in Politik

Obwohl die private Fed monatlich immer mehr US-Dollar aus dem Nichts schöpft und somit die Geldmenge weiter in astronomische Höhen treibt, zeigen die meisten Fundamentaldaten, dass keine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den USA eintritt. Dazu ein paar Grafiken und Daten, die zum Großteil von der Website www.shadowstats.com stammen. Einer Website, die Statistiken aufbereitet bzw. so fortsetzt, wie sie vor bestimmten einschneidenden Änderungen durch die “Zahlenbastler” in Washington erstellt wurden, um beispielsweise die Staatsverschuldung oder die Inflationszahlen in einem besseren Licht darstellen zu können.

Beginnen wir mit der Geldmenge M3, die seit 2006 nicht mehr offiziell bestimmt wird und von der Fed wie folgt definiert wird:

M0/Geldbasis: alle US-Dollar-Barbestände in Banknoten und Münzen,
M1: M0 plus US-Dollar-Sichteinlagen,
M2: M1 plus die laufenden US-Dollar-Girokontenbestände plus alle US-Dollar-Einlagenzertifikate (z. B. US-Dollar-Staatsanleihen) und alle US-Dollar-Geldmarkt-Kontenbestände unter 100.000 US-Dollar,
M3: M2 plus alle größeren Guthaben über 100.000 US-Dollar u. a. die Eurodollar-Reserven, größere übertragbare US-Dollar-Wertpapierbestände, und die US-Dollar-Devisenbestände der meisten nichteuropäischen Länder.

Hier sehen wir in den letzten Monaten eine Ausweitung von M3 um durchschnittlich 5% je Monat. Das heißt jedes Monat kommen im Vergleich zum selben Vorjahresmonat 5% mehr US-Dollar zum bestehenden Betrag dazu, was insbesondere durch die Ankäufe von US-Wertpapieren durch die Fed erklärbar ist. Doch kommen diese aus dem Nichts geschöpften Gelder in irgendeiner Form z.B. bei den Konsumenten oder Firmen an?

Dazu das Gross Domestic Product GDP, was dem BIP bei uns entspricht:

Die offizielle rote Linie des GDP weist derzeit ein positives Wachstum von 2% an. Wobei zu sagen ist, dass die offizielle Berechnungsmethode auf den “Verbesserungen” – oder soll man besser Manipulationen sagen – bei der offiziellen Inflationsrate beruht. Nimmt man nämlich die klassische Inflationsberechnung als Grundlage (blaue Linie) dreht sich das Bild massiv und wir sehen, dass sich die USA seit 2004 durchgehend in einer Rezession befindet und aktuell einen Rückgang von 2% zu verzeichnen hat. Diese Differenz von 4% ist auf die unterschiedliche Berechnung der Inflationsrate zurück zu führen, die wir in der nachfolgenden Grafik sehen:

Offiziell geben die “Zahlenjongleure” eine Inflationsrate von knapp 2% (im Vergleich zu den Preisen von 1980) an. Nach Lesart von Shadowstats – also ohne z.B. hedonische Berechnung – haben die US-Bürger mit einer konstanten Inflationsrate von 9-10% p.a. zu kämpfen. Besonders gut lässt sich die echte Inflation am Preis des klassischen Big Mac ablesen, der 2002 2,39 US-Dollar kostete und 2013 4,19 US-Dollar, was einen um 75% höheren Preis entspricht. Offiziell sollten es nach den Statistikern des US Bureau of Labor Statistics aber nur 28% sein – keine 75%. Daher scheinen die Werte von Shadowstats die Inflationsrate wesentlich besser abzubilden als die offiziellen.

