US-Kriege werden privatisiert

Die Meldungen um die private Sicherheitsfirma „Academi“ (besser bekannt unter dem ehemaligen Namen „Blackwater“) häufen sich. So wurden 4 Söldner der Organisation in den vergangen Tagen aufgrund einer „Gewaltorgie“ in Bagdad im Jahr 2007 verurteilt (NEOPresse berichtete). Die Sicherheitsfirma wurde oft umbenannt und augenscheinlich umstrukutiert, vor allem um das oftmals, nach fehlgeschlagenen Interventionen, angeschlagene Image wiederherzustellen. Nach der Bluttat von Bagdad hatte sich Blackwater zunächst in Xe umbenannt, bis es 2011 zu Academi wurde. Dies alles kann aber nicht über den eigentlichen Kern hinweg täuschen: Die Angestellten unterscheiden sich kaum von herkömmlichen Soldaten und die Firma wird von den USA – wenn auch selbstverständlich dementiert – mehr oder weniger als Privatarmee genutzt.

Solche Sicherheitsfirmen befanden sich lange Zeit in einer gesetzlichen „Grauzone“. Nach Angaben des irakischen Innenministeriums besitzen 25 ausländische Firmen die entsprechende Lizenz. Neben Polizei und Militär gibt es eben nun noch eine weitere Instanz, die für „Sicherheit“ sorgt. Einen guten Ruf haben solche Firmen nicht.

Blackwater in der Ukraine

„Unverantwortliche Blogger und ein Onlinereporter“ hätten „Gerüchte“ verbreitet, wonach Angestellte der Firma Academi in der Ukraine im Einsatz seien. Das sei falsch und nichts weiter als ein „sensationalistischer Versuch, eine Hysterie zu kreieren“. Soweit die Stellungnahme von Blackwater. Es geht um 400 Academi Angestellte, die im Zuge der Ukraine Krise um die ostukrainische Stadt Slowjansk herum mit ukrainischen Sicherheitskräften Einsätze gegen russische Rebellen vor einigen Monaten geführt haben sollen. Der BND und zahlreiche Medien berichteten über die von Geheimdiensten stammenden Informationen. Trotz Dementi wird man den Eindruck einer Privatarmee nicht los.

 Blackwater im Irak

Im Irak wollte die Söldnerfirma die Ermittlungen und Untersuchungen mit allen Mitteln unterbinden: Jean Richter, ein Chefermittler, schrieb in einer internen Notiz aus dem Jahre 2007, der örtliche Projektmanager der Firma habe ihn wegen seinen Nachforschungen mit dem Tod gedroht.

„Wir waren in einem Kriegsgebiet, wo unerwartete Dinge passieren können, insbesondere, wenn es um Fragen geht, die einen lukrativen Sicherheitsauftrag betreffen.“

Der örtliche Projektmanager habe ihn wegen seiner Untersuchungen mit dem Tod gedroht, schrieb der Chefermittler des amerikanischen Außenministeriums, Jean Richter, in einer internen Notiz aus dem Jahr 2007, wie die Tageszeitung „New York Times“ am Montag berichtete. Nach einem Streit habe ihm der Blackwater-Chef im Irak gesagt, dass er „mich sofort töten könnte, und keiner könnte etwas dagegen tun, weil wir hier im Irak sind“. Dann 2 Wochen später das Blutbad in Bagdad, bei dem die Söldner willkürlich in die Menge geschossen haben, einige Menschen töteten und schwer verletzten. Richter warnte in der Notiz davor, dass mangelnde Aufsicht über die Aktivitäten von Blackwater zu „Nachlässigkeit“ geführt habe. Er schrieb, dass die Blackwater Söldner für sich in Anspruch genommen hatten „über dem Gesetz zu stehen“. Blackwater war im Irak hauptsächlich für den Schutz amerikanischer Botschafter zuständig. Auch im Zusammenhang mit dem IS ist der Name Blackwater zuhören.

Letzendlich und trotz zahlreicher Dementi bleibt der Vorwurf von enger Verbundenheit mit den USA  und den Söldnern als Privatarmee.

Quellen:

http://www.neopresse.com/politik/massaker-bagdad-us-blackwater-soeldner-wegen-mord-verurteilt/
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/soeldnerfirma-blackwater-eine-ansammlung-zweifelhafter-charaktere-13226392.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/laut-zeitungsbericht-amerikanische-soeldner-sollen-in-ostukraine-kaempfen-12933968.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-400-us-soeldner-von-academi-kaempfen-gegen-separatisten-a-968745.html