in USA

Die neokonservative US-Unter-Staatssekretären Victoria Nuland telefonierte über eine ungesicherte Leitung mit dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey R. Pyatt, wobei dieses Gespräch von Russland abgehört und veröffentlicht wurde. Dabei machen die beiden Diplomaten keinen Hehl daraus, dass die Vereinigten Staaten ihr eigenes Süppchen in dem gespaltenen osteuropäischen Land kochen.

Während nämlich die EU stark auf die integrative Wirkung Klitschkos setzt, wollen die Amerikaner die Macht an ihren Vasallen Jazenjuk übertragen sehen. Klitschko gilt ihnen als politisch zu unerfahren. Jazenjuk hingegen als Nachfolger Timoschenkos wird ein treuer US-Vasall sein, wie es schon seine Vorgängerin war, und die Ukraine an US-Konzerne ausverkaufen.

Das Gespräch können Sie hier im Originalton hören, und unten in der deutschen Übersetzung nachlesen.

Victoria Nuland: Was denkst du?

Geoffrey R. Pyatt: Ich denke, wir sind im Spiel. Das Klitschko-Stück ist hier natürlich das komplizierteste Teilchen, vor allem, da er als stellvertretender Ministerpräsident angekündigt wurde. Du kennst meine Notizen über die aktuellen Probleme der Ehe, und wir versuchen, eine sehr schnelle Lesung zu bekommen, um zu erfahren ob er ein Teil des Teams ist. Aber ich denke, dass deine Argumentation was ihn betrifft, was du ihm sagen musst, ich glaube, das ist der nächste Anruf, den du organisieren willst, ist genau der, den du schon Yats [Anmerkung: Jazenjuks Spitzname] gegeben hast. Ich bin froh, dass du ihn an die Stelle gesetzt hast. (…unverständlich…) Er passt in dieses Szenario. Und ich bin sehr froh, dass er sagte, was er gesagt hat.

Nuland: Gut. Ich glaube nicht, dass Klitsch [Anmerkung: Klitschko] in der Regierung sein sollte. Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist.

Pyatt: Ja, ich möchte sagen, ich denke…… in Bezug auf ihn nicht in die Regierung zu gehen… ich würden ihn draußen zu lassen, damit er sich seinen politischen Hausaufgaben widmet. Ich denke nur, im Hinblick auf die Art um den Prozes weiter zu bringen, wollen wir die gemäßigten Demokraten zusammenhalten. Das Problem werden Tyahnybok [Anmerkung: Führer der Rechtspartei „Swoboda“] und seine Jungs sein. Und weißt du, ich bin mir sicher, dass dies ein Teil der Berechnung von Janukowytsch ist.

Nuland: Ich denke Yats, das ist der Kerl. Er hat wirtschaftliche Erfahrung und Regierungserfahrung. Er ist der Kerl. Weißt du, was er braucht ist, dass Klitsch und Tyahnybok im Abseits bleiben. Er muss mit ihnen vier Mal pro Woche reden. Weißt du, ich denke gerade, dass wenn Klitschko hineinkommt, er auf dieser Ebene mit Jazenjuk arbeiten muss, und das wird nicht funktionieren…

Pyatt: Ja, ja, ich denke, es ist wahr. OK, gut. Willst du, dass wir als nächsten Schritt einen Anruf bei ihm vorbereiten?

Nuland: Meine Auffassung des Anrufs, von dem du sprichst, ist, dass die drei Großen an ihrer eigenen Sitzung teilnehmen und dass Yats ihnen in diesem Kontext ein Angebot macht. Weißt du, ein Gespräch „drei plus eins“ oder „drei plus zwei“ wenn du teilnimmst. Verstehst du das so?

Pyatt: Nein, ich denke, dass es das ist, was er vorgeschlagen hat, aber da wir ihre interne Dynamik kennen, als Klitschko der Platzhirsch war, wird er sich Zeit nehmen, bevor er in einer ihrer Sitzungen auftaucht und muss bereits dabei sein mit seinen Jungs zu reden. Also ich denke, wenn Du dich direkt an ihn wendest, würde es beim Persönlichkeitsmanagement mit den Dreien helfen. Das gibt dir auch die Möglichkeit, das alles schnell zu behandeln, und wird uns erlauben dahinter zu sein, bevor sie sich zusammensetzen und er erklärt, warum er nicht einverstanden ist.

