in Europa

Italien steht davor, sich eine parallele Währung zum Euro zu geben. Diese Gefahr werde stark unterschätzt, meint das FERI Cognitive Institute. Dann könnte es zu einer neuen Euro-Krise kommen. Der derzeitige Haushalts-Streit des Landes mit der Europäischen Union ist möglicherweise Teil eines Schauspiels, das von der neuen Regierung in Italien gezielt eskaliert werde, meint Dr. Rapp, Leiter des FERI Institutes. Die italienische Regierung habe das Konzept dazu bereits in der Schublade.

Der Haushaltstreit zwischen Italien und der EU-Kommission ist noch immer in vollem Gange. Der italienische Haushalt wurde abgelehnt. Er würde die Haushaltsvorschriften der EU nicht einhalten, die wiederum dem Stabilitäts- und Wachstumspakt entnommen sind. Italien möchte im kommenden Jahr die Neuverschuldung auf 2,4 % des jährlichen Bruttoinlandsproduktes anheben und dabei den Forderungen der Brüsseler Behörden nicht entsprechend. EZB-Chef Draghi warnte davor, dass die Schuldenorgie durch den großangelegten Verkauf von Anleihen des Staates auch die Geldinstitute Italiens betreffen könnte. Italien versicherte jedoch, die Geldhäuser seien nicht in Gefahr.

Der Chef der JP Morgan Bank,  Jamie Dimon, warnte die italienische Regierung vor den „katastrophalen“ Folgen, wenn das Land sich entscheide, aus der Eurozone auszutreten. Der Rückzug aus der Eurozone sei aufgrund der Struktur der Europäischen Währungsunion extrem gefährlich, auch für die Stabilität des globalen Finanzsystems. Es „wäre schwierig“, die Währungsunion rückgängig zu machen, ohne katastrophale Folgen zu verursachen, so Dimon. Italien ist nach Deutschland und Frankreich die drittgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union.

Italien diskutiert regelmäßig den Austritt aus der Eurozone, jedoch nicht aus der Europäischen Union. Bei der Vorbereitung einer Parallelwährung würde Italien dann Anleihen in kleinen sogenannten Stückelungen begeben. Diese wären innerhalb des Landes dann als Zahlungsmittel gesetzlich abgesegnet. Die Regierung würde auf diese Weise über eine eigene Geldwährung verfügen und würde ohne Rückendeckung durch die EU dann Geld herausgeben können. Damit könnte Italien eine neue Bedrohung zusätzlich zum bereits 500 Milliarden Euro negativen Target-Saldo schaffen. Zugleich würde sich Italien aber gegen mögliche Sanktionen von der EZB schützen. Das Land hat anscheinend aus der letzten Euro-Krise gelernt und will nicht wie Griechenland enden.

Wie der Streit zwischen Italien und Brüssel ausgehen wird, ist noch offen. Das Ende des Euro wird für Italien jedoch eine immer realistischere Alternative. Denn bislang konnte sich noch kein Land jemals finanziell und wirtschaftlich innerhalb der Eurozone erholen.

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Kommentar

  1. Aha da steht es im Artikel, gefährlich für das globale Finanzsystem. Darum geht es im Eigentlichen, denn wenn Italien so schlau ist und sich wieder eine eigene Währung anschafft wird es am Anfang sehr schwer, aber bei weitem leichter als wenn es im Euro bleibt. So hätte heutzutage Griechenland das Tief überwunden, wenn der linke (doppeldeutig) Tsipras das Volk nicht verraten hätte und das Ziel den Ausstieg aus dem Euro nicht aufgegeben hätte. Argentinien stand nach dem es die Spekulanten des Landes verwiesen hatte, wieder gut „im Futter“ und nach dem Frau Christina Fernandez de Kirchner von der Macht gedrängt wurde, steckt es jetzt wieder in den größten finanziellen Schwierigkeiten. In ähnlicher Form erging es den Isländern. Und was machen die Deutschen? Sie freuen sich über die offenen Grenzen und dass sie das deutsche Geld nicht mehr in Peseten, Lira, Schilling und Forint wechseln müssen, weil sie ja evtl. beschissen werden könnten . Aber der eigentliche Beschiss mit dem Euro sehr viel größer ist. Dieses Dilemma aber ist aufgrund der Umerziehung und des fehlenden Wissens völlig nebensächlich bis hin zu unbemerkt.