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Angesichts der jüngsten Warnungen der Türkei, die Grenzen in die EU für Migranten wieder zu öffnen, rechnet Ungarns Premierminister Viktor Orbán mit einem baldigen neuen Flüchtlingsansturm. Orbán warnt nun, dass Ungarn die nächste Flüchtlingswelle mit Gewalt stoppen werde, sollte die Türkei die Grenzen Richtung EU wieder öffnen: „Wenn die Türkei weitere Hundertausende Menschen ziehen lässt, müssen wir Gewalt anwenden, um die ungarische Grenze und die serbisch-ungarische Grenze zu schützen“, sagte Orbán den ungarischen Medien.

Erdogan sagte: „EU, wach auf. Ich sage erneut: Wenn ihr unsere Operation in Syrien als Invasion darzustellen versucht, ist unsere Aufgabe einfach: Wir werden die Türen öffnen und 3,6 Millionen Menschen werden zu euch kommen.“ Erdogan hatte bereits mehrfach gedroht, die Grenzen in die EU für die syrischen Flüchtlinge wieder zu öffnen, wenn die EU das Land bei deren Versorgung nicht stärker unterstütze. Erdogan warf der EU erneut vor, ihre Versprechen aus dem Flüchtlingsdeal von 2016 nicht eingehalten und die versprochenen Summen bezahlt zu haben.

Der ungarische Außenminister Szijjarto sagte, es „sei im nationalen Interesse Ungarns“, dass Ankara die Migrationsfrage in Richtung Syrien löse und nicht in Richtung Europa. Ungarn befürwortete als einziges EU-Land die Militäroffensive der Türkei in Syrien. „Das ungarische nationale Interesse diktiert es, dass wir es vermeiden, dass mehrere Hunderttausend oder gar Millionen illegale Migranten an der Südgrenze Ungarns auftauchen“, fügte Szijjarto hinzu. Die Türkei begründet ihre Militäroffensive damit, dass sie im Norden Syriens eine Sicherheitszone entlang der türkischen Grenze einrichten will, wo Millionen syrische Flüchtlinge, die sich derzeit in der Türkei aufhalten, hin umgesiedelt werden sollen.

Die EU hingegen lehnt diese Pläne ab. Derzeit spielen sich jedoch bedenkliche Szenen im Nordwesten Bosniens ab. Laut Medienberichten wird in den nächsten Tagen eine dramatische Verschlechterung der Lage von Migranten und Flüchtlingen bei der Stadt Bihac befürchtet. Hunderte von neuen Migranten wurden in das Lager an der Grenze zu Kroatien gebracht, obwohl die lokalen Behörden die Versorgung einstellen wollen. Immer wieder kommt es zu Sprechchören mit „Allahu-Akbar“-Rufen, während die Migranten unterwegs sind.

Etwa 1.500 Migranten wurden in ein kroatisches Lager verlegt. Bosnische Medien hatte Aufnahmen einer langen Kolonne von Menschen gezeigt, die in Polizeibegleitung in das Lager unterwegs waren. Die Szenen der neuen Einwanderungswelle erinnern stark an 2015. Damals kamen Tausende Migranten über die Balkanroute Richtung Österreich, Deutschland und Skandinavien, bis Sebastian Kurz sich für die Schließung der Route einsetzte. Die Migrationsstrom über die Balkanroute hat jetzt wieder stark zugenommen.

Orbán forderte beim EU-Treffen in Brüssel einen „Plan B“ angesichts der immer weiter steigenden Migrantenzahlen: „Griechenland und Europa können sich in dieser Angelegenheit nicht von der Türkei erpressen lassen und die EU muss gegenüber Griechenland bei der Bewältigung dieser Angelegenheit viel solidarischer sein und einen neuen Notfallplan vorlegen für den Fall, dass die aktuelle Krise zu einem Notfall wird.“ Laut offiziellen Angaben sind dieses Jahr über 50.000 Migranten in Griechenland angekommen.

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