahren sind die CIA-Bemühungen gescheitert – so sehr, dass im Sommer von einigen Leuten im Kongress vorgeschlagen wurde, das Budget zu kürzen. Einige CIA-Rebellen wurden gefangen genommen, andere sind zu den Extremisten übergelaufen.

Gabbard beklagte, dass der Kongress die CIA-Bemühungen nie gebilligt hat, obwohl Geheimprogramme nicht der Zustimmung des Kongresses bedürfen, und das Programm den Geheimdienst-Komitees wie vorgeschrieben vorgelegt wurde.

Gabbard argumentiert, dass der Sturz-Versuch Assads kontraproduktiv sei, weil er dem IS hilft, den syrischen Führer zu beseitigen und ganz Syrien unter Kontrolle zu bringen. Wenn es dem IS gelingt, die Waffen der syrischen Armee, die Infrastruktur, das Material an sich zu reißen, wird die Gruppe noch gefährlicher als sie schon ist und die Flüchtlingskrise wird noch größer.

Und täuscht euch nicht, das Verständnis von Tulsi von Washingtons absurder Nah-Ost-Politik reicht weit über Syrien hinaus. Gabbard kennt das ganze Bild. Sie hat folgendes zu sagen über die Idee, dass die USA überall und immer Regime zu stürzen versuchen soll, wo Menschenrechtsgruppen behaupten, es gäbe Beweise von Unterdrückung:

„Die Leute sagten genau das gleiche über Saddam (Hussein), das gleich über (Moammar) Gaddafi, und die Ergebnisse der beiden gescheiterten Regime-Wechsel mit anschließenden Wiederaufbau sind absolut; sie sind nicht nur gescheitert, sondern sie haben wirklich den Feind gestärkt.“

Jemand sollte Langley [Geheimdienst-Zentrale. D. Ü.] anrufen, dass diese Frau gestoppt werden muss. Hier spricht Gabbard in dieser Woche mit dem CNN. Es gibt endlich Hoffnung für das US-Publikum.

Vielleicht, wenn die ratlosen Massen nicht „verrückten“ Rand-Blogs oder Sergei Lawrow hören wollen, dann vielleicht eine US-Kongress-Frau, die zweimal im Irak Dienst tat, und jetzt den Amerikanern erzählt, dass das Weiße Haus, das Pentagon und vor allem die CIA alle zusammen dabei sind, einen „illegalen“ Versuch zum Sturz einer Regierung eines souveränen Landes zu machen und dabei genau die Extremisten bewaffnen, die Zivilisten an Orten wie Paris angreifen.

Viel Glück, Tulsi, und danke für den Beweis, dass es wenigstens eine Person im Beltway gibt, die nicht entweder unehrlich oder naiv ist.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

30 Kommentare

    • Hey Mickey,
      ja wirklich, man weiß manchmal garnicht mehr wohin mit all dem Hass. Ich kann mich teilweise auch nicht mehr beherrschen bei all dem Wahnsinn der grad stattfindet. Ich versuch die Wut aufzuheben für die denen sie gehört. Unsere Stunde kommt noch … ! Bis dahin „ruhig Blut“ !

  1. Jemand gibts nicht
    Veröffentlicht: 25.11.15 00:27 Uhr

    Die Nato ist hypernervös, weil sie merkt: Im Falle eines russischen Sieges in Syrien kommt die Wahrheit über das Verhältnis des Nato-Mitglieds Türkei zum Islamistischen Terror (IS) ans Licht. Wenn die Flüchtlinge zurückkehren können, fehlt Erdogan plötzlich das Faustpfand für seine Erpressung. Es ist eindeutig, wer in diesem Konflikt ein Interesse an einer Eskalation hat.

  2. Die Reaktionen des westlichen Bündnisses auf den Abschuss eines russischen Kampfbombers zeigen, dass die Nato sehr nervös ist. Sie ist drauf und dran, die Kontrolle über Russland in Syrien zu verlieren. Der türkische Ausritt, der mit großer Wahrscheinlichkeit von den Geheimdiensten geplant worden ist, trägt mehr den Charakter einer ratlosen Symbolhandlung als einer durchdachten Kommando-Operation. Der russische Botschafter bei der Nato, Alexander Gruschko, nannte das Statement ein Schattenspiel.

  3. Der Nato und den Geheimdiensten schwimmen in Syrien die Felle davon: US-Präsident Barack Obama fährt seit Monaten für einen anderen politischen Kurs, als dies die Nato und die Dienste gerne sehen würden. Obama will aus dem Syrien-Krieg aussteigen. Er räumt ein, dass die Mission gescheitert ist – und mit ihr das Modell des «regime change» zumindest schwer beschädigt. Obama hat mit Russlands Präsident Wladimir Putin vereinbart, dass die Russen das Thema IS übernehmen. Das war für die Neocons, die Nato und die Dienste eine verheerende Demütigung.

  4. Danach hat Russland begonnen, auch Terroristen zu bekämpfen, mit denen sich die US-Militärs verbündet haben. Putin hat sich von Anfang an gegen den Wunsch der westlichen Militärs gestellt, ihre Machenschaften in Syrien zu decken. Nun sind der IS und die Militärberater der Türkei und des Pentagon knapp vor der Niederlage in Syrien.

