„Stratfor“: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert ist es, ein deutsch-russisches Bündnis zu verhindern

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Im Februar veranstaltete der US-Amerikanische Think-Tank „Chicago Council on global affairs“ eine Konferenz, in der es auch um den Ukraine-Konflikt ging. Am 4.2.15 hielt auch der Direktor der renommierten Denkfabrik „Stratfor“ eine Rede. George Friedman stellte dabei sein englischsprachiges Buch „Flashpoints: The Emerging Crisis in Europe“ vor. Sein Vortrag enthält einige Kontroversen, die hier gesammelt werden sollen.

„wir erklären was passieren wird“

Friedman lehrte zwei Jahrzehnte als Professor für Politikwissenschaft am Dickinson College in Carlisle, Pennsylvania, wo er sich mit dem Marxismus und der Frankfurter Schule beschäftigte. Während dieser Zeit schulte er auch Kommandeure der US-Streitkräfte, des Office of Net Assessments, SHAPE Technical Center, des US Army War College, der National Defense University und der renommierten RAND Corporation in Fragen der Sicherheit und nationalen Verteidigung.

Im Jahr 1996 gründete Friedman die private „Intelligence Corporation“ Stratfor, die sich mit Sicherheitsfragen, Geopolitik und strategischen Voraussagen befasst.Zu seiner Arbeit äußerte Friedman einmal in einem Videoclip auf der Stratfor-Webseite: „Journalisten erklären, was in der Welt passiert, wir bei Stratfor erklären, was passieren wird.“

Und in der Tat, sein Think-Tank Stratfor genießt höchste Anerkennung. Das Expertenteam des Unternehmens besteht aus Politologen, Ökonomen und Sicherheitsexperten, die über „Informanten“ in allen Regionen der Welt verfügen und eine Vielzahl von allgemein zugänglichen und verdeckten Quellen auswerten. Das US-Magazin Barron’s bezeichnete Stratfor aufgrund seiner nachrichtendienstlichen Eigenschaften 2010 als „Schatten-CIA“. Es greifen beispielsweise einige internationale Konzerne, insbesondere aus der Rohstoffbranche, auf Stratfor zurück.

Außerdem werden auch staatliche Organisationen mit Informationen versorgt. Viele größere amerikanische Medien verwenden Stratfor für Hintergrundinformationen oder als Quelle. Auch deutschsprachige Medien nutzen Stratfor. Einer der aktuellen Kunden soll wohl die Obama-Administration selbst sein. Es ging darum die Optionen zu kalkulieren, die möglich wären, würde in der Ukraine ganz offen geführter staatlicher Krieg zwischen der Ukraine und Russland ausbrechen.

Damit reagierte man auf eine vermeintliche Drohung aus dem Kreml, bei möglichen US-Waffenlieferungen an die Ukraine, selbst Soldaten in die Ukraine zu schicken. (NEOPresse berichtet)

Ben Hodges in der Ukraine

Die erste wichtige Aussage von George Friedman bezieht sich auf den Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges. Dieser war in der Ukraine gefilmt worden, als er US-Tapferkeitsabzeichen an verwundete ukrainische Soldaten überreicht hatte (NEOPresse berichtet). Laut Friedman soll er dort auch angekündigt haben, dass nun auch offiziell Militärberater in die Ukraine geschickt werden sollen. Vorher sei dies nur inoffiziell geschehen. Außerdem hätte er wider dem US-Militärprotokoll gehandelt, als der die Abzeichen übergab. Doch er hätte es getan, „weil er damit zeigen wollte dass die ukrainische Armee seine Armee ist“, so der Stratfor-Direktor.

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Waffenlieferungen an Ukraine

Doch dies war nicht die einzige Kontroverse Aussage des promovierten Politologen. Laut Friedman, hätten die USA bereits beschlossen tödliche Waffen an die Ukraine zu liefern, auch wenn dies offiziell dementiert wird. Wörtlich sagt er:

„Gestern haben die USA angekündigt, dass sie vorhaben, die Waffen in die Ukraine zu liefern, das wurde dementiert, aber sie tun das, die Waffen werden geliefert.“

Sicherheitsgürtel um Russland

Ein zentraler Punkt seines Vortrages war auch ein sogenannter geopolitischer „Sicherheitsgürtel“ den die USA um Russland herum aufbauen würden. „Russland weiß das“, so der Stratfor-Direktor. „Russland glaubt, die USA beabsichtigen die Russische Föderation zu zerschlagen. Ich denke, wir wollen sie nicht töten, sondern nur etwas verletzten.“

Alle Ozeane der Welt kontrollieren

„Die  USA haben das fundamentale Interesse, alle Ozeane der Welt zu kontrollieren“, so Friedman weiter, „keine andere Macht hat das jemals getan. Aus diesem Grunde intervenieren wir weltweit bei den Völkern, aber sie können uns nicht angreifen. Das ist eine schöne Sache“. Die Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Ozeane und des Weltalls würde die Grundlage der weltpolitischen Macht der USA bilden. „Der beste Weg die feindliche Flotte zu besiegen ist zu verhindern, dass diese gebaut wird“ so Friedman. Ähnlich hätten die Briten im 19. Jahrhundert ihre Hegemonie begründet.

Unterstützung beider Kriegsseiten

George Friedman hat jedoch auch einen eigenen Vorschlag zum US-amerikanischen Machterhalt. Er empfiehlt der Obama-Administration die Geopolitik die Ronald Reagen angewendet hat – besonders im Irak und Iran. „Er unterstützte beide Kriegsseiten, sodass sie gegeneinander kämpften und nicht gegen uns. Es war zynisch, es war nicht moralisch vertretbar, aber es funktionierte“ so Friedman.

Es sei wichtig bei dieser Strategie zu bleiben, da die USA nicht in der Lage wären Eurasien zu okkupieren, da die US-Armee zahlenmäßig klar unterlegen sein würde. „Wir sind nicht in der Lage, überall militärisch zu intervenieren, aber wir sind in der Lage, erstens, die gegen einander kämpfenden Mächte zu unterstützen, damit sie sich auf sich selbst konzentrieren können.“ Deswegen solle die Antwort auf die Frage nicht lauten überall militärisch zu intervenieren, sondern selektiv zu intervenieren und möglichst selten. Zentrale Aufgabe sei es den Gegner aus der Balance zu bringen.

Die Deutsche Frage

Nur auf eine Bedrohung hätten die US-Amerikaner keine Antwort parat. Friedman spricht ein mögliches deutsch-russisches Bündnis an. „Wenn deutsches Kapital und deutsche Technologie mit russischer Arbeitskraft und russischen Ressourcen kooperiert, wäre das eine existentielle Bedrohung für die USA“ so Friedman. Jedoch sei die Position Deutschlands unbestimmt und damit das größte Problem.

„Die Deutschen haben ein sehr komplexes Verhältnis zu den Russen“ behauptet er. Diese Unbekannte nennt er die „Deutsche Frage“. Diese bestehe bereits seit 1871 und sei bis heute das größte Problem der USA.  Deswegen würden US-Regierungen seit einem Jahrhundert versuchen, ein solches „deutsch-russisches Bündnis zu verhindern“. Dies geschehe aktuell mit einer Geopolitischen Linie zwischen dem Baltikum und dem schwarzem Meer, bestehend aus pro-amerikanischen Staaten, die Deutschland und Russland geographisch und politisch voneinander trennen würden. „Wer mit eine Antwort darauf [die deutsche Frage] geben kann, was die deutschen in dieser Situation tun werden, der kann mir auch sagen, wie die nächsten 20 Jahre Geschichte aussehen werden“ so Friedman.

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