in D/A/CH

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will jetzt die „besonders Fleißigen“ bei der Rente belohnen: Wer mindestens 35 Jahre lang als Arbeitnehmer Rentenbeiträge eingezahlt, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, der soll sich, geht es nach dem Arbeitsminister, im Alter über 100 Euro mehr Rente monatlich freuen dürfen. Dazu plant Heil eine neue Grundrente. Die „Respekt-Rente“ soll 100 Euro über der Grundsicherung liegen.

In einer Arbeitsgruppe, die aus Ländervertretern, Sozialpartnern und der Rentenversicherung besteht, soll das Konzept „Respekt-Rente“ bereits in Gestaltung sein, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Denn Niedrigverdiener hätten auch nach erreichten einer Lebensarbeitszeit von 35 Jahren oft nicht einmal mehr Rente als in Höhe der staatlichen Grundsicherung, schreibt die „FAZ“. Schön, dass wenigstens diese Tatsache bei dem Arbeitsminister angekommen ist.

Die „Respekt-Rente“ würde die Lebensleistung würdigen und über zehn Prozent der Grundsicherung liegen. Das sei ein wichtiger Schritt gegen Altersarmut, so Heil. Die Grundrente soll nur an diejenigen bezahlt werden, die tatsächlich „bedürftig“ sind. Einkommen und Vermögen sollen streng angerechnet werden. Die Grundsicherung beträgt derzeit 424 Euro im Monat plus Unterkunftskosten. Der Aufschlag von 25 Prozent ergibt den Betrag von 100 Euro monatlich. Damit wäre eine Grundrente für Geringverdiener geschaffen.

Angesichts solcher Ideen muss man sich tatsächlich fragen, ob die Politiker der SPD noch geistig auf der Höhe sind. Die „sozialpolitischen“ Vorschläge werden immer abstruser. Für die vielen Betroffenen dürfte dieses „großzügige“ Geschenk von 100 Euro wie ein Schlag ins Gesicht anmuten. Denn wer 35 Jahre lang gearbeitet und dann im Rentenalter gerade mal 100 Euro mehr im Säckel hat, als die Höhe der Grundsicherung beträgt, der dürfte sich fragen, wofür er 35 Jahre lang hart geschuftet hat. Die Bezeichnung „Respekt-Rente“ ist eine Verhöhnung all derer, die jahrzehntelang hart gearbeitet haben und dann dennoch nicht von ihrer Rente leben können. Die Pläne der Grundrente sind auch deswegen keine Lösung, weil aufgrund der strengen Zugangsvoraussetzungen die von Altersarmut bedrohten Menschen, vor allem Frauen, gar nicht davon profitieren werden.

 

 

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Angesichts solcher Ideen muss man sich tatsächlich fragen, ob die Politiker der SPD noch geistig auf der Höhe sind.“
    Das frage ich mich schon sehr lange nicht mehr. Warum sollte man Tatsachen auch immer wieder hinterfragen?
    *g*
    Aber Respekt, Herr Heil! Man muss sich erst mal trauen, so eine gequirlte „Sch****e auch noch öffentlich vorzutragen!