Schottland – Neues Unabhängigkeitsreferendum in Arbeit

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Nicola Sturgeon, die schottische Regierungschefin, hat gegenüber der Nachrichtenagentur Press Association gesagt, dass sie einen erneuten Volksentscheid für die Abspaltung Schottlands von Großbritannien in Aussicht gestellt hat.

Ihre Schottische Nationalpartei (SNP) wird in ihrem Programm für die Regionalwahlen 2016 einen Zeitplan für ein zweites Referendum vorschlagen. Bereits im Oktober soll das Wahlmanifest auf der SNP-Jahreskonferenz vorgestellt werden. Zudem sagte Sturgeon, dass das Referendum in den kommenden „fünf bis zehn Jahren“ stattfinden könnte.

Die Scottish National Party (schott.-gäl. Pàrtaidh Nàiseanta na h-Alba, Scots Scottis Naitional Pairtie, dt. etwa Schottische Nationalpartei) ist eine separatistische, linksliberale Partei in Schottland. Die SNP ist die größte Partei Schottlands und hat seit 2011 eine absolute Mehrheit im schottischen Parlament.

Die SNP vertritt keinen ethnisch fundierten Nationalismus, sondern ein kommunitaristisches Konzept des inclusive nationalism, das auf positive Identifikation mit Schottland, seiner Kultur und demokratischen Werten bei gleichzeitiger Offenheit für alle, die in Schottland leben und arbeiten möchten, setzt. So wurde bei der schottischen Parlamentswahl 2007 mit Bashir Ahmad auf der SNP-Liste Glasgow zum ersten Mal ein Abgeordneter mit Einwanderungshintergrund ins schottische Parlament gewählt.

Die SNP stand dem Krieg im Irak, an dem auch Großbritannien beteiligt war, ablehnend gegenüber und fordert einen Truppenabzug. Die SNP-Regierung hat den Entwicklungshilfe-Etat verdoppelt und vertritt eine multilateral ausgerichtete Außenpolitik. Sie verlangt das Ende der Stationierung der „Trident-Nuklearraketen“ in Schottland.

Die SNP ist Mitglied der Europäischen Freien Allianz und im Europäischen Parlament durch Alyn Smith und Ian Hudghton vertreten, die der Fraktion Fraktion der Grünen / Freie Europäische Allianz angehören. Die SNP versteht sich als proeuropäisch und möchte im Falle einer Unabhängigkeit Schottlands vorzugsweise das britische Pfund als gemeinsame Währung mit England behalten, lehnt aber auch eine eventuelle spätere Einführung des Euro nicht kategorisch ab.