in D/A/CH

Im Januar 2019 meldete die Bundesagentur für Arbeit knapp 2,41 Millionen Arbeitslose. Die Bundesregierung aka Angela Merkel rühmt sich selbst stets aufs Neue, dass die „niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit langem“ ihr Verdienst seien. Angeblich sinken die Arbeitslosen von Jahr zu Jahr. Dass das nicht der Realität entspricht, zeigen die Berechnungen der Arbeitslosenzahlen, die sich seit 1986 insgesamt 17 Mal verändert haben. Und mit jeder neuen Rechenart sanken die Arbeitslosenzahlen. Denn wer als arbeitslos gilt, ist für die Bundesagentur Definitionssache.

Nahezu 900.000 Arbeitslose werden nicht in der Arbeitslosen-, sondern in der separaten Unterbeschäftigungsstatistik geführt. Das sind Arbeitslose, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen: Krankgeschriebene, 1-Euro-Jobber oder über 58-Jährige, die innerhalb der letzten 12 Monate kein Jobangebot erhielten.

Insgesamt gibt es also derzeit eine Arbeitslosenzahl von mindestens 3,3 Millionen Menschen. Diese erscheinen aber nicht in der Statistik. Hinzu kommen noch ca. 82.000 nicht erwerbstätige Personen – die sogenannte „stille Reserve“. Sie tauchen in keiner Statistik auf, weil sie sich resigniert vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben und sich nicht mehr als arbeitslos registrieren lassen. Arbeitslose werden ebenso nicht mehr in den Statistiken geführt, wenn sie von privaten Arbeitsvermittlern betreut werden.

Als ehemaliger Arbeitsminister sagte Olaf Scholz (SPD) einmal 2009 in der Fernsehsendung „Panorama“: „Alles, was an Effekten durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen entstehe, werde jedes Mal zusammen mit der Arbeitsmarktstatistik veröffentlicht. Man könne sich auf die Seriosität dieses Prozesses verlassen. Wer anders rechnen wolle, könne ja seine Zahlen veröffentlichen“.

Doch wer die tatsächliche Arbeitslosigkeit erfassen will, muss ehrlich rechnen. Das ist bei der Bundesregierung nicht der Fall. Sie ruht sich lieber auf ihren „guten“ Arbeitsmarktdaten aus. Der vermeintliche Arbeitsmarktboom geht auf ein konjunkturelles Hoch zurück. Dieser Aufschwung wird bald beendet sein. Zudem sind viele Jobs prekär, also entweder Mini-Jobber, Zeitarbeiter, Leiharbeiter oder Mindestlohnempfänger. Von einer Entspannung des Arbeitsmarktes kann überhaupt nicht die Rede sein. Um die Arbeitslosigkeit dauerhaft niedrig zu halten und prekäre Jobs abzuschaffen, brauchte es einen grundlegenden politischen Kurswechsel.

 

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Verdecken die Realität“ ist aber wirklich süß ausgedrückt!
    Ich würde diese herbeigelogenen Zahlen eher eine bodenlose Frechheit nennen!
    Normal denkenden Menschen solche Zahlen vorzugaukeln ist an Arroganz nicht zu überbieten!