in Politik

Angela Merkel war nach Meinung dieser Redaktion bislang beriet, Jens Weidmann zum neuen EZB-Chef (Europäische Zentralbank) durchzuboxen. Möglicherweise war dies ein Irrtum. Der amtierende Bundesbankchef ist in den südeuropäischen Ländern nicht so einfach zu vermitteln, da er die aktuelle Zinspolitik der Europäischen Zentralbank als riskant darstellte. Die Zinsen sind zu niedrig. Stattdessen soll Merkel, so die „WiWo“, den Posten einem Finnen versprochen haben.

Erkki Liikanen: Der „deutsche“ Finne

Immerhin hat Liikanen einen anderen Ruf als Weidmann und ließe sich offenbar besser durchsetzen. Liikanen war bis 2018 Chef der finnischen Notenbank und ist aus Sicht von Beobachtern ein „gemäßigter Falke“. Übersetzt hier: gemäßigt konservativ. Höhere Zinsen sind sicher auch für Liikanen eine richtige Methode, allerdings verfolgt er die Idee möglicherweise nicht so zwanghaft und gründlich wie Weidmann.

Liikanen ist zudem Sozialdemokrat und damit möglicherweise kein kommender Zentralbankchef, der als zu unsozial gilt. Weidmann wäre bei einer freien Zinspolitik wahrscheinlich für steigende Zinsen eingetreten und hätte damit die sozial schwächeren Länder in die Bredouille gebracht.

Dass Merkel allerdings hier den deutschen Kandidaten nicht durchsetzt, gilt zumindest in vielen Beobachterkreisen als überraschend. Noch kann sich auch die jüngste Einschätzung als falsch erweisen. Am Montag allerdings soll die Besetzung der Position zumindest verabredet werden. Es wäre überraschend, wenn Merkel keinen Kompromiss anregte und unterstützte. Wenn Liikanen ihr Kandidat ist, dürfte er sich auch durchsetzen lassen. Merkel hatte dafür zugestimmt, dass Weber nicht EU-Kommissionspräsident würde. Insofern hat sie derzeit Macron besänftigt und von anderer Seite kaum Gegenwind zu befürchten.

Selbst in ihrer Partei ist sie niemandem mehr verpflichtet, nachdem sie den Parteivorsitz im Dezember geräumt hatte. Nachfolgerin AKK hat zumindest noch nicht durchblicken lassen, was sie vom „EZB“-Vorsitz hält. Der Krimi geht weiter – auch hier. 

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