in USA

Im Rückblick auf die Angebote der Vereinigten Staaten zum Jahresende 2015 komme ich zu dem Schluss, dass wir ein Mörderstaat sind, im Inland wie im Ausland.

Von Daniel H. Simpson – Der Teilbereich unserer Gesellschaft, der am meisten von dieser Rolle profitiert, wiederum im Inland wie im Ausland, ist die Rüstungsindustrie. Im Inland verkauft sie die Waffen, die nahezu unkontrolliert dazu benutzt werden, harmlose Menschengruppen abzuschlachten, selbst in Kirchen und Schulen. Unsere korrupten und gewissenlosen Bundes- und Landesgesetzgeber haben nicht den Mumm und Verstand, dies zu stoppen. Dabei geht es nicht nur um die National Rifle Association (NRA, dt. Nationale Gewehr-Vereinigung), sondern auch um die Waffenproduzenten und -händler, die die NRA finanzieren, damit sie Einfluss in Washington und in den Landeshauptstädten nehmen kann.

Im Ausland werden wir als Mörder angesehen. Andere Länder können nur zu ihrem auserkorenen Gott oder ihren Göttern beten, dass die Vereinigten Staaten nicht beschließen mögen, dort ihren Willen durchzusetzen, sei es durch Aufzwingen einer Regierungsform, die sie nach unserer Meinung annehmen sollten, oder indem sie ein angeblich begangenes Unrecht als Rechtfertigung dafür anführen, dass sie die Länder mit Bomben überziehen oder Drohnen aussenden, um ihre Führungskräfte zu töten.

Ob man es mag oder nicht, das ist unser Ruf. Die meisten Ausländer, die ich treffe, glauben, dass wir verrückt sind. Fast alle meinen, dass wir eine Gefahr für die Weltgesellschaft sind.

Einige unserer sogenannten Verbündeten stellen sich auf unsere Seite in dem Bestreben, etwas Kontrolle über unsere mörderischen Neigungen zu erlangen. In diese Kategorie ordne ich die Briten ein.

Einige Staaten wollen einfach auf Abstand zu uns bleiben und vor allem in keiner Weise auf uns angewiesen sein. Indien ist ein Beispiel dafür. Die US-Regierung und private Waffenhändler haben Jahre daran gearbeitet, aus Indien einen Großkunden für amerikanische Waffen zu machen. Indien hat aber den Amerikanern zugelächelt und weiterhin die Waffen in Russland eingekauft – in dem Russland, das von dem berüchtigten Wladimir W. Putin geführt wird im Gegensatz zum von dem hinreißenden Barack H. Obama geführten Amerika. Kann es sein, dass Indien weiß, dass amerikanische Waffen unweigerlich mit amerikanischen Militärberatern gekoppelt sind, die ihre ausländischen Kunden trainieren und unterstützen?

Wo also stehen wir, wenn das Jahr 2015 zu Ende geht?

Wir sind in Afghanistan, wo wir 2001, direkt nach 9/11, begonnen haben. Wir sind im Irak, wo Präsident George W. Bush uns 2003 unter falschen Prämissen hingeholt hat, um als Präsident in Kriegszeiten wiedergewählt zu werden.

Wir haben in den letzten 14 Jahren 2.332 Soldaten – und weitere sechs in der letzten Woche – in Afghanistan und 4.425 im Irak verloren. Noch immer unterhalten wir Tausende Soldaten in jedem Land – der Zoll dafür, dass wir Regierungen eingesetzt haben, die sich nicht selbst erhalten können. Soeben haben US-Spezialkräfte den Irakern geholfen, Ramadi zurückzuerobern, wofür wir schon einmal gekämpft haben, dieses Mal gegen die Gruppe Islamischer Staat. Letztes Mal waren es die Sunniten, die sich dort erhoben hatten. In Afghanistan kämpfen wir erneut, um Orte zu halten, die sonst an die Taliban fallen würden und die in der Tat, trotz unserer Anstrengungen, an die Taliban fallen könnten.

