Think-Tanks: Die Vernetzung der Elite

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Immer mehr Think-Tanks und andere vergleichbare Organisationen entstehen in der westlichen Welt. Deren Einfluss ist hedoch schwer zu durchschauen. Weder die genaue Tätigkeit noch Finanzierung und normitative Interessen sind heute noch transparent. Dennoch zeigt sich das Bild einer immer stärker vernetzten Elite, die immer intransparenter wird so der Politikwissenschaftler Dieter Plehwe in einem Telepolis-Interview. Die Gesellschaft müsse deren Einfluss auf Medien, Wissenschaft, Militär und Politik stärker im Blick haben um eine demokratische Gesellschaft langfristig zu gewährleisten. Doch das Zauberwort sei: Transparenz.

Dem Vorwurf der Verschwörungstheorie, dem man als Forscher immer wieder ausgesetzt sei, wenn sich man sich mit Macht- und Einflusszusammenhängen beschäftige, nimmt Plehwe gelassen auf. Der Politikwissenschaftler sagt, die Vorwürfe lenkten möglicherweise nur von der Erkenntnis ab, dass „ein Vorstandsvorsitzender eines Großkonzerns oder der Präsident einer Universität wohl doch erheblich einflussreicher ist als eine Büroschreibkraft, ein Lagerarbeiter, oder ein temporär beschäftigter Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt.“

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Plehwe betrachtet vorallem die Entwicklung der letzten Jahrzehnte besonders kritisch. „Seit den 1980er Jahren wurde zusätzlich der Typus der parteiischen Stiftungs- und Think-Tank-Arbeit erheblich verstärkt, der sehr viel schwieriger zu durchschauen ist, weil er nicht so leicht analysiert werden kann“ so der Wissenschaftler. Außerdem würden “ wichtige Fragen wie: wer finanziert Think Tanks, warum werden sie finanziert, welche Verbindungen gibt es in Richtung Wirtschaftsinteressen, Politik und Medien etc., häufig nicht beantwortet“ werden.

Jürgen Roth erkennt in seinem Bestseller „Spinnennetz der Macht“ hinter den elitären intransparenten Think-Tanks dieses Landes auch mediale Interessen. So sei es „ein großes Interesse“ transatlantischer Netzwerke die öffentliche Meinung bewusst zu beeinflussen. Plehwe bemängelt eine solche Entwicklung und nennt den Grund dafür. Er sieht ein Grundsätzlich geändertes Journalismusverständnis. Die Eliten würden sich immer enger vernetzen, als das die Öffentlichkeit wahrnimmt. Ein stets unkritischer Journalismus oder gar eine Verschränkung ist dabei nicht behilflich.

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