IS Vormarsch: 45.000 Syrer fliehen in die Türkei

Nach offiziellen Angaben aus Ankara passierten  aufgrund des Vormarsches von Milizen der Terror-Oranisation „IS“ (Islamischer Staat) in Teilen Nordsyriens und vor allem in der Stadt Ain al-Arab am Freitag 45.000 syrische Kurden die mit Stacheldraht befästigte Grenze zur Türkei. Die Extremisten des „Islamischen Staates“ haben in Teilen Syriens und Iraks ein Kalifat ausgerufen und gehen gegen alle vor, die sie als Ungläubige ansehen. Dazu gehören schiitische Muslime, ebenso wie Kurden und auch Christen. Die Milizen hatten bereits 60 Dörfer in der Umgebung von Ain al-Arab erobert und kurdische Kämpfer zurückgedrängt.

Türkei weigerte sich zunächst die Grenzen zu öffnen

Bevor die syrischen Flüchtlinge die acht Grenzübergänge zur Türkei passieren konnten, kam es zu einigen Tumulten, da die türkischen Behörden die Grenzen nicht öffnen wollten. Laut zahlreichen Nachrichtenmagazinen und TV-Bildern setzten Sicherheitskräfte auch Tränengas und Wasserwerfer gegen die schutzsuchenden Kurden ein. Nachdem die Proteste zu groß wurden, durften die Syrer über die Grenze in die Türkei gehen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu reagierte schließlich und erklärte:

„Wir nehmen unsere Brüder auf, die aus Syrien fliehen“.

Die türkische Regierung meinte allerdings es sei „eine Ausnahme“ gewesen. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bedankte sich bei der Regierung „für die Bereitschaft, die großen Lasten im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen aus Irak und Syrien zu schultern“. Der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge haben sich inzwischen aber auch 300 türkische Kurden nach Syrien aufgemacht, um dort den Kampf gegen die IS-Extremisten zu unterstützen.

49 Personen aus IS-Gefangenschaft befreit

Nach mehr als drei Monaten wurden 49 türkische Geiseln aus der Gefangenschaft der IS befreit. Sie seien am Samstagmorgen in der Türkei in Sicherheit gebracht worden, gab der türkische Ministerpräsident Davutoglu bei einer Reise in Aserbaidschan bekannt. Staatschef Recep Tayyip Erdogan zufolge, wurden die Geiseln bei einer Rettungsaktion des Geheimdienstes befreit. Genauere Informationen sind bislang nicht bekannt. Die Türken wurden am 11. Juni von der IS-Miliz gefangen genommen, als diese am selben Tag das Konsulat im nordirakischen Mossul stürmten. Unter den Geiseln befanden sich der Generalkonsul, Diplomaten, Soldaten und Kinder.

Quellen:
http://www.handelsblatt.com/politik/international/vor-juengstem-is-vormarsch-45-000-kurden-in-die-tuerkei-geflohen/10730882.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/45-000-syrische-kurden-fliehen-in-die-tuerkei-13163860.html
http://www.dw.de/massenflucht-der-kurden-vor-dschihadisten/a-17936478
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-09/ccaa1592-dc07-452d-8d89-1c8a63fe79df.tmp