Ein ähnlich verzerrtes Bild sehen wir auch bei den Arbeitslosenzahlen, die offiziell bei ca. 6% liegen, nach Shadowstats aber bei 23%. Dass gerade bei den Arbeitslosenzahl ein ganz besonderes Maß an Manipulation vorherrscht, sehen wir auch bei den offiziellen deutschen Zahlen. Statt der echten 7 Millionen werden uns nur 3 Millionen aufgetischt. Das Plus von etwa 17% bei den US-Arbeitslosenzahlen korreliert durchaus mit den anhaltend hohen Zahlen beim Food Stamp-Program SNAP, das seit September 2011 von monatlich mindestens 46 Millionen US-Bürgern genutzt wurde. Dabei ist zu sagen, dass zwar die Bezieherzahlen sinken, dies aber auf Änderungen der Berechtigungsvoraussetzungen zurück zu führen ist. Ohne jene “Vergabeverschärfungen” dürften die Zahlen Nahe der 50 Millionen liegen:

Dass immer mehr US-Amerikaner Probleme haben ihren Lebensstandard aufrecht zu erhalten, zeigen auch die Zahlen zu den Konsumausgaben:

So brachen insbesondere die Ausgaben für Restaurantbesuche und Kleidung ein. Aber auch des Amerikaners liebstes Spielzeug, das Auto, musste unter den immer geringeren Budgets der US-Bürger leiden, wie auch das Geld, um die eigenen 4-Wände in Schuß zu halten, immer weniger zur Verfügung steht.

Ein Trend oder doch nur eine Momentaufnahme, die sich jederzeit wieder ins Positive drehen kann? Wenn man die Zahlen der Website US Debt Clock nimmt und einmal die aktuellen Werte mit denen von 2004 und den voraussichtlichen von 2018 vergleicht, wird eines deutlich:

Es ist keine Momentaufnahme, sondern ein klar erkennbarer Trend, dass die USA immer weiter in die selbst geschaffenen Schuldenspirale schlittert bzw. geschlittert ist. Was die USA in den Augen vieler Beobachter spätestens seit Beginn der 2000er am Leben erhält, sind die “Tributzahlungen” der anderen Staaten aufgrund des Petrodollarsystems. Die USA ist aus einer “Petrodollar-freien Sicht” seit Jahren bankrott. Und genau hier liegt auch der Grund der aggressiven Außenpolitik der USA.

Ohne weitere Staaten, die man durch das Petrodollarsystem an sich binden kann bzw. ohne die enge Führung der US-Vasallen westlichen Musters, würde die USA in wenigen Monaten am Boden liegen. Gerade die Gefahr, die derzeit von Russland und China bzgl. des Petrodollars ausgeht, darf man daher nicht unterschätzen. Die USA wissen nur zu genau, dass sie ihre eigene Hegemonialstellung nur mit dem Petrodollar aufrecht erhalten können. Bricht dieser zusammen, bricht die USA zusammen und damit auch jedwede militärische Beherrschung der Welt durch die knapp 700 Militärbasen.

Deswegen werden die USA alles daran setzen die eigene wirtschaftliche Schwäche und Verschuldung auf Kosten der anderen Staaten zu lösen und den US-Dollar weiterhin als Leitwährung auf Petrodollar-Basis zu bewahren.

Koste es was es wolle…

Quellen:
Wikipedia – Geldmenge
Shadowstats – Money Supply Charts
Shadowstats – Alternate Gross Domestic Product Chart
Shadowstats – Alternate Inflation Charts
Price Increases at McDonalds from 2002 to 2013
Shadowstats – Alternate Unemployment Charts
Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP)
ExpliStats – Retail Sales

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Kommentar

  1. Das ist tatsächlich so. Besässen die USA nicht den Petrodollar, die global mit Abstand wichtigste Handels- und weltweite Leit- und Reservewährung, hätte sie mit ihrer Staatsverschuldung und dem seit Jahrzehnten bestehenden Aussenhandelsdefizit schon längst ein Sanierungsprogramm auflegen müssen. So aber kann die USA beinahe beliebig neue Dollars drucken. Zumindest solange wie ihr System intakt, d.h. die erzwungene Nachfrage nach USD auf hohem Niveau bleibt. Damit es intakt bleibt muss die Nachfrage notfalls mit Waffengewalt „erzwungen“ werden. Auch am Hindukusch. Alle anderen Länder sind so den Wirtschaftszyklen der USA ausgesetzt und leiden unter deren inflationären Währungspolitik. Deshalb der zunehmende Widerstand.