SPD: Weg mit den Arbeitern

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Ein Berliner Sozialdemokrat lässt wissen, was er von der Basis seiner Partei hält: „Vergesst endlich die Arbeiter“, schreibt Yannick Haan in der „Welt“. Er ist stellvertretender Vorsitzender der SPD in Berlin Mitte. Fachmann in der „Netz- und Medienpolitischen Kommission“ des Vorstandes seiner Partei. Und selbst „Smart City Manager“ in Wolfsburg. Das Ende er SPD?

Es gäbe keine Arbeiter mehr…

…. so die Hauptargumentation des smarten Politikers. Vor 30 Jahren sei die Arbeiterschaft männlich gewesen, weiß und auch heterosexuell. Heute sei sie, so seine Erkenntnis aus Berlin-Mitte, „extrem divers geworden“. Deren Anteil an der Bevölkerung nehme zudem „immer weiter ab“. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung etwa attestiert diesem Teil der Bevölkerung einen Anteil von lediglich 16 % in der Gesamtbevölkerung.

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Nun hat die SPD in den jüngsten Umfragen zur Europa-Wahl einen Anteil von 15 % erzielt. In Bayern, wie hier berichtet, würden bei der Landtagswahl nur noch 6 % die SPD wählen. Hat er also Recht, der smarte Manager? Es gebe kein „Proletariat“ im klassischen Sinn mehr. Denn das würde mit dem Fahrrad durch die Innenstadt fahren und Essen ausliefern.

Hier verliert sich sein Gedanke. Das ist die Schicht, die heute von vielen Soziologen als „Prekariat“ bezeichnet wird. Menschen, die kaum den Mindestlohn erhalten. Die in Mini- und Midi-Jobs verharren. Die kaum Beiträge in die Renten- und sonstigen Sozialkassen zahlen.

Was einst als „Proletariat“ bezeichnet wurde, findet sich möglicherweise nicht immer nur in Fabriken, wie einst, als die Gewerkschaften noch organisationsstark waren. Würde die SPD hinsehen, fände sie dennoch hinreichend Menschen, die sozialen Schutz suchen. Niedriglöhner, Rentner, denen auch die SPD Essen und Wohnung weggenommen hat, Hartz-IV-Bezieher, die von Staats wegen gedemütigt werden.

Wahrscheinlich ist die SPD schneller verschwunden als die Armut. Doch das sieht der „Smart Manager“ aus Berlin-Mitte offenbar nicht.

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