Warum tun wir das? Ich war der Meinung, Ronald Reagans Behauptung in 1986, dass wenn wir nicht die Kommunisten in Nicaragua bekämpfen, wir sie in Harlingen, Texas, würden bekämpfen müssen, sei so tot wie der Scharlatan, der uns damals regierte. Glaubt irgendjemand wirklich, dass es irgendeinen Unterschied für die Amerikaner macht, ob Ramadi im Irak oder Sangin in Afghanistan in „freundlichen“ Händen ist? Selbst diese Frage zu stellen heißt sich einzubilden, dass die Abadi-Regierung im Irak und die Regierung Ghani in Afghanistan „freundliche“ Hände sind – ein Fantasiebild Washingtons, das der Glaubwürdigkeit so nah kommt wie die Wahlkampfwerbung von Ted Cruz oder Hillary Clinton.

Ich vermute, Herr Obamas Bemühungen, seine Amtszeit zu beenden, ohne Afghanistan oder Irak im totalen Chaos zusammenbrechen zu sehen, können als eine Art besessene, zwanghafte Störung betrachtet werden oder als Wahlkampfloyalität gegenüber seiner früheren demokratischen Gegnerin Hillary Clinton. Wir hätten schon längst die Haltung einnehmen sollen, dass wir alles, was wir konnten, in Afghanistan und im Irak getan haben und unsere Truppen nach Hause bringen müssen.

Was haben wir noch getan? Wir haben Libyen zugrunde gerichtet. Muammar Gaddafi war eine egomanische Plage, auch wenn er letztendlich auf sein Atomwaffenprogramm verzichtet hat. Aber an seine Stelle sind großenteils dank der Beschlüsse von Obamas Regierung, Hillary Clinton inbegriffen, zwei emporstrebende „nationale“ Regierungen getreten und viele gesetzlose lokale Milizen, nun auch noch der Islamische Staat, und die unbeschränkte Migration nach Europa.

Zugunsten unseres Verbündeten und größten Waffenabnehmers Saudi-Arabien haben wir geholfen, den Jemen zu zerstören. Die Saudis haben ihn in die Steinzeit gebombt und ich habe im Weißen Haus und im Pentagon bisher noch niemanden sagen gehört, dass in den saudischen Cockpits nicht US-Piloten sitzen. Jemen war bereits das ärmste Land im Nahen Osten.

Die Verstrickung der Vereinigten Staaten in den Jemen-Konflikt versetzt uns genau ins Zentrum des sunnitisch-schiitischen Konflikts innerhalb des Islam. Es gibt absolut keinen Grund auf der Welt, uns in einen innerislamischen Konflikt einzumischen. Wir stecken mitten drin aufgrund der Verpflichtung der amerikanischen Waffenhersteller zur nachträglichen Betreuung der Waffen, die sie Saudi-Arabien verkauft haben. Die Schwerter, mit denen sie die Köpfe der Angeklagten abschlagen, haben wir ihnen vermutlich nicht verkauft.

Die Vereinigten Staaten haben auch das Fehlen einer Regierung in Somalia und die Käuflichkeit der Regierung von Dschibuti benutzt, um in Dschibuti einen militärischen Vorposten aufzubauen. Dort sind nun Tausende von US-Soldaten, Kampfbomber und eine Drohnenbasis ohne einen triftigen Grund. Dies ist eine unnötige, vom Pentagon betriebene Intervention in Afrika.

Wir sollten unsere Einsatzkräfte nach Hause bringen. Ehe wir das nicht tun, wird es keinen Frieden auf Erden geben. Lasst uns nicht Mörder sein.

Quelle: Pittsburgh Post-Gazette (USA) – Erschienen bei voltaire.org – Übersetzung: Sabine – CC BY-NC-ND 3.0

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13 Kommentare

    • Da habe ich doch heute einen Schock bekommen. Da kann ein Ausländer, der in Deutschland lebt und einen deutschen Pass hat, nach Syrien reisen, Straftaten begehen, die jeder Vorstellung trotzt und wird vom deutschen Gericht mir 2 Jahren Haft beglückt, wo er nach einem Jahr wieder draußen ist. Obwohl dieser Verbrecher schon einschlägig vorbestraft war. Wegen Diebstahl, Drogen oder Körperverletzung erhalten deutsche Straftäter einiges mehr. Dieser Mann ist nach Syrien gegangen, um sich dem IS anzuschließen und ob er nicht auch selbst gemordet hat, ist auch noch nicht ermittelt. Europa und nicht zuletzt Deutschland werden doch schon ausgelacht. Nachfolgend aus der Presse:

      OFFENBACH/FRANKFURT. Weil er im syrischen Bürgerkrieg in Siegerpose vor zwei aufgespießten Köpfen posiert hatte, ist ein 21 Jahre alter Mann am Dienstag in Frankfurt zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Oberlandesgericht verhängte die Strafe wegen eines Kriegsverbrechens nach dem Völkerstrafgesetzbuch.

