in Politik

Johannes Kerry drückte in einem Telefonat mit Sergej Lawrow die “Besorgnis der Vereinigten Staaten” darüber aus, dass Russland sich militärisch in Syrien engagiere.

“Der US-Außenminister betonte, dass wenn diese Berichte den Tatsachen entsprechen, solche Handlungen den Konflikt weiter eskalieren lassen könnten, vermehrt zum Tod Unschuldiger führen, die Ströme von Flüchtlingen vergrößern könnten und das Risiko einer Konfrontation mit der in Syrien agierenden Anti-ISIS-Koalition bergen.”

So weit, so gut. Es ist kaum anzunehmen, dass Kerry ein paar Youtube-Videos angeguckt und ein halbes Dutzend Facebook-Meldungen gelesen hat und dann sofort nach dem Hörer griff, um Lawrow anzurufen – er ist ja kein ukrainischer Minister, um seine Lageberichte aus den sozialen Medien zu beziehen. Vermutlich bekommt er seine Informationen also aus Quellen, die in dieser Hinsicht um einiges stichfester sind.

Was Kerry hier im Grunde sagt, ist aber relativ leicht zu durchschauen: die USA wären mit einer militärischen Präsenz Russlands in Syrien nur in dem Fall einverstanden, wenn Russland sich zur “Anti-ISIS-Koalition” unter US-amerikanischer Führung gesellt. Alles andere wäre eine “weitere Eskalation des Konflikts”.
Entweder auf unsere Art oder gar nicht – das ist es, was Kerry am Telefon zu Lawrow sagt; Russland hat nach Meinung der Amerikaner gar kein Recht, eigenständig Entscheidungen von solcher Tragweite zu treffen. Der “Weltpolizist” ist entrüstet.

Zu den zugänglichen Quellen: Es gab vor einer Weile einmal Berichte über einen Terrortouristen, der in Syrien “für die Freiheit” und “gegen Assad” kämpfte, munter darüber twitterte, dabei aber aus purer Dummheit immer die Geotags in seinen Meldungen beließ. Erst, als die Bombeneinschläge merklich den Weg des Dschihadisten nachzuzeichnen schienen, stellte er diese Funktion ab. Blödes Smartphone.

erschienen bei chartophylakeion

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  1. Teil 1: Durch den Irak-Krieg, der eine Diskriminierung der Sunniten im Alltag zur Folge hat, haben die USA doch die Entstehung des IS erst ermöglicht. Man produziert durch den „Import“ der Demokratie in Bagdad eine Außenstelle des schiitischen Teheran und tut dann „überrascht“, wenn sunnitische Länder – allen voran Qatar und Saudi-Arabien – eine sunnitische Terrormiliz finanzieren (müssen), die man – oh, welch‘ ein Zufall – dann auch noch gegen Assad richten und unterstützen kann. Die von den USA geführte Koalition ist alles, aber keine Anti-IS-Koalition: Erdogan will erst die Kurden, dann Assad loswerden und die USA zielen mit dem Sturz Assads auf eine Schwächung Russlands und des Iran, deren Verbündeter Assad ist.

  2. Teil 2: Das russische Engagement zielt auf eine echte Bekämpfung des IS und Stützung Assads ab, was somit in Washington als „eskalierend“, da konträr zur US-Zielsetzung gerichtet, wahrgenommen wird. Auf einmal hat man nämlich mit Russland einen weiteren Akteur in Syrien, der „zufällige Angriffe“ auf Assads Truppen, da auf dem Rückflug vom „Anti-IS-Einsatz“ noch ein paar US-Bomben übrig sind, nicht dulden wird. Denn so könnte es ja Zeugen dafür geben, dass Washington unter dem Deckmantel der IS-Bekämpfung eigentlich den Sturz Assads vorantreibt. Und da Erdogans Türkei sich gegen Assad beteiligt, schauen die USA weg, wenn türkische Bomben auch mal kurdische Ziele treffen. Dieses doppelte Spiel der USA widert mich einfach nur noch an!