Ukraine bekommt ausländische Minister: Amerikanerin bestimmt die Finanzen

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Der ukrainische Präsident Poroschenko greift bei der Auswahl der Minister für die neue Regierung auf höchst zweifelhafte Methoden zurück. Denn in die neue ukrainische Regierung ziehen gleich mehrere Ausländer ein. Das Parlament in Kiew stimmte am Dienstag der Berufung von drei Ausländern für Schlüsselressorts zu. Per Dekret erhielten die neuen Mitglieder der Regierung am Dienstag im Schnellverfahren die ukrainische Staatsangehörtigkeit. Darunter auch eine US-Amerikanerin.

Im Eilverfahren waren die drei Ausländer eingebürgert und zu Ministern ernannt worden. Neben Natalie Jaresko, die Finanzministerin wurde, erhielten auch der Georgier Alexander Kwitaschwili und der Litauer Aivaras Abromavicius per Präsidentenerlass die Staatsbürgerschaft der Ex-Sowjetrepublik. Das teilte das Büro von Staatschef Petro Poroschenko am Dienstag in Kiew mit.

Die Amerkanerin Jaresko hatte über 20 Jahre lang in der Ukraine gearbeitet und davor mehrere Posten im US-Aussenministerium bekleidet. Abromavicius, bislang Partner der US-Investment-Firma East Capital, leitet das Wirtschaftsressort, Kwitaschwili wird Gesundheitsminister – dasselbe Amt hatte er schon in Georgien bekleidet. Auch hier zeigt sich die enge Verstrickung in die westliche Einflussphäre die sich nun sogar an der Besetzung der Ministerposten deutlich macht. EU und NATO-Beitritt scheinen eben ihre Kosten zu haben.

In Kiew stimmte das Parlament wie erwartet dem neuen prowestlichen Kabinett von Regierungschef Arseni Jazenjuk mit großer Mehrheit zu. Dieser kündigte gleich für die neue Amtszeit „die radikalsten und energischsten Reformen“ an. Allein aus Sicht der Staatsfinanzen werde das kommende Jahr „noch komplexer“ als das laufende Jahr. Anscheinend grund genug um Ausländer an die Sache hernazulassen.