Türkei rüstet auf mit neuem Radarstörsystem KORAL

Die türkische KORAL Radar Aufklärungs- und Störapparatur, eines der neuesten Systeme der Elektronischen Kriegsführung, demonstriert den weitreichenden Beitrag der nationalen Rüstungsindustrie zur Selbstverteidigungskapazität der Türkei.

Die türkische Verteidigungsindustrie stärkt die türkischen Selbstverteidigungskräfte zunehmend mit neuen Technologien. ASELSAN, der größte türkische Rüstungshersteller, lieferte ein neues Radarsystem der Elektronischen Kriegsführung (EK), KORAL, an die türkische Armee aus.

KORAL ist das erste lokal entwickelte, landbasierte, mobile EK-System. Das ASELSAN-System erkennt Bedrohungen automatisch und gibt schnelle Systemantworten auf feindliche Objekte. Es ist im Stande, mehrere Zielsignale in einem breiten Frequenzbereich zu analysieren. KORAL hat eine effektive Reichweite von mehr als 150 Kilometern. Es ist fähig, alle land-, see- und luftgestützten Radarsysteme zu stören. Das System wird feindliche Radare ebenso täuschen oder paralysieren können.

Einem Bericht des Expertenforums radartutorial.eu zufolge ist Radaraufklärungssystem des ASELSAN-Produkts modular aufgebaut. Dieses verwendet mehrere digitale Empfangskanäle. Die Radaraufklärung soll sich durch eine hohe Messgenauigkeit der Parameter RF, PRI, PW und DOA hervortun. Eine schnelle Störrichtungsänderung gepaart mit einer hohen Störleistung wird über Phased-Array-Antennen und mehrere Leistungsverstärker auf Halbleiterbasis ermöglicht, gab das Portal an.

KORAL wurde unter dem sogenannten Land Based Stand-off Jammer System-Projekt entwickelt. Es reagiert entweder automatisch auf Signale oder stellt dem Operator ausgewählte Handlungsoptionen vor. Das KORAL System besteht aus zwei 8×8 Militärlastwagen. Diese tragen jeweils ein Element des Systems. Ein modular-entwickeltes Electronic Support-Radar (ED) und ein multi-Radar, elektronisches Angriffssystem (ET). Ein komplettes KORAL EW-System besteht aus vier Electronic Support-Radare (ED) und einem elektronischen Angriffssystem. Die Fahrzeuge können 500 Meter von einander entfernt stationiert werden. Sie kommunizieren über Lichtwellenleiter.

ASELSAN startete das Projekt 2009. Umgesetzt wurde es in Zusammenarbeit mit 50 lokalen Subunternehmern. 2013 begannen erste Operationstests. Infolge von mehr als 1,000 erfolgreichen Tests ging KORAL an die türkische Grenze zu Syrien. Im Februar 2016 gingen fünf Systeme an die türkische Armee. Unbestätigten Berichten zufolge wurde es bereits gegen feindliche Objekte der syrischen und russischen Armee eingesetzt.

Das System lässt sich durch eine Besatzung von zwei Bedienern und einem Offizier in der Gefechtsstandeinheit betreiben. Außerdem kann das Radarsystem bei Temperaturen zwischen – 30 Grad und + 50 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 95 Prozent bedient werden.