in Politik

Im Dezember 2018 wurden vom Arbeitsamt 2.582.000 Menschen als „arbeitslos“ gezählt und in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen. Davon waren laut Angaben des Arbeitsamtes 2.210.000 Menschen tatsächlich arbeitslos und 372.000 in „Aktivierungsmaßnahmen“ oder von der „Sonderregelung“ für Ältere erfasst. Dies geht aus einer Antwort des Arbeitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, über die die „Rheinische Post“ berichtete.

Demnach rechnet die Bundesagentur für Arbeit arbeitslose Menschen, die über 58 Jahre alt sind, schlicht aus der Arbeitslosenstatistik heraus. Unter den Langzeitarbeitslosen, die Hartz-IV erhalten, sollen davon 170.000 Menschen betroffen gewesen sein, so die Antwort des Arbeitsministeriums. Seit 2013 ist die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen jedoch erheblich gestiegen, genauso wie die Zahl der Hartz-IV-Bezieher in sogenannten „Aktivierungsmaßnahmen“.

Während die „offizielle“ Arbeitslosigkeit laut Angaben sinken soll, steigt jedoch die Zahl der Menschen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Teilnahme in sinnlosen Aktivierungsmaßnahmen gänzlich aus der Statistik fallen, stetig an. Sie „gelten“ nicht mehr als arbeitslos und das, obwohl viele Menschen ihr Renteneintrittsalter erst ab 67 erreichen. Jüngsten Medienberichten zufolge denkt man derzeit sogar darüber nach, das Renteneintrittsalter auf knapp 70 anzuheben. Wenn diese Menschen ab 58 bis 70 nicht arbeitslos sind, was sind sie dann?

Das ist reine Schönrechnerei der Statistiken. Die Leidtragenden sind die Betroffenen, die nur noch sich selbst helfen können – denn Hilfe vom Staat ist nicht zu erwarten. Die große Massenentlassungswelle hat vor wenigen Wochen begonnen. Es ist mit weiteren Entlassungen zu rechnen. Vermutlich wird es die „Älteren“ treffen, denn die haben ja „keine Familien mehr“ zu versorgen. Genau diese werden jedoch, ohne andere „Perspektive“, in der Altersarmut enden.

In Wahrheit ist also die Zahl der Arbeitslosen um rund 370.000 Menschen höher, als in den offiziellen Arbeitslosenzahlen ausgewiesen. Bereits im Frühjahr wurde der Agentur für Arbeit vom Bundesrechnungshof „Schlamperei“ vorgeworfen. Die Zahlen der Agentur stehen seit Jahren in der Kritik.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Wer krank geschrieben ist wird „ausgesteuert“ und ggf. wird am Ende der Krankschreibung vergessen wieder einzusteuern. Wer wegen eigenem Vermögen oder Einkommen des Partners kein ALG-II bekommt wird ebenso aus den Zahlen genommen. Ein Vergleich mit der Arbeitskräfteerhebung des staistischen Bundesamtes Destatis zeigt einiges an weiteren Ungereimtheiten und für das Jahr 2017 etwa 8½ Mio. (Kern-) Erwerbspersonen ohne einen Euro Erwerbseinkommen. Und man erkennt auch wie die BA die Zahlen frisiert. Die Ausgesteuerten werden aus den Zahlen der Erwerbspersonen geworfen und dies wird durch minijobbende Schüler, Rentner und Studenten wieder kompensiert.

    • Zitat:
      „Wer wegen eigenem Vermögen oder Einkommen des Partners kein ALG-II bekommt wird ebenso aus den Zahlen genommen.“

      Das ist, wenn sie brav Roboter im System waren und echt gespart haben. Sie
      haben keine Anspruch auf ALG II, Sie leben…
      vom Umlauf des Geldes, sparen ist sinnlos, immer. Money is an invention, but you havent thought about it.
      Schauen Sie sich dann mal die Grünen Gedanken auf 100 000 Euro Vermögensanspruch für Sozialhilfeempfänger an, spricht der Verstand schon Bände, wie sehr man sich mit dem Zinsezins beschäftigt…
      Alle Karten sind in den Händen derer, die sie niemals offen legen.
      Und bedenken Sie doch, wie Glücklich die Menschen dieser Welt sein werden wenn sie alle Grundeinkommen beziehen dürfen…

  2. was erwarten wir von einem gesamtsystem, dass nur auf betrug ausgerichtet ist…die die andere wegen einem zahlenfehler in einer angabe…vor gericht bringen…sind die die am meisten betrügen.

    war schon immer so

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  • Ab 58 wird nicht mehr gezählt – Die Welt 1. November 2019

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