      Bislang wurde noch kein vergleichbarer Fall durch ein deutsches Gericht entschieden. Der in Offenbach wohnende Mann hatte sich im Frühjahr 2014 nach Syrien begeben, «ausschließlich, um in den heiligen Kampf zu ziehen», hieß es im Urteil. Kurze Zeit später posierte er vor der Kamera – eines der Bilder wurde im Internet verbreitet.

    • Da habe ich doch heute einen Schock bekommen. Da kann ein Ausländer, der in Deutschland lebt und einen deutschen Pass hat, nach Syrien reisen, Straftaten begehen, die jeder Vorstellung trotzt und wird vom deutschen Gericht mir 2 Jahren Haft beglückt, wo er nach einem Jahr wieder draußen ist. Obwohl dieser Verbrecher schon einschlägig vorbestraft war. Wegen Diebstahl, Drogen oder Körperverletzung erhalten deutsche Straftäter einiges mehr. Dieser Mann ist nach Syrien gegangen, um sich dem IS anzuschließen und ob er nicht auch selbst gemordet hat, ist auch noch nicht ermittelt. Europa und nicht zuletzt Deutschland werden doch schon ausgelacht. Nachfolgend aus der Presse:

      OFFENBACH/FRANKFURT. Weil er im syrischen Bürgerkrieg in Siegerpose vor zwei aufgespießten Köpfen posiert hatte, ist ein 21 Jahre alter Mann am Dienstag in Frankfurt zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Oberlandesgericht verhängte die Strafe wegen eines Kriegsverbrechens nach dem Völkerstrafgesetzbuch.

      Bislang wurde noch kein vergleichbarer Fall durch ein deutsches Gericht entschieden. Der in Offenbach wohnende Mann hatte sich im Frühjahr 2014 nach Syrien begeben, «ausschließlich, um in den heiligen Kampf zu ziehen», hieß es im Urteil. Kurze Zeit später posierte er vor der Kamera – eines der Bilder wurde im Internet verbreitet.

  1. Warum sollen wir keine Waffen verkaufen, wir haben doch eine globale Verantwortung!
    „Deutschland ist ein in hohem Maße global vernetztes Land, das aufgrund seiner wirtschaftlichen, politischen und militärischen Bedeutung, aber auch angesichts seiner Verwundbarkeit in der Verantwortung steht, die globale Ordnung aktiv mitzugestalten“, heißt es in dem Text. Und an anderer Stelle: „Deutschlands sicherheitspolitischer Horizont ist global.“ (neues Weißbuch). Waffenverkauf ist eben ein Aktivposten!

  2. Solange die US-Diktatur (oder soll ich brav „Vorzeigescheindemokratie“ sagen) meint, sie müsse die komplette Kugel unter ihre „demokratische“ Kontrolle/Herrschaft bringen, werden die das Geschäftsfeld „Exportieren von Demokratie“ weiterführen.
    Bis die „Neue Weltordnung“ vollzogen ist. Aber dann ist nicht Schluss. Danach müssen die Schutzstaffeln hochgerüstet werden um die Elite vor dem Pöbel zu schützen bzw. die Sklavenaufstände niederzuschlagen.

    • Da sachste was ! Das vergessen nämlich die meisten, – es ist eben noch lange nicht Schluß, wenn schluß sein sollte und so richtig Schluß wird es mit den andern beiden Großmächten Russland und China wohl nie sein.
      Bevor die beiden nicht die weiße Fahne hissen, gibt die US-Macht eh keine Ruhe.
      Ich treff immer wieder Leute, die denken doch tatsächlich in etwa so: Ja, alles cool, europäischer Superstaat unter der Regie des gelobten Landes, besser kanns mit nichts anderem werden !
      Manchmal fragt man sich, was die Leute in der Birne tragen !? Vermutlich nichts bis weniger und ansonsten tote Gehirnmasse ! Da hat man gut reden, wenn man Nichts zu verlieren hat !

  3. Wie viele Waffen verkauft Russland?
    Wie viele Waffen verkauft China?
    Wie viele Waffen verkauft Nord-Korea?

    Wo führen diese Länder Krieg? Offen, Geheim, durch Dritte oder Geheimdienste?