in Globalpress

Der Haushaltsstreit in den USA ist vorerst vorbei, doch die Russland-Ermittlungen durch das FBI gegen US-Präsident Donald Trump und Vertraute von ihm gehen weiter. Sonderermittler Robert Mueller lässt sich nicht einschüchtern vom Präsidenten und geht eisern seinen ermittlerischen Weg. Zuletzt ordnete er die Festnahme von Trumps langjährigen Vertrauten und ehemaligen Wahlkampfberater Roger Stone an. Dieser kam auf Kaution zwar wieder frei, doch das FBI erhebt schwere Anklage.

Sieben-Punkte-Anklage gegen Roger Stone, Staatsanwaltschaft ermittelt

Manipulative Zeugenbeeinflussung und Behinderung von Ermittlungen sind nur zwei der insgesamt sieben schweren Vorwürfen, die das FBI gegen Roger Stone erhebt. Roger Stone selbst ist ein langjähriger Vertrauer des US-Präsidenten Donald Trump und war sein früherer Wahlkampfberater. Nach seiner Festnahme durch das FBI ist er nun von einer Richterin in Fort Lauterdale (Florida) gegen eine Kaution von 250.000 US-Dollar freigelassen worden. Er darf den Süden Floridas nicht verlassen hieß es zudem. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun. Stone soll u.a. Untersuchungen des US-Kongresses behindert, Falschaussage geleistet und Zeugen manipulativ beeinflusst haben.

Sondermittler Robert Mueller vom FBI untersucht mutmaßliche, russische Einmischungen in den Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2016. Hierbei soll es von Seiten des Wahlkampfteams von Donald Trump illegale Kontakte und Verbindungen nach Russland gegeben haben, unter anderem mit dem Ziel die Präsidentschaftswahl zu beeinflussen und seine Konkurrentin, Hillary Clinton, zu diskreditieren. Die jetzt erfolgte Festnahme und Anklage nannte Roger Stone „politisch motiviert“. Er will zudem auf unschuldig plädieren und von den Anklagepunkten nichts wissen. Anscheinend ruft der Vorwurf der Falschaussage dann doch Erinnerungen in ihm wach, denn er gibt zudem an, dass „eventuelle Fehler“ bei seinen Aussagen im Geheimdienstausschuss „keine Absicht“ gewesen seien. Rein öffentlich betrachtet, handelte sich der ehemalige Mitarbeiter von US-Präsident Präsident Richard Nixon den Ruf des „König der schmutzigen Tricks“ ein. Stone blickt auf eine lange, zeitgleich aber höchst umstrittene Karriere als Politikberater und Lobbyist zurück.

Roger Stone: Umstrittener Politikberater und Lobbyist

Soweit bekannt ist, fiel der Name Roger Stone in den Ermittlungen rund um die Russland-Affäre immer wieder. Stone steht unter Verdacht als Verbindungsmann mit  Enthüllungsplattform WikiLeaks funigiert zu haben. Über diese Plattform wurden während des Präsidentschaftswahlkampfes teils sensible und als „brisant“ erachtete E-Mails von Rivalin Hillary Clinton veröffentlicht. „Zehntausende“ E-Mails sollen es gewesen sein. Zudem, so heißt es vom FBI, sollen diese Daten durch russische Hacker an das Trump-Team gekommen sein, nicht gerade zufällig. Roger Stone ging damals geradezu prahlerisch mit seiner Verbindung zu WikiLeaks-Gründer Julian Assange um, was den Verdacht gegen ihn erhärtet. Nachdem Trump die Wahl gewonnen hatte wollte Stone angeblich nichts mehr von seinen Kontakten zu WikiLeaks oder deren Gründer wissen. Zudem verweigerte er, seit Beginn der Ermittlungen durch ihn, jegliche Kooperation mit Sondermittler Mueller.

Im Vorwurf der manipulativen Zeugenbeeinflussung geht es darum, dass Stone angeblich veruscht habe, eine Aussage des New Yorker Radiomoderator Randy Credico im Vorfeld zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Stone habe gewollt, dass Credico seiner eigenen Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses nicht widerspreche. Randy Credico selbst soll damals Insiderinformationen gehabt haben, dass E-Mails von Hillary Clinton bald auf WikiLeaks veröffentlicht würden. Laut FBI erweckte Stone selbst damals über Twitter den Eindruck, dieselben Insiderinfotmaitonen gehabt zu haben. Stone hält dagegen und sagt aus, dass er keinerlei solcher Informationen besaß. Er selbst hätte erst durch den Radiomoderator von den E-Mails und deren geplanten Veröffentlichung durch WikiLeaks erfahren.

„Politisch motiviert“ und „verfolgt“ wegen seiner „Freundschaft zu Donald Trump“. So nennt Roger Stone die Gründe des FBI und der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn. Unterdessen bemüht sich das Weiße Haus um Schadensbegrenzung und weist jedwede Verbindung zum Präsidenten zurück. „Die Vorwürfe gegen Roger Stone haben nichts mit dem Präsidenten zu tun“, bemühte sich die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders. Der Präsident hätte zudem „nichts Falsches getan“ und es gäbe auch „keinerlei Verbindungen zu Russland.“ Dies gilt weiterhin als höchst umstritten. In jedem fall sitzt beim FBI ein Mann an dem Fall, der als intelligent, integer und entschlossen gilt. Zudem gilt Sonderermittler Robert Mueller als jemand, der ein dickes Fell gegen die höchste Politikebene der USA besitzt. Und das wird er auch brauchen, denn Washington und der US-Präsident selbst haben wenig Interesse an der Schnüffelnase des FBI in ihren eigenen Reihen.

Autor: Thomas Schmied

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