Syrien: Offenbar Einigung zwischen USA und Ankara über Luftunterstützung

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Die USA und die Türkei haben sich „im Prinzip“ darauf geeignet, syrischen Rebellen künftig Luftunterstützung zu zusichern, gab der türkische Außenminister an. Die Einigung dürfte Washington stärker denn je in den syrischen Bürgerkrieg verwickeln.

Eine unmittelbare Bestätigung der Aussagen von Mevlüt Çavuşoğlu gibt es bislang noch nicht. Die USA versuchten bisher, jegliche Gedanken einer „Flugverbotszone“ über Syrien vom Tisch zu wischen, weil das dem Verständnis nach einer Kriegserklärung gegen die syrische Regierung unter Baschar al-Assad gleichkäme.

Die Luftunterstützung werde syrischen Rebellen gewährt, die aus dem US-geführten Trainings- und Ausbildungsprogramm auf türkischem Territorium hervorgingen, sagte der türkische Außenminister. Das zuvor lange aufgeschobene Programm werde voraussichtlich 15 000 zuvor ausgewählte Milizionäre im Kampf gegen selbst ernannten „Islamischen Staat“ zurück nach Syrien entsenden.

Nach wie vor sind genauere Informationen über das US-amerikanische Entgegenkommen hinsichtlich der Forderungen Ankaras unklar. Auch Çavuşoğlu ging nicht darauf ein, was mit „im Prinzip“ gemeint ist, geschweige denn darauf, wie die Luftunterstützung konkret aussehen könnte. „Sie müssen von der Luft aus unterstützt werden. Wenn sie nicht geschützt werden oder Luftunterstützung erhalten, wo liegt dann der Sinn im Ausbildungsprogramm?“, äußerte sich der Außenminister gegenüber der regierungsnahen Zeitung „Daily Sabah“ während eines Besuchs in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Er fügte hinzu: „Es existiert eine prinzipielle Einigung zur Luftunterstützung. Wie diese sichergestellt wird, obliegt der Verantwortung und den Überlegungen des Militärs.“ Das US-geführte Ausbildungsprogramm für syrische Rebellen wurde immer aufgrund unterschiedlicher Meinungen zwischen den beiden NATO-Staaten bezüglich der Aufgaben von FSA-Rebellen, die von US-amerikanischen und türkischen Militärs ausgebildet werden sollen, immer wieder aufgeschoben.

Während die USA fürchten, dass mit einem anhaltenden Zufluss von Rebellen und Dschihadisten in Syrien die „Somalisierung“ des Landes droht, ist Ankara der Meinung, dass nur eine umfassende Strategie, welche auch die Bekämpfung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad miteinschließt, zum Erfolg führen könne. Dabei betrachtet die Türkei das Phänomen IS mehr als Symptom denn als Ursache der Wirren im Land.

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