Nuland: Okay. Gut. Ich bin glücklich. Warum sprichst du ihn nicht an um zu sehen, ob er vor oder nachher reden will.

Pyatt: OK, ich werde es tun. Vielen Dank.

Nuland: Ich erinnere mich nicht, ob ich dir gesagt habe, oder ob ich darüber nur mit Washington gesprochen habe: Als ich heute Morgen mit Jeff Feltman sprach, hatte er einen neuen Namen für den Typen der Vereinten Nationen: Robert Serry. Ich habe dir heute Morgen deswegen geschrieben.

Pyatt: Ja, ich habe das gesehen.

Nuland: Okay. Er bekam heute bestätigt, von beiden, Serry und Ban Ki-Moon, dass Serry Montag oder Dienstag kommen wird. Das wäre toll, glaube ich, es würde helfen, diese Sache zu festigen und die Hilfe der Vereinten Nationen zum festigen zu haben, und, weißt du was, die Europäische Union zu ficken.

Pyatt: Nein, exakt. Und ich denke, dass wir etwas tun müssen, um sie an uns zu kleben, weil du sicher sein kannst, dass wenn sie beginnt Höhe zu gewinnen, die Russen hinter den Kulissen arbeiten werden, um zu versuchen die Sache zu torpedieren. Und noch einmal, die Tatsache, dass es nun öffentlich ist – in meinem Kopf bin ich immer noch dabei zu versuchen zu verstehen, warum Janukowytsch dies (…unverständlich…). In der Zwischenzeit gibt es jetzt ein Fraktionstreffen der Partei der Regionen und ich bin sicher, dass es eine sehr lebhafte Diskussion in dieser Gruppe zu diesem Thema gibt. Aber auf alle Fälle können wir mit der Butterseite nach oben landen*, wenn wir schnell handeln. Also lass mich an Klitschko arbeiten, und wenn du weiter kannst… Ich denke, wir sollten einfach versuchen, jemanden mit einer internationalen Persönlichkeit zu finden, um unsere Sachen auf die Welt zu bringen. Das andere Problem ist eine Art Hilfsangebot für  Janukowytsch, aber wir werden uns wahrscheinlich morgen erneut zusammensetzen, wenn wir sehen, wie sich die Dinge entwickeln.

Nuland: Also in diesem Stück, Jeff, als ich die Notiz schrieb, hat mir Sullivan** in einer sehr formalen Weise geantwortet, indem er sagte, dass ich Biden bräuchte, und ich sagte, wahrscheinlich morgen als „guter Junge***“ und um die Einzelheiten zusammenzustellen. Also, Biden ist gewillt.

Pyatt: Okay. Sehr gut, Danke.

 

*Im englischen Original: „we could land jelly side up“. Das entspricht in etwa der deutschen Redewendung „Mit der Butterseite nach oben landen“.

**Jacob Sullivan ist der Berater von US-Vizepräsident Joe Biden und einer der Unterhändler des Rates der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten.

*** Die Slangbezeichnung „atta boy“ ist eine Verballhornung von „that’s a good boy!“ oder „that’s the boy!“ und lässt sich in diesem Kontext leider nur schwer übersetzen.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Fuck the EU“ heißt nicht, die EU zu ficken, sondern es bedeutet „Scheiß auf die EU“. Mannomann – wurde der Text von Google übersetzt?

    • Sehr richtig! Und „attaboy“ könnte man in dem relevanten Zusammenhang mit „Faß!“ (oder lockerer mit „so machen wirs“) übersetzen.

  2. Diese Intrigantenspielchen sind i.d.R. nicht das was sie scheinen sollen.

    Und dass Merkel wie Cameron Speichellecker der US-Administration sind, dürfte klar sein – man erinnere sich nur an Pofallas Auftritt von wegen die NSA-Affäre wäre beendet.

    Insofern erscheint mir das Ganze unlogisch.

    Vielleicht wurde dieses Telefonat lanciert, um Nuland zu demontieren. Also eine Aktion von politischen Gegnern in den USA.