    Das weiß auch US-Präsident Obama. Seine Botschaft an Putin ist daher auffallend diplomatisch: Bei einem «Strategiewechsel» Moskaus gebe es «große Möglichkeiten» zur Kooperation, sagte Präsident Barack Obama nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident François Hollande im Weißen Haus. «Russland ist willkommen, Teil unserer breiten Koalition zu sein.» Es ist Obamas halbherziger Versuch, der Nato das Gefühl zu…

  5. Doch warum sollte Russland ausgerechnet jetzt seine Strategie wechseln? Die Russen haben mehrfach gesagt, dass sie sich nur militärisch in Syrien engagieren, weil die Nato versagt hat. Das ist glaubwürdig, weil die Russen wissen, dass ein Kampf gegen die Terror-Nester alles andere als einfach ist. Um nicht wie die Amerikaner im Niemandsland zu landen, haben die Russen geschickte Allianzen mit dem Iran, dem Irak und China geschlossen und haben sogar Israel in den Informationsfluss einbezogen.

  6. Doch die Hauptsorge der Nato und der Türkei im Besonderen liegt in der Gefahr, dass ein russischer Sieg die Machenschaften offenlegen könnte, wie der Westen und vor allem die türkische Regierung mit Terroristen in der Region kooperiert. Es wird sich dann auch die Flüchtlingsdiskussion in einem anderen Lichte zeigen, wenn nämlich klar wird, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Flüchtlinge in zynischer Weise als Faustpfand für seine Ambitionen missbraucht hat. Es wird sich außerdem zeigen, dass der Krieg Erdogans gegen die PKK ein völlig unverhältnismäßiger Krieg ist, in dem die Zivilbevölkerung der Kurden brutal attackiert wurde. Man wird zugleich erkennen, dass der Westen mit dieser türkischen Regierung und mit…

  7. Noch kann Erdogan die völlig unfähige EU und eine total überforderte deutsche Kanzlerin erpressen – indem er Milliarden an Schutzgeld für die Flüchtlinge fordert. Doch wenn es den Russen tatsächlich gelingt, Syrien zu befrieden – und zwar so, dass ein Großteil der Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren kann – dann hat Erdogan auf einmal schlechte Karten. Die Türkei unter Erdogan ist natürlich völlig ungeeignet, in die EU aufgenommen zu werden. Das weiß auch in Brüssel jeder.

  8. All diese Aussichten rechtfertigen aus Sicht der Regierung Erdogan und der Geheimdienste den Abschuss eines russischen Kampfjets. Sie brauchen die Eskalation, weil sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Das macht in diesem Konflikt auch Erdogan zum eigentlich Unberechenbaren. Er hat viel zu verlieren.

  9. 25.11.2015
    Markus Gärtner

    Gibt es überhaupt noch etwas, das Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik umdenken lässt? Heute früh ereilen uns zwei Meldungen, die zumindest das Zeug dazu hätten. Der französische Ministerpräsident Manuel Valls appelliert an die Europäische Union, einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge zu verhängen.

    Und der Ökonom Bernd Raffelhüschen rechnet vor, dass selbst bei einer erfolgreichen Integration der vielen Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt binnen sechs Jahren die Zusatzkosten langfristig 900 Milliarden Euro erreichen können. Selbst das reiche Deutschland ist für so etwas nicht gerüstet.

  10. Sorry aber man verliert langsam den Überblick wer gegen welche Seite überhaupt kämpft. Inoffiziell sind ja inzwischen alle Großmächte der Welt vertreten. Und irgendwie hat jeder seine eigenen Interessen.. Also ich habe inzwischen völlig denn Überblick verloren..

  11. Nochmal die Frage, da niemand reagiert. In dem Text kommt dieser Satz vor, „Jemand sollte Langley [Geheimdienst-Zentrale. D. Ü.] anrufen, dass diese Frau gestoppt werden muss.“
    Ist das ein Insider? Ein Witz, oder was hat der zu bedeuten?

    @Schmidt
    Ich mag deine Kommentare. Wäre aber schön, wenn du nicht mitten im Satz…

    • Ja, sehr richtig bemerkt !
      Da fragen wir doch mal den Autor Einar Schlereth welch‘ „kleines Malheur“ ihm hier passiert ist !
      Haben Sie vergessen den Satz rauszunehmen ?
      Wollten Sie entsprechend ihrer Gesinnung ursprünglich etwas ganz anderes schreiben ?
      Befindet sich der Satz normalerweise in einem ganz anderen Artikel für ein anderes Medium und ist hier versehentlich „gelandet“ ?
      Stammt der Satz von Ihnen ? Oder, wer hat ihn wann gesagt und in welchem Zusammenhang ?

  12. Auch wenn Sie sympatisch scheint, dennoch ist Sie doch nicht besser als der Rest der verlogenen Politbande. Wenn die Dame der Meinung ist, nur ein Krieg in Syiren sei ilegal dann tickt Sie doch nicht anders als alle anderen. Sie war im Irak und dies zwei mal!! Hat somit an einem Völkergenozid teilgenommen ( ca. 1 Mio. toten Iraker/innen), dadurch internationales Recht mehrfach mit Füssen getretten und von der berühmten territoriale integrität suveräner Staaten hält Sie genau so wenig wie Bush und Obama.

    Kurz gesagt, weibliche Version des Obama, bevor er Präsident wurde.

    • Also, ich mach mir dahingehend auch so meine Gedanken.
      Mal davon abgesehen, dass die Aktion auch eine Alibifunktion erfüllen könnte (wer kann das hier schon prüfen ?), wird sie bei tatsächlicher Eingabe im weißen Haus nur ein amüsiertes Lächeln ernten. Was sollte die Welt (u. die First Lady) auch denken, wenn der „mächtigste Mann der Welt“ seine Kriegspläne wegen einer hübschen Frau ändert ?! Die Steilvorlage müsste schon von einem altgedienten Republikaner kommen.
      Ich verbuche die Nachricht unter der dankenswerten Absicht uns mal eine postive zu schenken !