in Naher Osten

Türkische General Dynamics F-16 Kampfjets haben einen syrischen Airbus A320 mit 35 Passagieren zur Landung in Ankara gezwungen. Das Flugzeug befand sich auf dem Weg von Russland nach Syrien. Geheimdienstinformationen, die besagten, dass sich Militärgüter an Board befinden, wurden offiziell noch nicht bestätigt.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte am späten Mittwochabend, nach der erzwungenen Landung sei der Airbus A320 durchsucht worden, die Fracht sei teilweise beschlagnahmt worden. Es handle sich um Gegenstände, die nach zivilen Luftfahrtvorschriften hätten deklariert werden müssen. Davutoglu weiter:

„Wir sind entschlossen, den Zufluss von Waffen an ein Regime zu stoppen, das rücksichtslos Massaker an der eigenen Bevölkerung begeht.“

Das türkische Onlineportal ntvmsnbc berichtet von Raketenteilen, die türkische Zeitung „Hürriyet“ von Funkausrüstung, darunter Störsender, die sich im Flugzeug befunden haben sollen. Die Maschine war für acht Stunden auf dem Esenboga-Flughafen in Ankara festgesetzt. Am frühen Donnerstagmorgen konnte sie den Flug nach Damaskus fortsetzten.

Laut Angaben von Augenzeugen wurden mehrere Personen, darunter Mitglieder der Crew, von türkischen Beamten bedroht und vier davon sogar verprügelt. Dies berichtet der russische Nachrichtensender Russia Today sowie die türkische Zeitung hurriyetdailynews.com. Die Gepäckstücke, darunter als Diplomatengepäck deklarierte Koffer, sollen geöffnet und der Inhalt fotografiert worden sein. Waffen waren nach Aussagen der Augenzeugen keine in den Gepäckstücken.

The captain told us that ‘I either have to sign that document that I made an emergency landing, or they will take me hostage,’” she said. (Quelle)

Der Pilot sowie weitere Crewmitglieder sollen gezwungen worden sein Schriftstücke zu unterschreiben, von denen angeblich nicht bekannt war, welche Vereinbarungen sie enthalten. Der Pilot der Maschine wurde den Angaben nach unter Androhung von Haft dazu gezwungen, Dokumente zu unterschreiben, welche eine Notlandung der syrischen Maschine dokumentieren sollen. Juristisch dürfte sich die Türkei damit gegen Klagen abgesichert haben. Von der völligen Legalität der Aktion waren demnach aber auch die türkischen Behörden nicht restlos überzeugt.

‚Four beaten when masked men boarded Syria-bound plane‘ – attendant

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Laut dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija hat Moskau von der türkischen Regierung eine Erklärung gefordert. Der syrische Verkehrsminister Mahmud Said sprach in einer Fernsehsendung von „Luftpiraterie“. Das türkische Vorgehen verletzte internationale Verträge über die zivile Luftfahrt. Zwischen Ankara und Damaskus herrscht „dicke Luft“. Die Türkei steht auf seiten der Aufständischen, hat 100.000 Flüchtlinge aufgenommen, darunter wichtige Oppositionelle. Im Juni wurde ein türkischer Kampfjet vom syrischen Militär abgeschossen, seit einer Woche schlugen wiederholt Granaten im türkischen Grenzgebiet zu Syrien ein, fünf Tote sind zu beklagen. Aus Angst vor Vergeltung überfliegen türkische Zivilmaschinen das Staatsgebiet von Syrien nicht mehr.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich vor wenigen Tagen sehr besorgt über die Eskalation:

„Ich fordere erneut die verantwortlichen Länder auf, diese Waffenlieferungen einzustellen“, sagte er. „Die Militarisierung des Konflikts verschlimmert die Lage nur.“

Quellen: de.wikinews.org / Russia Today / Hurriyetdailynews

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